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Verkehrsregeln im Ausland: Welche Bussen erwarten Sie?

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Die Strassenverkehrsgesetze in anderen Ländern Europas sind teilweise sogar strenger als in der Schweiz. So kann zum Beispiel in Italien ab einem Promillewert von 1,5 ‰ das Auto zwangsversteigert werden. Verfehlungen im Ausland können auch in der Schweiz Folgen haben, denn unser Gesetzgeber will vermeiden, dass ausländische Fahrverbote wirkungslos verpuffen.

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    Cyril Senn

    Cyril Senn ist Jurist bei der AXA-ARAG und begeistert sich für alle Themen rund um das Straf- und Verkehrsrecht. Er informiert Sie über Änderungen im Verkehrsgesetz und liefert Fakten und Präventionstipps zum Strassenverkehr.

Soll ich Verkehrsbussen aus dem Ausland bezahlen oder kann ich sie ignorieren?

Bussen von ausländischen Behörden sollten Sie unbedingt bezahlen. Wenn Sie nicht bezahlen, müssen Sie, sofern Sie in der Schweiz wohnen, mit gravierenden Massnahmen rechnen. Zum Beispiel mit einem Eintrag ins Fahndungssystem des Landes, in dem das Vergehen begangen wurde, mit einer Einreiseverweigerung oder hohen Mahngebühren.

Hat das Nichtbezahlen Auswirkungen auf meinen nächsten Besuch in diesem Land?

Je nach Land kann es bei Ihrem nächsten Besuch zu Problemen kommen, wenn Sie von der Polizei oder an der Grenze kontrolliert werden. Möglicherweise wird Ihr Fahrzeug bis zur Bezahlung der Busse beschlagnahmt. Auch eine ein- oder mehrtägige Haft ist möglich.

Muss ich Bussen von privaten ausländischen Firmen zahlen?

Im einigen Ländern beauftragen Gemeinden private Firmen mit der Einforderung von Parkbussen wegen Vergehen auf öffentlichem Grund. So zum Beispiel in Italien in den Städten Florenz und Mailand. Diese Bussen gelten als privatrechtliche Forderungen und können deshalb von Schweizer Inkassobüros eingetrieben werden.

Ich habe eine Busse aus Italien erhalten, die mir etwas merkwürdig vorkommt. Was kann ich tun?

Wenn Sie an der Echtheit der Busse zweifeln, sollten Sie sich an die offizielle Adresse der betreffenden ausländischen Polizei wenden. Oder – je nach Absender – an die entsprechende Gemeinde, Stadtverwaltung oder an die beauftragte private Institution.

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    Verkehrsregeln in der Schweiz

    Was ist auf unseren Strassen erlaubt, was ist verboten? Erfahren Sie in unserem Blogbeitrag Antworten auf viele wichtige Fragen zum Strassenverkehr in der Schweiz.

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Mit diesen Konsequenzen müssen Sie rechnen, wenn Sie Bussen aus dem Ausland nicht bezahlen:

Italien. Bussen aus Italien sollten fristgerecht bezahlt werden, sonst fallen sehr hohe Mahngebühren an. Gegen eine Busse kann nur schriftlich und in Italienisch Einspruch erhoben werden.

Frankreich. Die Schweiz und Frankreich haben ein Abkommen und leisten sich gegenseitige Vollstreckungshilfe bei Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz wie das Überschreiten der zulässigen Parkzeit oder der Höchstgeschwindigkeit: In diesen Fällen treiben Schweizer Behörden französische Bussen ein und umgekehrt. Daten werden mit Hilfe des European Car and Driving License Information System (Eucaris) ausgetauscht, das alle Fahrzeughalterinnen und -halter in Europa registriert.

Deutschland. Zwischen Deutschland und der Schweiz besteht ein Polizeivertrag, der die Gesetzgebung des Strassenverkehrs umfasst. Auf Ersuchen werden Daten über das Fahrzeug sowie zur Fahrzeughalterin bzw. zum Fahrzeughalter ausgetauscht – unabhängig von der Höhe der Busse.

Österreich und Fürstentum Liechtenstein. Beide Staaten verfolgen die Eintreibung von Bussen, da sie mit der Schweiz ein Abkommen abgeschlossen haben.

Niederlande. Wer Verkehrsbussen aus den Niederlanden ignoriert, muss mit Mahngebühren und einem Eintrag in die niederländische Fahndungsliste rechnen. Die Niederlande und die Schweiz arbeiten bei der Ermittlung von Fahrzeughalterinnen und -haltern aus dem jeweiligen Land eng zusammen.

(Quelle: Bundesamt für Polizei fedpol)

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Verkehrsregeln kennen

Grundsätzlich gilt: Informieren Sie sich über die Verkehrsregeln Ihrer Reisedestination. Es versteht sich von selbst, dass man weder unter dem Einfluss von Alkohol noch von Betäubungsmitteln irgendwo Auto fahren sollte. Hier eine Liste der häufigsten Fällemit denen unsere Kunden im Ausland immer wieder konfrontiert werden.

Deutschland

Halten Sie auch in Deutschland die Höchstgeschwindigkeit ein. Die Autobahnen sind nicht überall «offen». Ebenfalls werden in Deutschland oft Abstandsmessungen vorgenommen. Und: Auch für Ausländerinnen und Ausländer gibt es Punkte in Flensburg. 

In Deutschland zu schnell gefahren? In unserem Artikel auf MyRight erfahren Sie mehr. 

England

In London gibt es eine «Low Emission Zone», die von gewissen Dieselfahrzeugen, insbesondere älteren Wohnmobilennur kostenpflichtig durchfahren werden darf. Entrichtet man diese Gebühr nicht, werden Bussen von GBP 500 bis 1'000 fällig. 

Frankreich

Halten Sie die Höchstgeschwindigkeit ein. Die Bussen sind hoch und die Polizisten haben ab 40 km/h Tempoexzess auf der Autobahn die Befugnis, den Fahrausweis auf der Stelle abzunehmen. Dieser wird an die Schweizer Behörde geschickt. Es folgt ein Verfahren in der Schweiz.

Italien

Ausländische Fahrzeuge können an Ort und Stelle beschlagnahmt werden, wenn man eine Busse nicht bezahlen kann. Wir raten daher: Halten Sie sich unbedingt an die Vorschriften. Heben Sie sämtliche Quittungen der Autobahnmautstellen auf. Die Mautstellen funktionieren oft nicht richtig und es kann vorkommen, dass man – obwohl man bezahlt hat – noch Jahre später Post von Inkassobüros erhält, weil die Forderungen der Autobahnbetreiberin erst nach 10 Jahren verjähren.

Auch im Weinland Italien gilt: nicht in angetrunkenem Zustand Auto fahren. Die Konsequenzen sind um ein Vielfaches härter als in der Schweiz. Zu beachten sind zudem innerorts Strassen, auf denen nur Anwohner oder der ÖV fahren dürfen. Oft übersieht man als Reisende oder Reisender das entsprechende Schild und es folgt eine saftige Busse.

Kroatien

Bezahlen Sie stets Parkgebühren und heben Sie die Quittungen auf. Ansonsten droht Post von kroatischen Anwaltskanzleien oder auch Inkassobüros. Die Forderungen verjähren in der Regel innerhalb von 5 Jahren.

Österreich

Informieren Sie sich über die Autobahnmaut in Österreich. Diese kann im Internet digital gelöst werden. Fährt man ohne Vignette, wird zunächst eine Ersatzforderung von EUR 120 gestellt; bei Nichtbezahlung droht eine Busse von EUR 300 bis 3000. Das Vorliegen der Vignette wird digital mit Kameras und dem Nummernschild automatisch geprüft.

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