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Unterwegs

«Wenn der Wille stark genug ist, kann man extreme Leistungen vollbringen»

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Carla Jaggi hat sich einen Traum erfüllt und ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht: Als Bergführerin erkundet sie die Schweizer Alpen und neues Terrain weltweit. Woher sie ihre Motivation und ihr Selbstvertrauen nimmt, verrät die 27-Jährige im Interview.

Carla, du bist im Saanenland aufgewachsen. Hast du die Berge schon als kleines Kind geliebt?

Oh ja! Ich stand bereits mit drei Jahren auf den Skiern und ging mit meinen Eltern auf Klettertouren. Am Wandern hatte ich anfangs noch nicht so den Plausch, das kam erst später – dafür dann umso heftiger (lacht).

Wann hast du dich entschieden, die Ausbildung zur Bergführerin zu machen? 

Mit 15 habe ich mich für eine Lehre als Kauffrau in einem Notariatsbüro entschieden. Ich habe jedoch recht schnell gemerkt, dass ein Bürojob auf längere Sicht nichts für mich ist. Nach der Ausbildung war ich lange in Südamerika unterwegs. Als ich vom Reisen die «Nase voll» hatte, beschloss ich, Bergführerin zu werden. Ich war damals 19 Jahre alt, habe mich systematisch auf diese schwierige Ausbildung vorbereitet – und sie dann mit 23 begonnen. 

Gab es einen Moment während der Ausbildung, an dem du ans Limit kamst – oder gar ans Aufgeben dachtest? 

Ja, den gab es. Einmal wurde ich während eines Moduls krank. Ich hatte eine üble Magenverstimmung und konnte während fünf Tagen nichts mehr essen. Das war hart für meinen Körper. Dass ich nicht aufgegeben habe, verdanke ich nur meinem Kopf. Ich habe mir immer wieder gesagt: Du schaffst das! Wenn der Wille stark genug ist, kann man extreme Leistungen vollbringen. Ausserdem haben mich die Freude an der Bergwelt, meine Klassenkameraden und Lehrer zum Weitermachen motiviert. 

Du bist eine der wenigen Bergführerinnen in der Schweiz – eine Pionierin. Wie reagieren die Menschen auf dich? 

Wenn ich mich gegenüber Gästen oder neuen Bekannten als «Bergführerin» vorstelle, reagieren die meisten überrascht, aber positiv. Die Überraschung kann ich ihnen nicht verdenken: Ich stelle mir einen Bergführer auch älter und vor allem bärtig vor (lacht). Doch da Bergführer in der Schweiz ein geschützter Beruf mit eidgenössischem Fachausweis ist, wissen die meisten, dass ich genau dieselbe Ausbildung absolviert habe wie meine Kollegen.  

«In schwierigen Momenten halte ich kurz inne und erinnere mich, wo ich stehe, was ich bereits alles gelernt habe und dass ich mir das alles selbst erarbeitet habe. Das gibt mir Selbstvertrauen.»

Carla Jaggi, Bergführerin

Warum gibt es kaum Bergführerinnen der Schweiz? Ist das in anderen Ländern anders? 

Keineswegs! In den umliegenden Ländern wie Deutschland, Frankreich oder Italien sieht es mit dem Frauenanteil in diesem Beruf in etwa ähnlich aus wie in der Schweiz. Ich denke, das rührt daher, dass es ein physisch anspruchsvoller Job ist und Frauen auch viel später als «Bergsportler» anerkannt wurden als Männer. Im Schweizer Alpen-Club wurden Frauen erst 1980 als vollwertige Mitglieder akzeptiert. Das sah bei der Bergführerausbildung übrigens nicht anders aus: Dort hiess es, dass nur militärpflichtige Personen zum Bergführer ausgebildet werden – was Frauen lange ausschloss.

Was müsste sich verändern, damit mehr Frauen diesen Beruf ergreifen? 

Ich denke, die Grundsteine für mehr Frauen in der Ausbildung zur Bergführerin sind gelegt. Der Beruf ist und bleibt anspruchsvoll und ich würde es nicht richtig finden, wenn für Frauen leichtere Prüfungsbedingungen herrschen würden als für Männer. Schlussendlich müssen auch die Bergführerinnen den gleichen Job wie die Männer machen. Es ist in erster Linie eine Frage der Akzeptanz in den Köpfen der Menschen, ob eine Frau als Bergführerin arbeiten kann. 

Woher nimmst du deine Motivation und deine Leidenschaft für diesen Job?

Meine Leidenschaft für diesen Beruf kommt vor allem von meiner Freude an den Bergen und an den Menschen. Bei meinen Touren geht es weniger um den Namen oder die Schwierigkeit eines Gipfels, sondern darum, was wir als Gruppe an diesem Tag erleben. Ich habe eine Riesenfreude daran, mit Gästen ihre persönlichen Grenzen auszuloten, Herausforderungen zu bestehen und gute Gespräche zu führen. Für mich ist es ein unglaublich schönes Gefühl, am Ende einer anstrengenden Saison sagen zu können: Ja, ich habe den richtigen Beruf gewählt!

Das neue Markenversprechen der AXA ist «Know you can»: Wer an sich glaubt, kommt weiter. Inwiefern passt diese Aussage zu dir und zu deinem Werdegang? 

Auch mich überkommen manchmal Zweifel, ob ich einer Herausforderung gewachsen bin. Ich trage ja eine grosse Verantwortung gegenüber meinen Gästen. In diesen Momenten halte ich dann kurz inne und erinnere mich, wo ich stehe, was ich bereits alles gelernt habe und dass ich mir das alles selbst erarbeitet habe. Das gibt mir Selbstvertrauen. So kann ich mit klarem Kopf an eine schwierige Aufgabe herangehen.

Mehr über Carla Jaggi erfahren Sie auf ihrem Instagram-Profil und ihrer Website.

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