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Tausch-Challenge: Der Traum vom barrierefreien Hotel

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Die sehbehinderte Luana Maione hat eine Vision: ein Hotel zu eröffnen. Aber nicht einfach irgendein Hotel, sondern eines speziell für Menschen mit Handicap. Damit dieser Traum Wirklichkeit wird, geht die St. Gallerin einen ungewöhnlichen Weg.

Wer eine Idee, aber kein Geld zu deren Umsetzung hat, sucht sich Investoren. Oder startet eine Tausch-Challenge, so wie die 35-jährige Luana Maione. Auf ihrer Website bietet sie zunächst einen Mixer zum Tausch an. Der Gegenstand, den sie dafür erhält, soll wertvoller sein als der Mixer. Und dann wird so lange getauscht, bis Luana die Schlüssel zu ihrem Hotel in den Händen hält. Ein kühner Plan, der aufhorchen lässt. Wie aber kommt es zu dieser verrückten Aktion – und wer ist eigentlich Luana? 

Einsame Kindheit zwischen Spital und Internat

Luana wird mit einer Augenkrankheit geboren: Sie leidet unter dem Grünen Star, auch Glaukom genannt. Der zu hohe Augeninnendruck droht ihren Sehnerv zu zerstören. Als 4-monatiges Baby wird sie zum ersten Mal operiert, im Laufe der Jahre folgen weitere 250 Eingriffe. So verbringt Luana die meiste Zeit in Spitälern sowie in einem Internat für Sehbehinderte. Freundschaften aufzubauen ist unter diesen Umständen fast unmöglich. Früh erfährt Luana, wie es ist, anders, allein, ausgeschlossen zu sein. Hinzu kommt das schreckliche Gefühl, zur Last zu fallen. 

Es war schwer, aber ich hatte Power.

Luana Maione

Und doch gibt es sie: die Menschen, die Luana ermutigen. Zum Beispiel ihre Grossmutter in Italien. Als 5-Jährige verbringt Luana ein ganzes Jahr bei ihr – sie erinnert sich an eine fast unbeschwerte Zeit. «Meine Grossmutter verurteilte mich nie. Bei ihr konnte ich mich selbst sein und über alles reden.» Später findet Luana in der Leiterin des Internats eine weitere wichtige Bezugsperson: «Auch sie interessierte sich für mich und meine Sorgen. Anfangs irritierte mich das, aber mit der Zeit konnte ich ihre Unterstützung annehmen.» Die Wochenenden verbringt Luana meist bei einer Tante, zu der sie ebenfalls ein sehr gutes Verhältnis pflegt.

Sehen – um jeden Preis

Als Luana ins Jugendalter kommt, verschlechtert sich ihre Sehkraft weiter. Doch sie kämpft wie eine Löwin um ihr Augenlicht. Der noch verbleibende Rest ihres Sehvermögens bedeutet ihr so viel, dass sie all die Medikamente und Operationen dafür in Kauf nimmt. Das ist für ihr Umfeld nicht immer leicht zu verstehen. Mehr und mehr wird die junge Frau zur Einzelgängerin. «Es war schwer, aber ich hatte Power», so Luana.

Ganz weit unten

Mit 24 geht es Luana Maione gesundheitlich schlechter denn je. Zu ihren Augenproblemen kommen schwere Nebenwirkungen durch Medikamente. Eines Abends spürt sie plötzlich ihre rechte Körperhälfte nicht mehr. Sie ist auf Hilfe angewiesen und muss nun auch eine IV-Rente annehmen, was ihr sehr schwerfällt. Wenig später wird Luana schwanger. Der Alltag mit Baby stellt sie vor immense Herausforderungen. Wie wickelt oder badet man einen Säugling, wenn man kaum etwas sieht? Die junge Mutter muss alles selbst herausfinden. Gut eineinhalb Jahre später kommt der zweite Sohn zur Welt. Luana, inzwischen alleinerziehend, muss nach wie vor oft zum Arzt oder auf den Notfall, weil ihre Augen sich entzünden. «Ich war total am Ende, hatte null Energie. Es ging einfach nur ums Überleben. Trotzdem wusste ich: Irgendwie schaffe ich das.» In ihrer Verzweiflung klappert Luana Vereine und Stiftungen ab und stösst schliesslich auf Pro Infirmis und das Rote Kreuz. Hier findet sie endlich Unterstützung. Nach und nach entspannt sich ihre Situation ein wenig.

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    Zum Verein «Luana hilft»

    Der gemeinnützige Verein fördert die volle Teilhabe von Menschen mit Handicap in allen Lebensbereichen. Dazu gehören Sport für Menschen mit Handicap sowie eine Initiative für integrative Arbeitsplätze im Ausland. Luana Maione und ihr Partner Samuel Künzle setzen sich auch persönlich dafür ein, dass grosse und kleine individuelle Wünsche erfüllt werden.

    Mehr über «Luana hilft»

Endlich Boden unter den Füssen

Für Luana Maione wendet sich einiges zum Guten. Genau im richtigen Moment lernt sie Samuel, einen flüchtigen Bekannten, näher kennen. «Ich war lange Zeit nicht an ihm interessiert, aber er liess einfach nicht locker. Er war für mich da, als ich keine Kraft mehr hatte. Dafür bin ich ihm unendlich dankbar.» Inzwischen hat Luana in ihrem Partner Samuel Künzle einen festen Halt gefunden. Auch ihre beiden Söhne geben ihr viel. «Sie haben mir eine neue Art Leben gezeigt. Die Liebe zu meinen Kindern wurde zu meiner grössten Kraftquelle und Inspiration.»

Menschen mit Beeinträchtigungen sollen genauso Ferien machen, sich entspannen und Sport treiben können wie alle anderen.

Luana Maione

Heute kann Luana ihren Alltag geniessen: «Ein verständnisvoller Partner, Kinder, ein Haus, Katze und Hund – ich habe ein richtiges Zuhause.» Das mag banal klingen, doch für Luana ist es nach unzähligen Krisen und Rückschlägen wie ein Wunder, dass sie all das tatsächlich erreicht hat. In ihrer Rolle als Mutter und Hausfrau blüht sie auf. Sie wird geliebt und gebraucht. Auch gesundheitlich geht es ihr besser denn je, da sich der Augeninnendruck ein Stück weit normalisiert hat. 

Mehr Möglichkeiten für Beeinträchtigte

Schmerzlich ist für Luana, dass sie keinen Beruf ausüben kann. «Ich will unbedingt etwas bewegen. Wenn ich schon nicht arbeite, dann möchte ich sonst etwas Sinnvolles tun.» Deshalb hat sie gemeinsam mit ihrem Partner Samuel den Verein «Luana hilft» gegründet. Ihr grosses Anliegen: mehr Möglichkeiten für Menschen mit Beeinträchtigungen. «Sie sollen zum Beispiel genauso Ferien machen, sich entspannen und Sport treiben können wie alle anderen. Es gibt heute viele grossartige Technologien, die aber einfach noch zu wenig verbreitet sind», so Luana.

Tauschen bis zum barrierefreien Hotel

Während Luana sich den Kopf zerbricht, wie sie ihrer Vision eines barrierefreien Hotels näher kommen könnte, stösst sie beim Fernsehen auf einen Beitrag über Tausch-Challenges in den USA – schon ist die Idee zum eigenen Tauschduell geboren. Und Luana Maione, die überhaupt nicht gern im Mittelpunkt steht, wagt den Schritt in die Öffentlichkeit. Man darf gespannt sein, wohin die Reise geht! Für Luana steht fest: «Was auch passiert, für alles gibt es einen Grund. Und es gibt immer Lösungen. Meine Kinder sollen zu ihren Kindern einmal sagen können: Weisst du, Nonna hat es auch geschafft …»

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