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«Es lohnt sich nicht, für Cybermobber Zeit und Nerven aufzuwenden»

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YouTube, Instagram und TikTok boomen – vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Die Social-Media-Plattformen bieten eine unglaubliche Menge an Musik-, Fun- und sogenannten Let's-Play-Videos sowie Tutorials – und befriedigen damit jedes Bedürfnis nach Ablenkung und Unterhaltung – gerade auch jetzt, während der Coronakrise. Doch wie reagiere ich, wenn jemand negative Kommentare zu meinem Post verfasst oder mein TikTok-Account gehackt wird?

Greneey hat seit über zwölf Jahren einen YouTube-Kanal. Im Interview erzählt uns der 25-jährige Winterthurer, wie er dazu gekommen ist, was ihn daran fasziniert – und gibt Tipps, wie man sich vor Cyberrisiken schützen kann.

Dein Beruf ist Onlinegamer und Youtuber. Wie bist du dazu gekommen?

2008 startete ich meinen YouTube-Kanal. Ursprünglich mit dem Gedanken, Videos über Games hochzuladen. Ich ging damals noch zur Schule und begann nach meinem Sekundarschulabschluss eine Lehre als Informatiker. Nachdem ich meinen YouTube-Kanal zehn Jahre als Hobby betreut habe, wollte ich mehr: mein Hobby zum Beruf machen. Um dieses Ziel zu erreichen, absolvierte ich eine Filmschule und schaffte so den Sprung in die Professionalität – Videos beruflich zu produzieren.

Wie regelmässig postest du als berufstätiger Youtuber Content?

Ich lade ein bis zwei Kurzvideos pro Woche auf YouTube hoch. Diese beinhalten Tipps und Tricks rund um das Erstellen von Online-Content. Livestreams, bei welchen ich direkt mit meinen Zuschauerinnen und Zuschauern in Interaktion treten kann, mache ich unregelmässiger. Ich versuche jedoch auch hier eins bis zweimal pro Woche zu streamen. Meine Themen bei Livestreams variieren, ich kann beispielsweise mit meiner Community ein Spiel spielen oder auch gemeinsam Fotos bearbeiten.  

Der Berufswunsch Youtuber oder Influencerin scheint immer beliebter zu werden. Wie siehst du das? 

Onlineplattformen haben in den letzten Jahren enorm an Präsenz in der Gesellschaft gewonnen. Firmen nutzen diese Entwicklung und verlagern ihre Werbung in die Sozialen Medien. Wenn Unternehmen mehr Werbung auf Plattformen wie YouTube oder Instagram schalten möchten, braucht es folglich mehr Personen, die ihre Kanäle dafür zur Verfügung stellen.  

Sich öffentlich im Internet zu zeigen, hat auch Schattenseiten. Hast du schon negative Erfahrungen gemacht? 

Unschöne Kommentare im Internet gehören leider dazu. Ich erhalte ab und an negative Reaktionen wegen meines Aussehens. Ich kann jedoch damit umgehen, denn ich weiss, dass meine grünen Haare nicht allen gefallen. Ich rate hier: löschen oder ignorieren. Und vielleicht mit einer Freundin oder einem Freund darüber sprechen. Es lohnt sich nicht, für Cybermobber Zeit und Nerven aufzuwenden.

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Was ist die grösste Gefahr beim Gamen?

Bei vielen Games kann man mittlerweile In-Game-Items kaufen. Das können beispielsweise besondere Waffen, Sticker oder andere digitale Güter sein. Hier besteht die Gefahr, mehr Geld auszugeben, als man möchte, oder Opfer von Kreditkartenbetrug zu werden. Ich benutze zur Vorbeugung eine Einmal-Kreditkarte. Diese Karte kann ich einmalig mit Geld aufladen und sie ist nach einem Einkauf unbrauchbar. So schütze ich mich zum einen vor übermässigem Konsum und zum andern vor Kreditkartenbetrug. 

Hackerangriffe sind nicht so, wie sie in Filmen dargestellt werden: schwarzer Bildschirm und sprechender Totenkopf. Sie sind subtiler und oftmals erst im Nachhinein erkennbar.

Greneey, Youtuber

Wie bemerke ich einen Hackerangriff?

Hackerangriffe sind nicht so, wie sie in Filmen dargestellt werden: schwarzer Bildschirm und sprechender Totenkopf (lacht). Sie sind subtiler und oftmals erst im Nachhinein erkennbar. Unstimmigkeiten bei der Kreditkartenabrechnung sind Anzeichen eines Hackerangriffs. Ich rate deshalb, die Kreditkartenabrechnung genau zu prüfen. Falls Abbuchungen drauf sind, die nicht von einem selbst getätigt wurden, sofort die Bank informieren. Die Bank kann die Kreditkarte sperren und eine Untersuchung einleiten.

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Hast du weitere Tipps zur Prävention?

Die wichtigsten Regeln sind: aufpassen, was man preisgibt, und starke Passwörter verwenden. Auf gar keinen Fall sollte man überall das gleiche Passwort benutzen oder eines, das man leicht erraten kann – oder das einen sehr persönlichen Bezug hat, wie zum Beispiel den eigenen Vornamen. Ich habe die sogenannte Zero-Knowledge-Policy. Ich benutze einen Passwortmanager: Dieser kennt meine Passwörter, ich kenne sie nicht. Ein anderer Tipp: Benütze als Passwort einen Satz oder mehrere aneinandergereihte Wörter. Setze zwischen den Wörtern Sonderzeichen und ersetze Buchstaben durch Zahlen, so wird zum Beispiel aus "Mein Morgen beginnt mit Kaffee": M31n!Mor93n*b391nnt!m1t*Kaff33"

Was ist dein abschliessender Tipp an junge Youtuber?

Ich möchte ihnen auf den Weg geben: Probiert es aus. Achtet aber darauf, welche Informationen ihr mit der Öffentlichkeit teilen möchtet. Es ist eine coole Welt und ich habe auch nach über zwölf Jahren noch enormen Spass daran.  

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