Sicherheit und Recht

Achtung Unwetter: Expertentipps für Sturm und Hochwasser

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Sturm, Regen, Hagel und sogar Hochwasser: Der Sommer 2021 ist bis jetzt geprägt von Unwettern, die grossen Schaden anrichten. Wir erklären Ihnen, was Sie im Schadenfall tun müssen und welche Versicherung zahlt. Lesen Sie dazu unsere Expertentipps für Mieter, Eigentümer oder Unternehmen.

Ist ein Unwetter im Anzug, werden in den Medien Warnungen und Empfehlungen abgegeben. Wer diese befolgt, schützt sich und andere. Hier die wichtigsten Verhaltensregeln: 

Besteht die Gefahr, dass bei Gewitter oder anhaltendem Starkregen Wasser ins Gebäude fliessen könnte, stellen Sie wertvollere Gegenstände sicherheitshalber weg bzw. in die Höhe. Wenn «die Flut schon kommt» dürfen die betroffenen Räume und Bereiche auf keinen Fall mehr betreten werden. Das könnte lebensgefährlich sein. 

Unwetter kommen sehen – immer informiert sein

Bei instabiler Wetterlage warnen Medien oder Apps mit Push-Nachrichten schnell und standortgenau vor Stürmen, Hagel und Starkregen bzw. Gewitter. 

  • Wetter-Alarm: Wetter-App mit zeitnahen Push-Wetterwarnungen und über 222 Livecams
  • MeteoSchweiz: Alles zum Wetter vom Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie –  inkl. Gefahrenkarten, Warnungen sowie Pollen-Prognose und UV-Index
  • Naturgefahren: Hier informiert der Bund über Naturgefahren und gibt Empfehlungen
  • PLANAT: Die nationale Plattform für weiterführende Informationen zum Thema «Naturgefahren»

Was tun im Schadenfall?

  1. Grundsätzlich gilt: Beschädigte Sachen retten, trocknen bzw. reinigen
    Mit diesen Massnahmen verhindern Sie, dass sich die Schäden vergrössern. Sind verderbliche Sachen betroffen oder Gegenstände von kleinerem Wert, können diese entsorgt werden.
  2. Erstellen Sie eine Liste über die beschädigten Gegenstände und auch Fotos. Teurere Objekte sollten für eine allfällige Besichtigung durch die Experten zur Verfügung gehalten werden. 
  3. Notieren Sie den Aufwand für Ihre Reinigungs- und Entsorgungsarbeiten. Denn auch dafür gibt es eine Entschädigung. Die AXA stellt auf ihrer Unwetterseite nützliche Formulare zum Download zur Verfügung.

Welche Versicherung zahlt?

Bei einem Elementarschaden, wie beispielsweise Hochwasser, sind – je nach den betroffenen Sachen – unterschiedliche Versicherungen zuständig.  

  • Mobiliar und Einrichtung: die private Hausratversicherung bzw. die Unternehmens-Sachversicherung; in den Kantonen Nidwalden und Waadt ist die kantonale Versicherung zuständig.
    Hinweis: Muss ein Betrieb nach Unwetter oder Hochwasser vorübergehend geschlossen werden, kann eine Versicherung für «Betriebsunterbrechung» für den Fortbestand eines Unternehmens existenziell sein. 
  • Schäden an Fahrzeugen: die Teilkasko der privaten Autoversicherung  bzw. der Flottenversicherung für Unternehmen.
  • Gebäudeschäden, zum Beispiel ein abgedecktes Dach: Gebäudeversicherung für Privatpersonen bzw.  Gebäudeversicherung für Unternehmen; in den meisten Kantonen sind die kantonalen Gebäudeversicherer für Elementarschäden zuständig. 
  • Der Baustein Umgebungsschäden sichert Sie gegen die finanziellen Folgen von Schäden rund um Ihr Gebäude ab, sei es z. B. an Wegen, Gartenzäunen oder Treppen.

GUSTAVO-Kantone: Genf, Uri, Schwyz, Tessin, Appenzell Innerrhoden, Valais, Obwalden 

 

Was ist ein Elementarschaden, was ein Wasserschaden?

Elementarschaden-Versicherung: Weltweit einmaliges System 

Vom Begriff her ist ein Elementarereignis eine unberechenbare Naturgewalt, die mit unwiderstehlicher, plötzlicher Kraft über Menschen und Sachen hereinbricht. Für ein solches Ereignis kann man niemanden verantwortlich machen.

In der Schweiz sind Elementarschäden – durch Sturm, Hagel, Lawinen, Schneedruck, Felssturz, Erdrutsch, Steinschlag, Überschwemmung und Hochwasser – zwingend mit einer Feuerversicherung verbunden. Weil nahezu alle Häuser und Sachen gegen Feuer versichert werden, integrierten die Versicherungen einen automatischen Versicherungsschutz gegen Elementarschäden. Aufgrund dieser «erzwungenen» Solidarität können die regional sehr unterschiedlich auftretenden Elementargefahren zu einem angemessenen und einheitlichen Preis versichert werden. Das Risiko wird auf mehr Versicherte verteilt. Dieses weltweit einmalige System bewährt sich. Ohne diese Solidarität liesse sich beispielsweise die Lawinengefahr in einer Bergregion kaum mehr versichern. 

Wasserschaden: Wasser ist nicht gleich Wasser

Versicherungstechnisch entscheidend bei Hochwasser oder Überschwemmung ist, ob es sich um einen Elementarschaden oder um einen Wasserschaden handelt. Diese Frage hat in der Vergangenheit zwischen den Versicherern oft zu Differenzen über die Zuständigkeit geführt — eine äusserst unangenehme Situation für alle, die unmittelbar von einem Schaden betroffen waren. Seit einigen Jahren regelt ein Abkommen, welche Versicherung wann für das Gebäude oder das Mobiliar und Einrichtungen zuständig ist. In der Regel gilt:

  • Wasserschäden: die privaten Versicherungsgesellschaften 
  • Elementarschäden an Gebäuden: meist die kantonalen Gebäudeversicherungen;
    Mobiliar und Einrichtungen sind hingegen in der Regel durch die privaten Versicherungen gedeckt.

Es kommt also darauf an, woher das Wasser kommt.

Schadenmeldung am besten online

Bei grossen Unwettern raten wir, Schäden online zu melden. Wie es danach weitergeht, wird je nach Situation entschieden: Nicht mehr fahrbare Autos werden zur Beurteilung auf einen Sammelplatz verschoben. Grössere Gebäude- und Sachschäden besichtigt ein Schadenexperte vor Ort. Viele Schäden erledigen unsere Mitarbeitenden «vom Tisch aus». Je klarer der Fall aufgrund der Dokumentation – Auflistung und Fotos –, desto schneller ist er erledigt. 

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