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Arbeiten im Home-Office: Was sind Ihre Rechte und Pflichten?

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Wer übernimmt die Kosten für Strom, W-LAN oder Büromaterial, wenn von Ihrer Arbeitgeberin oder Ihrem Arbeitgeber Home-Office angeordnet ist? Wer zahlt, wenn das Firmenhandy auf den Küchenboden fällt oder wenn der Laptop gestohlen wird? Home-Office wirft viele arbeitsrechtliche und versicherungstechnische Fragen auf.  

Antworten auf die wichtigsten Fragen rund ums Arbeiten von zuhause aus gibt's hier von Versicherungsexpertinnen und -experten der AXA und Juristinnen und Juristen der AXA-ARAG.

Ich arbeite im Home-Office mit dem Firmen-Laptop, nutze aber meinen eigenen zweiten Bildschirm. Erhalte ich dafür Entschädigung?

Kosten, die durch freiwilliges Home-Office entstehen, müssen von der Arbeitgeberin oder vom Arbeitgeber nicht übernommen werden. In der momentanen Situation handelt es sich aber in vielen Fällen um angeordnete Home-Office-Tätigkeit. Müssen Sie als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer in solchen Fällen selbst private Geräte oder Material für die Ausführung der Arbeit zur Verfügung stellen, sind sie dafür angemessen zu entschädigen, sofern nichts anderes vereinbart ist. Benutzen Sie den zweiten Bildschirm jedoch freiwillig und könnten Sie die Arbeit auch mit dem Laptop erledigen, muss Ihre Arbeitgeberin oder Ihr Arbeitgeber nicht für die Kosten aufkommen.

Muss mir meine Arbeitgeberin auch Büromaterial zur Verfügung stellen bzw. mich dafür entschädigen, wenn ich Stifte oder Papier selbst anschaffe?

Ja, auch solche Auslagen sind, sofern notwendig, von der Arbeitgeberin oder vom Arbeitgeber angemessen zu entschädigen. 

Ich verbrauche im Home-Office viel mehr Strom. Kann ich von meinem Arbeitgeber verlangen, mir diese Kosten anteilsweise zu erstatten?

Ja, die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber muss sich auch an den erhöhten Stromkosten beteiligen. Dies ebenfalls unter der Voraussetzung, dass das Homeoffice nicht freiwillig ist.

Kann ich meinen Home-Office-Arbeitsplatz am Küchentisch von der Steuer abziehen?

Sofern das Home-Office lediglich vorübergehend ist, ist dies nicht möglich. Wer für ein privates Arbeitszimmer einen Anteil für Miete etc. von den Steuern abziehen will, muss strenge Voraussetzungen erfüllen.

Ich habe zuhause immer wieder massive Probleme mit dem VPN und kann oft über eine Stunde nicht arbeiten. Muss ich deswegen unbezahlte Überstunden leisten?

Nein. Wenn im Homeoffice Störungen wie z. B. ein Stromunterbruch oder Internetprobleme auftreten, die Arbeitnehmende nicht zu verantworten haben, muss die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber die damit verbundenen Risiken (Lohnfortzahlungspflicht, Auszahlung von Überstunden) tragen. 

Bin ich verpflichtet, auch im Home-Office meine Arbeitszeit zu erfassen?

Ja, auch im Home-Office müssen Sie die arbeitsgesetzlichen Vorschriften wie Arbeits- und Ruhezeiten einhalten. Zudem sind Sie gemäss Arbeitsgesetz verpflichtet, die geleistete Arbeitszeit im Home-Office zu dokumentieren, sofern keine Regelung zu einer vereinfachten Arbeitszeiterfassung bzw. ein entsprechender Verzicht getroffen wurde.

Wer muss die Reparaturkosten übernehmen, wenn z.B. das W-LAN nicht mehr läuft, das ich fürs Home Office zwingend brauche?

Die Reparaturkosten für das W-Lan müssen in der Regel vom Arbeitnehmer übernommen werden. 

Ich nutze meinen privaten Bildschirm und Drucker für die Arbeit im Home Office. Wer zahlt, wenn diese Geräte kaputt gehen? 

Beschädigungen an privaten Geräten sind auch bei einer geschäftlichen Nutzung im Home Office durch den Arbeitnehmer zu tragen. 

Bei der Arbeit im Park habe ich mein Geschäfts-Laptop kurz aus den Augen gelassen und es wurde gestohlen. Ebenso mein privates Handy und das Portemonnaie. Welche Versicherung zahlt? 

Den Geschäfts-Laptop bezahlt keine Versicherung, der Schaden ist weder über die Privathaftpflicht (Ausschluss AVB B5.6) oder die Hausratversicherung (kein privat genutzter Laptop) gedeckt. Die Betriebssachversicherung schliesst den einfachen Diebstahl normalerweise aus. 

Handy und Portemonnaie zahlt die Hausratversicherung (bei vorhandener Deckung) über den einfachen Diebstahl auswärts. Bargeld ist in diesem Fall jedoch nicht versichert. 

Bei einem Einbruch in meinem Haus wurde auch mein Home Office verwüstet und alle Geräte meiner Arbeitgeberin entwendet. Wer kommt dafür auf?

Die Betriebssachversicherung des Arbeitgebers sollte in den meisten Fällen für die gestohlenen (Arbeits)geräte aufkommen. Über die Hausratversicherung besteht keine Versicherungsdeckung für die Geräte des Arbeitgebers, da es sich nicht um Berufsutensilien handelt. Beschädigte oder gestohlene Sachen in Privatbesitz sind bei vorhandener Deckung über die Hausratversicherung gedeckt. 

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Ich habe während des Lockdowns Schutzmasken online bestellt, die Ware jedoch nie erhalten. Was kann ich gegen einen Fake-Shop unternehmen? 

Wer Opfer eines Fake-Shops wurde, braucht in den meisten Fällen starke Nerven und viel Zeit. Es wird zunehmend schwieriger, einen Fake-Shop zu identifizieren, da die Betreiber immer gewiefter werden. Überprüfen Sie in jedem Fall die URL: Enthält Sie einen Buchstabendreher wie mircosoft.com statt microsoft.com? Achten Sie auch darauf, ob der Onlineshop ein Impressum hat, und lesen Sie das Kleingedruckte, die AGB, sorgfältig durch. Grundsätzlich sollten Sie die Finger von Angeboten lassen, die auffallend günstig sind. Das Risiko, dass es sich hier um einen Fake-Shop bzw. gefälschte Waren handelt, ist gross.

Während der Corona-Krise wurde vermehrt vor Phishing-Mails gewarnt. Was kann im schlimmsten Fall passieren?

Beim Öffnen einer gefälschten E-Mail kann noch nichts passieren. Wenn Sie jedoch in einer Phishing-Mail einen Link öffnen und persönliche Daten eingeben, haben die Cyberkriminellen ihr Ziel erreicht. Um auf Nummer sicher zu gehen, können Sie – sollte Ihnen die E-Mail seltsam vorkommen – nicht via Link auf die Seite gehen, sondern die URL manuell in die Adresszeile eingeben.  

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Darf mein Arbeitgeber mittels spezifischer Software o. Ä. kontrollieren, ob ich im Home-Office meine vereinbarte Arbeitszeit leiste?

Kontrollsysteme, die nur den Zweck haben, die Arbeitnehmenden bei der Ausübung der Tätigkeit zu überwachen, sind sowohl im Betrieb wie auch im Home-Office unzulässig.  Folglich darf die Arbeitspräsenz am privaten Arbeitsplatz nicht kontinuierlich überwacht und kontrolliert werden. Sofern die Arbeitnehmenden vorgängig informiert werden, ist eine zweckmässige Überwachung der Sicherheit oder eine Kontrolle der Arbeitsproduktivität unter Einhaltung des Grundsatzes der Verhältnismässigkeit jedoch erlaubt.

Ich bin im Home-Office viel mehr abgelenkt durch die Kinder, Mitbewohner etc. und deshalb weniger leistungsfähig. Muss ich Überstunden machen?

Grundsätzlich muss auch im Home-Office gewährleistet sein, dass Sie ungestört arbeiten können. Arbeiten, die nicht für die Arbeitgeberin oder den Arbeitgeber erledigt werden (z. B. Kinderbetreuung), dürfen nicht als Arbeitszeit gezählt werden.

Tipp: Aufgrund der derzeitigen Schulsituation sind viele Eltern mit der Kombination von Home-Schooling und Home-Office konfrontiert. Wird Ihre Erwerbstätigkeit durch die Kinderbetreuung teilweise oder ganz eingeschränkt, sollten Sie mit Ihrer Arbeitgeberin oder Ihrem Arbeitgeber sprechen.

Wegen Rückenproblemen musste ich mir fürs Home-Office ein Stehpult und einen speziellen Stuhl anschaffen. Kann ich die Kosten meinem Arbeitgeber verrechnen?

Das muss im Einzelfall beurteilt werden. Arbeiten Sie längerfristig im Homeoffice, müssen Sie darauf achten, dass Sie einen geeigneten Arbeitsplatz haben und dass dieser ergonomisch eingerichtet ist.

Da Ihre Arbeitgeberin oder Ihr Arbeitgeber keine Kontrollen bei Ihnen zu Hause durchführen kann, ist hier Ihre Eigenverantwortung gefragt. Wenn neues Mobiliar angeschafft werden muss, weil der private Arbeitsplatz – vor allem bei intensiver und längerfristiger Nutzung – nicht den Gesundheitsvorschriften entspricht, sollte sich die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber an den Kosten beteiligen. Dennoch ist die Firma nicht dazu verpflichtet, jedem Mitarbeitenden ein ideales Büro zu Hause bereitzustellen.

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