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Bei Alpnach ist Individualität die Norm

Bild: Herbert Zimmermann
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Digitalisierung und Automatisierung sind allgegenwärtig, die Kundenwünsche hingegen immer anspruchsvoller und individueller. Wie ein Unternehmen die beiden gegensätzlich scheinenden Trends erfolgreich vereinen kann, zeigt die Alpnach Norm-Schrankelemente AG.

Der Hauptsitz der Alpnach Norm ist idyllisch gelegen – inmitten von Stanserhorn und Pilatus, zwischen Vierwaldstättersee und Sarnersee. Fast fühlt man sich zum Gedanken verleitet, dass hier die Zeit etwas stehen geblieben ist, es neben der Landwirtschaft und dem Tourismus kaum Arbeitsplätze gibt und die ansässigen Unternehmen mit den Herausforderungen der heutigen Zeit zu kämpfen haben.

Voller Terminkalender

Zu kämpfen hat Brigitte Breisacher höchstens mit ihrem vollen Terminkalender. Die Unternehmensleiterin der Alpnach Norm-Schrankelemente AG und der Alpnach Küchen AG eilt von Termin zu Termin. Gerade waren die Verkaufsleiter aus der ganzen Schweiz am Hauptsitz in Alpnach und tauschten sich mit der Chefin aus. Brigitte Breisacher spricht schnell, sie ist in ihrem Element, man spürt die Leidenschaft für ihr Unternehmen. Zwar habe sie grossen Respekt vor dem Wandel, der Geschwindigkeit und der wirtschaftlichen Entwicklung; von Zukunftsängsten, verpassten Chancen oder dem Lamentieren über die Digitalisierung aber keine Spur.

Den gleichen Optimismus hat wohl ihr Vater Theo mitgebracht, als er 1954 mit 100 D-Mark in die Schweiz kam. In Wilen im Kanton Obwalden heuerte er als Schreiner an und lernte in der Möbelfabrik Georg Läubli die rationelle Fertigung von Möbelteilen kennen. Bald zieht es ihn ins Zürcher Oberland, wo er 1960 eine Schreinerei übernehmen kann. In der Schweiz setzt der Bauboom ein, Breisacher produziert kilometerweise Schränke, Simse und Sturzbretter für Hochhäuser in Schwamendingen und erkennt dafür die Vorteile der normierten Produktion. 1966 schliesslich zieht es ihn zurück in die Innerschweiz, wo er in Alpnach die heutige Firma gründet. Auch hier setzt der junge Unternehmer von Anfang an auf Normen in der Produktion von Einbauschränken, woraus der heutige Name Alpnach Norm entsteht.

Von der Norm zum Unikat

Wie der Markenname verrät, produzierte das Unternehmen ursprünglich normierte Schränke. Heute sind die Produkte individuell nach Mass gefertigt: «Unsere Produktion ist ausgelegt für Einzelanfertigungen sowie für grosse Serienproduktionen», verrät Brigitte Breisacher. «Die Holz-Spanplatten werden mehrheitlich von der Swisskrono geliefert und auf computergesteuerten Maschinen bearbeitet, doch mittlerweile ist fast jedes Möbelstück ein Unikat.» 

«Das Holz wird zwar in grossen Produktionsstrassen bearbeitet, doch mittlerweile ist fast jedes Möbelstück ein Unikat.»

Brigitte Breisacher, CEO Alpnach Norm

Rund 40 Prozent der Kunden sind Eigenheimbesitzer, die einen individuellen Schrank möchten. Dieser habe sich in den letzten Jahren vom Stauraum immer mehr auch zum Schmuckstück oder gar zum Kunstobjekt entwickelt, so Breisacher. Unzählige Oberflächendekore zeugen von den verschiedenen Vorstellungen der Kunden. «Diese Ansprüche sind in den letzten Jahren gestiegen», erklärt die Unternehmensleiterin. «Die Kunden informieren sich vorgängig und haben eine klare Vorstellung, wie das Möbelstück aussehen soll. Gemeinsam mit unseren Beraterinnen und Beratern entwickeln sie dann den Schrank, der ideal in das Haus oder die Wohnung passt und die Anforderungen an Stauraum, Optik, Haptik und Material erfüllt.» 

«Wir können fast jeden Kundenwunsch erfüllen, müssen dafür aber nicht unsere Produktion anpassen.»

Brigitte Breisacher, CEO Alpnach Norm

Auch die übrigen 60 Prozent – Generalunternehmungen und Architekten, die Mehrfamilienhäuser realisieren – wollen immer individuellere Produkte. «Während mein Vater in Schwamendingen noch unzählige gleichartige Wohnungen ausstatten konnte, variieren die Grundrisse heute fast von Wohnung zu Wohnung.» So werden oft für jede Wohnung individuelle Einbauschränke angefertigt.

Individuelle Produkte gefragt

Passt dann der Name Alpnach Norm noch? «Absolut», ist Brigitte Breisacher überzeugt. «Individualität ist unsere Norm. Bei uns ist nicht mehr das Produkt, sondern der Prozess standardisiert.» Dieser Prozess macht einen wichtigen Anteil am Erfolg der Firma aus. An grossen Produktionsstrassen und Maschinen werden die Holzplatten von Schreinern – alles Fachleute, die meisten aus dem Kanton Obwalden – zugeschnitten und bearbeitet. Hier ist Millimeterarbeit gefragt, denn die Schränke werden danach in den Räumen massgenau eingebaut. Die Schreiner arbeiten dafür mit modernsten Computerprogrammen, mit denen sie die Maschinen steuern können. Die Arbeit ist anspruchsvoll, Alpnach Norm darum als Arbeitgeber attraktiv. Rund 35’000 Schränke entstehen so Jahr für Jahr, jeder wird von eigenen Schreinermonteuren eingebaut. So muss man für einen Alpnach-Norm-Schrank mit Kosten zwischen 3000 und 10’000 Franken rechnen, je nach Grösse, Material und Inhalt. «Es handelt sich dabei um ein Qualitätsprodukt aus Schweizer Holz mit einer langen Lebensdauer», rechtfertigt Brigitte Breisacher den Preis. «Unsere Schränke überdauern oft Generationen und verschiedene Hausbesitzer.»

«In den letzten Jahren wurde vermehrt wieder nach Langlebigkeit, Qualität und Nachhaltigkeit gefragt.»

Brigitte Breisacher, CEO Alpnach Norm

Mit der Unternehmensentwicklung vom «Kilometerschreiner» hin zur Anfertigung von individuellen Einbauschränken in einem standardisierten Prozess hat die Firma Alpnach Norm ihr Segment gefunden. «In den letzten Jahren wurde vermehrt wieder nach Langlebigkeit, Qualität und Nachhaltigkeit gefragt», resümiert Breisacher. «Dies hat uns und unserer Ausrichtung sicher geholfen.» Doch den Hauptgrund für den Erfolg sieht die Unternehmerin im persönlichen Kundenkontakt, im qualitativ hochwertigen und individuellen Produkt und in der standardisierten Fertigung. «Wir können fast jeden Kundenwunsch erfüllen, müssen dafür aber nicht unsere Produktion anpassen», fasst Breisacher stolz ihren Unternehmenserfolg zusammen. Ein Erfolg, der sich an der Zahl der Mitarbeitenden ablesen lässt: Arbeiteten bei ihrem Eintritt in die Firma 1987 noch 50 Personen bei Alpnach Norm, waren es bei der Übernahme der Unternehmensleitung 2008 bereits 160 (inkl. Küchenproduktion) und nur zehn Jahre später bereits 180 Mitarbeitende.

Im Alpnacher Unternehmen konnten also die Herausforderungen dieser Zeit als Chancen genutzt werden. So bleibt Brigitte Breisachers Agenda weiterhin voll, und sie muss bereits los zum nächsten Termin.

 

Originaltext erschienen in Meine Firma, dem KMU-Kundenmagazin der AXA.

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Die Firma

Theo Breisacher kam 1954 praktisch mittellos in die Schweiz, arbeitete als gelernter Schreiner in Wilen OW. Vor über 50 Jahren, Ende 1966, gründete er die Möbelfabrik Alpnach AG. Später entsteht daraus die Alpnach Norm, weil sie hauptsächlich normierte Einbauschränke produziert. Mit der Zeit entwickelt sich das Unternehmen immer mehr zum Spezialisten für Einbauschränke aller Art. Heute werden diese individuell nach Kundenwünschen angefertigt. 2008 übernimmt Brigitte Breisacher, die 1987 in die Firma ihres Vaters eingetreten ist, das Unternehmen und gründet eine Holding. Dazu gehören neben der Alpnach Norm-Schrankelemente AG auch die Alpnach Küchen AG in Strengelbach und die Zurag AG in Ebikon.

www.alpnachnorm.ch

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