Sicherheit und Recht

Einbruch in Serie

Bild: Daniel Ammann
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Professionelle Einbrecher suchten Ernst Gählers Denner-Satellit-Laden in Sirnach gleich mehrmals heim. Gerade zur Weihnachtszeit haben die Langfinger Hochsaison.

Fünfmal wurde in den letzten sechs Jahren in Ernst Gählers Denner-Satellit-Filiale in Sirnach eingebrochen. Fünfmal kam ein Grossteil des gesamten Zigarettenbestandes im Gesamtwert von jeweils rund 30’000 Franken weg. «Dabei sind wir in einem ehemaligen Bankgebäude mit dicken Mauern eingemietet, das wir erst noch gut gesichert haben, mit Gittern, Stahltüren, Verstrebungen und so weiter», sagt der selbständige Detaillist noch immer ungläubig.

Das gut gesicherte ehemalige Bankgebäude war auch der Grund, weshalb Ernst Gähler nach jedem Einbruch dachte, er müsse lediglich noch diese letzte Schwachstelle beheben, um einbruchsicher zu werden – doch Fehlanzeige. Auch das nächste Mal schafften es die Langfinger wieder, in den Laden zu gelangen – mal über den Lüftungsschacht, dann den Hintereingang, den Vordereingang und wieder über den Lüftungsschacht, trotz aller Hindernisse. «Wir hinkten immer einen Schritt hinterher. Das waren Vollprofis», ist der Detaillist überzeugt. So vermutet er, dass die Diebe bei einem der Einbrüche die Schrauben eines Gitters lösten und damit bereits den nächsten Coup vorbereiteten. Nach dem letzten Einbruch hatte der 60-Jährige genug – er liess eine Alarmanlage installieren, investierte dafür die nötigen rund 20’000 Franken. Seither hat er Ruhe.

Risiko Ferienzeit

Wie Ernst Gählers Denner-Satellit-Laden geht es im Jahr rund 10’000 Unternehmen in der Schweiz, dazu kommen 20’000 Privathaushalte, in welche Diebe jährlich einsteigen. Während die Diebe bei Privaten bevorzugt in den Wintermonaten einsteigen, lässt sich bei Einbrüchen in Unternehmen kein saisonaler Trend erkennen; die Gefahr ist in allen Monaten etwa gleich gross. Einzig in der Weihnachtszeit gibt es sowohl bei Privaten wie auch bei Unternehmen einen klaren Ausschlag nach oben – Langfinger nutzen die Ferienzeit, wenn niemand da ist, gnadenlos aus. 

Am liebsten klauen Diebe Bargeld oder Sachen, die sich rasch verscherbeln lassen. «In Privathaushalten besteht das Diebesgut meist aus Bargeld, teurem Schmuck und wertvollen Uhren», weiss AXA-Schaden-inspektorin Brigitte Lanz. In Unternehmen gehen Diebe häufig sehr gezielt vor und klauen das, was dort vorhanden ist und rasch zu Geld gemacht werden kann. Bei Baufirmen wird so vielfach Werkzeug entwendet, bei einem Uhrenhersteller die wertvollen Uhrwerke, in einem Softwareunternehmen Computer und Bildschirme – und in Kiosken, Tankstellenshops oder eben kleinen Läden kommen die Zigaretten oder Alkoholika weg.

Der grösste Schaden entsteht aber häufig gar nicht durch die entwendeten Gegenstände – sondern durch Schäden an Gebäuden und Innenausstattung. Denn um schnell an wertvolle Gegenstände zu kommen, gehen die Diebe mit Gebäude und Mobiliar alles andere als zimperlich um.

Kleine Beute, grosser Schaden

Davon weiss auch Brigitte Lanz aus ihrem Alltag zu berichten. «In einem Schadenfall, den ich betreute, brachen Diebe in das Bürogebäude eines Unternehmens ein, fanden jedoch lediglich 500 Franken in der Kaffeekasse. Wohl aus Wut über die geringe Beute schnappten sie sich zwei Pulverlöscher und gingen damit einmal quer durch die Büros. Sie besprühten Computer, Stühle, Tische, Boden, Deckenlampen, alles. Der Schaden belief sich auf etwa 80’000 Franken. Bei einer Beute von 500 Franken», sagt sie verständnislos angesichts dieses sinnlosen Vandalismus.

Bei Ernst Gählers Denner-Satellit-Filiale hielt sich der Sachschaden zum Glück in Grenzen. Auch psychisch sind er und sein Team über die Einbruchserie glücklicherweise gut hinweggekommen. Im Rückblick ist für ihn eines aber klar: «Im Nachhinein würde ich von Anfang an eine Alarmanlage installieren. Nur dann kannst du ruhig schlafen.»


Originaltext erschienen in «Meine Firma», dem KMU-Kundennmagazin der AXA. 

 

 

Türen und Fenster gehören abgeschlossen

Robert Loser*, wie kann man sich als Unternehmen vor Einbrechern schützen?

Grundsätzlich gilt es abzuwägen, welcher Schutz im eigenen Unternehmen angemessen ist in Bezug auf den Wert der Waren und deren Diebstahlgefährdung. Dann kann man einerseits das Gebäude sichern, beispielsweise sollten Türen und Fenster einbruchshemmend verstärkt sein. Je nachdem ist auch eine Alarmanlage sinnvoll. Ganz am Anfang steht jedoch das persönliche Verhalten: Unter anderem gehören Türen und Fenster abgeschlossen. Es geht schliesslich darum, den Einbruch zu verlangsamen. Denn je mehr Zeit ein Dieb aufwenden muss, desto grösser ist sein Risiko, entdeckt zu werden – und so lässt er sein Vorhaben unter Umständen fallen. Andererseits sollte man ganz generell nicht zu viele Wertgegenstände im Unternehmen lagern. Unternehmen mit hohem Bargeldumschlag beispielsweise sollten Geld jeden Tag zur Bank bringen. Und noch ein Tipp: Kantonale und städtische Polizeikorps verfügen über Fachleute, welche Sicherheitsberatungen durch-
führen.

Wie bewahre ich Geldwerte und teure Gegenstände im Unternehmen am besten auf?

Um Wertsachen zuverlässig zu schützen, müssen diese in einem Tresor weggeschlossen werden. Aber nicht jeder im Handel erhältliche Tresor bringt auch wirklich etwas, viele sind leicht zu knacken. Es empfiehlt sich, vor dem Kauf mit dem Versicherer Rücksprache zu nehmen, denn je nachdem gibt es bestimmte Auflagen, welche der Tresor erfüllen muss, damit die Werte nach einem Einbruch auch versichert sind. Tresore weisen unterschiedliche Schutzklassen auf, und da gilt es, die richtige Wahl zu treffen. Weiter sollten diese auch fest im Mauerwerk verankert und an einem geeigneten Ort platziert werden, damit sie nicht einfach abtransportiert werden können. Bei vielen Wertsachen in einem Ladenlokal, beispielsweise in einem Juweliergeschäft, ist ohnehin ein umfassendes Sicherheitskonzept nötig, das gemeinsam mit einer Fachperson der AXA entwickelt wird.

Was tue ich, wenn ich einen Einbrecher auf frischer Tat ertappe?

Auf keinen Fall sollten Sie versuchen, den Dieb aufzuhalten oder den Helden zu spielen. Sie wissen nicht, welche Gewaltbereitschaft die Täterschaft an den Tag legt. Ziehen Sie sich zurück und verständigen Sie unverzüglich die Polizei. Wenn es gefahrlos möglich ist, merken Sie sich das Aussehen der Person, die Automarke oder das Nummernschild.

 

*Robert Loser leitet das Center of Competence Schaden Sach bei der AXA.

 

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