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Ärger im Verkehr: Schuld sind die anderen
24.09.2026
Rund die Hälfte der Bevölkerung nervt sich mehrmals pro Woche oder sogar täglich über andere Verkehrsteilnehmende. Autolenkende stören sich zum Beispiel daran, dass andere zu nah auffahren, im ÖV stösst insbesondere lautes Telefonieren oder Medienkonsum ohne Kopfhörer sauer auf – das zeigt der AXA Mobilitätstacho. Am glücklichsten mit ihrem Hauptfortbewegungsmittel sind Velofahrerinnen und Velofahrer, am häufigsten erschöpft fühlen sich ÖV-Nutzende.
Die Hälfte der Schweizer Bevölkerung ist an einem normalen Wochentag mindestens eine Stunde unterwegs. Über ein Drittel täglich zwischen einer und zwei Stunden, 17 Prozent zwei Stunden oder mehr. Das Auto ist dabei das meistgenutzte Verkehrsmittel: 41 Prozent der Befragten nutzen es als Hauptfortbewegungsmittel, gefolgt vom öffentlichen Verkehr mit 24 Prozent. 20 Prozent sind vornehmlich zu Fuss unterwegs, rund 13 Prozent mit dem Velo (7 %) oder dem E-Bike (6 %). Das zeigt der AXA Mobilitätstacho, der in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut Sotomo erstellt wurde.
Die anderen sind das Problem
Grösstes Ärgernis beim Unterwegssein sind die anderen. Rund die Hälfte der Bevölkerung nervt sich mehrmals pro Woche (26 %) oder sogar täglich (23 %) über andere Verkehrsteilnehmende. Personen, die hauptsächlich im Strassenverkehr unterwegs sind, tun dies deutlich häufiger als ÖV-Nutzende.
Nach Stau und vollen Strassen wird gefährliches oder unangebrachtes Verhalten anderer Autolenkenden im Strassenverkehr als grösstes Ärgernis wahrgenommen. Personen, die im Alltag hauptsächlich mit dem Auto unterwegs sind, nerven sich dabei insbesondere über dichtes Auffahren (63 %) und die Tatsache, dass andere am Steuer abgelenkt sind (59 %), gefolgt vom ausbleibenden Blinken (57 %) und zu langsamem Fahren (51 %). Personen, die mit dem Velo oder zu Fuss unterwegs sind, ärgern sich überdurchschnittlich häufig über rücksichtsloses Verhalten gegenüber Velofahrern und Fussgängerinnen sowie über überhöhte Geschwindigkeit bei Autos. Umgekehrt sorgt auch das Verhalten von Velo- oder E-Bike-Fahrerinnen und -Fahrer gemeinhin für Ärger, insbesondere bei Autolenkenden sowie Fussgängerinnen und Fussgängern.
«Wer gestresst fährt, sich schnell aufregt oder aggressiv reagiert, ist weniger konzentriert und macht beim Fahren mehr Fehler. Das gefährdet die Verkehrssicherheit. Wir raten deshalb, ruhig zu bleiben, das Tempo anzupassen und Rücksicht zu nehmen», erklärt Luca Genovese, Leiter Forschung & Prävention und AXA Kompetenzzentrum Mobilität.
Nicht nur im Strassenverkehr, auch im ÖV werden die anderen bzw. deren Verhalten als Problem angesehen. Am häufigsten stören sich ÖV-Nutzende an Lärm und Geräuschen: Fast drei Viertel ärgern sich über lautes Telefonieren oder Medienkonsum ohne Kopfhörer. Auch liegengelassener Müll (68 %), Füsse auf den Sitzpolstern (55 %) sowie starke Gerüche (53 %) führen zu Verärgerung.
Die Angst vor Unfällen fährt mit
Eine deutliche Mehrheit der Schweizer Bevölkerung fühlt sich sowohl im Strassen- als auch im öffentlichen Verkehr meistens oder immer sicher. Dies gilt besonders für Personen, die zu Fuss (89 %), im ÖV (86 %) oder mit dem Auto (83 %) unterwegs sind. Personen, die mit Motorrädern oder Mofas sowie mit Velos bzw. E-Bikes unterwegs sind, fühlen sich deutlich häufiger unsicher. Drei von vier Velo- oder E-Bike-Lenkenden haben denn auch mehr Angst davor, durch andere Verkehrsteilnehmende in einen Unfall verwickelt zu werden, als selbst einen zu verursachen. «Dies dürfte damit zusammenhängen, dass sie unmittelbar neben Autos und damit neben dem <stärkeren> Verkehrsteilnehmer unterwegs sind», so Luca Genovese. Bei Autofahrerinnen und Autofahrern (60 %) sowie Fussgängerinnen und Fussgängern (67 %) ist diese Sorge weniger verbreitet. Generell dominiert bei allen Strassenverkehrsteilnehmenden die Angst vor den anderen und weniger vor dem eigenen Können.
Im Auto sitzt die Mehrheit bevorzugt selbst am Steuer. 66 Prozent präferieren die Fahrerrolle gegenüber der Beifahrerrolle – mit deutlichem Unterschied zwischen den Geschlechtern: Während unter Männern 80 Prozent die Fahrerrolle bevorzugen, liegt dieser Anteil bei den Frauen lediglich bei 52 Prozent.
Glücklich auf dem Drahtesel
Unabhängig von der zurückgelegten Strecke, den verfügbaren Verkehrsmitteln und den Kosten sind Velofahrerinnen und Velofahrer am häufigsten zufrieden mit ihrem Hauptverkehrsmittel. Auch Autofahrerinnen und Autofahrer zeigen sich zufrieden damit, wie sie sich hauptsächlich fortbewegen. Bei Personen, die vorwiegend den ÖV nutzen oder zu Fuss unterwegs sind, klafft hingegen eine grosse Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit: Jeweils beinahe die Hälfte würde sich in ihrem Alltag lieber anderweitig fortbewegen. Wenn es die Umstände zulassen würden, wären ÖV-Nutzende am liebsten mit dem Auto unterwegs, unglückliche Fussgängerinnen und Fussgänger bevorzugterweise mit dem ÖV.
ÖV-Nutzende eher erschöpft
71 Prozent empfinden ihre alltägliche Mobilität als wertvolle Zeit, knapp ein Viertel hingegen sieht sie als verlorene Zeit an. Besonders positiv wird sie von Personen erachtet, die zu Fuss oder mit dem Velo bzw. E-Bike unterwegs sind. Knapp ein Drittel der Autolenkenden und der ÖV-Nutzenden empfindet die Zeit unterwegs tendenziell als verloren. Personen, die mehr Zeit unterwegs verbringen, erachten ihre Alltagsmobilität eher als Belastung. Insgesamt gibt die Hälfte der Bevölkerung an, die alltägliche Mobilität sei für sie zumindest ein bisschen belastend und erschöpfend. Entsprechend fühlen sich Personen, die häufig den ÖV nutzen, am häufigsten belastet. Am seltensten ist dies bei Velo- bzw. E-Bike-Lenkenden, sowie bei Personen, die hauptsächlich zu Fuss unterwegs sind, der Fall.
Unterwegs mit schlechtem Gewissen
Vier von zehn Personen geben an, wegen der Umweltauswirkungen ihres Mobilitätsverhaltens gelegentlich ein schlechtes Gewissen zu haben. Rund die Hälfte der Schweizer Bevölkerung sagt, dass sie die Wahl ihres Verkehrsmittels nach dessen Umweltfreundlichkeit ausrichten – 15 Prozent tun dies sogar stark. Die andere Hälfte misst Umweltüberlegungen bei der Verkehrsmittelwahl hingegen wenig oder gar kein Gewicht bei. Auch das Reiseverhalten insgesamt wird dadurch beeinflusst: 35 Prozent der Befragten geben an, im letzten Jahr aus Umweltschutzgründen auf eine Reise verzichtet oder ein anderes Reiseziel gewählt zu haben.
Dabei zeigt sich eine Lücke zwischen dem, was man von anderen erwartet und dem, was man selbst zu tun bereit ist. So finden 70 Prozent der Befragten, dass die Schweizer Bevölkerung ihr Mobilitätsverhalten stärker zugunsten des Umweltschutzes anpassen sollte. Allerdings zeigen sich nur 52 Prozent der Befragten auch dazu bereit, ihr eigenes alltägliches Mobilitätsverhalten stärker am Umweltschutz auszurichten.
Über die Studie
Der AXA Mobilitätstacho 2026 entstand in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut Sotomo. Die repräsentative Umfrage mit 1788 Teilnehmenden wurde 2026 mittels Online-Befragung zum vierten Mal durchgeführt. Die Grundgesamtheit der Befragung bildet die sprachlich integrierte Wohnbevölkerung der Deutschschweiz und der französischsprachigen Schweiz ab 18 Jahren. Die Daten wurden zwischen dem 09. und dem 20. April 2026 erhoben. Die Teilnehmenden wurden über das Online-Panel von Sotomo sowie das Online-Panel von Bilendi rekrutiert.
Über die AXA
Rund zwei Millionen Kundinnen und Kunden in der Schweiz vertrauen auf die Expertise der AXA in der Personen-, Sach-, Haftpflicht-, Rechtsschutz- und Lebensversicherung sowie in der Gesundheits- und beruflichen Vorsorge. Mit innovativen Produkten und Dienstleistungen rund um Mobilität, Gesundheit, Vorsorge und Unternehmertum sowie einfachen, digitalen Prozessen steht die AXA ihren Kundinnen und Kunden als Partnerin zur Seite und ermutigt sie mit ihrem Markenversprechen «Know You Can», auch in herausfordernden Situationen an sich selbst zu glauben. Dafür setzen sich rund 4700 Mitarbeitende sowie 3100 Kolleginnen und Kollegen im Vertrieb persönlich ein. Mit über 340 Geschäftsstellen verfügt die AXA über das schweizweit grösste Vertriebsnetz in der Versicherungsbranche. Die AXA Schweiz gehört zur AXA Gruppe und erzielte 2025 ein Geschäftsvolumen von CHF 6,6 Mia.