Gründung und Innovation

«Man ist nie zu alt für die Selbstständigkeit»

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Im Durchschnitt kauft eine Person in der Schweiz 60 Kleidungsstücke pro Jahr – mehr als eines pro Woche. Davon hängen 40 % ungetragen in den Schränken. Bei Outdoorbekleidung dürfte der Anteil noch höher sein. Viel zu oft verstaubt fast neues und einwandfreies Outdoorequipment in der Ecke. Isa Schindler hat das Problem erkannt und will «diese Outdoorkleider aus den Schränken der Leute holen, um sie anderen zugänglich zu machen». 

Die passionierte Bergsportlerin setzt ihre Idee in die Tat um und eröffnet im Mai 2020 2nd Peak, den ersten Secondhandstore ausschliesslich für Outdoorbekleidung und -ausrüstung. Ihre eigene Chefin zu sein, Neues auszuprobieren, keine Kompromisse einzugehen – ohne lange Entscheidungswege: Davon träumt die ehemalige Marketing- und Projektmanagerin schon länger. Unzufriedenheit im Job und der Drang nach einer Veränderung sind ausschlaggebend für den Schritt in die Selbstständigkeit: «Ich wollte in den letzten Jahren meiner Erwerbstätigkeit etwas Sinnvolles machen und einen Mehrwert für die Gesellschaft erbringen.» 

Mut zur Selbstständigkeit

Mit einer grossen Portion Mut und Selbstüberwindung bricht sie die alten Zelte ab und startet ihr Herzensprojekt, einen Secondhandladen für Outdoorbekleidung. Isa gründet ihre GmbH am 20. Februar 2020, den ersten Mietvertrag für ein Ladenlokal unterschreibt sie am 11. März – eine Woche später kommt der Lockdown. «Ich dachte: Isa, jetzt hast du den grössten Fehler deines Lebens gemacht», erinnert sich die 55-jährige an die Anfangsphase ihrer Selbstständigkeit zurück. Der Zeitpunkt einer Ladengründung ist ungünstig, die Coronakrise ist auch für erfahrene Player im Detailhandel eine Herausforderung.

Isa Schindler schaut sich das Sortiment von 2nd Peak an.

Isa Schindler in ihrem Secondhandladen im Kreis 4 in Zürich

1 Jahr 2nd Peak – 1 Jahr gebrauchte Kleidung gerettet

Im Februar 2021 feiert 2nd Peak den ersten Geburtstag. Die Quereinsteigerin blickt auf ein turbulentes Jahr zurück – nicht nur wegen Corona. Während der ersten zwölf Monate gab es immer wieder Rückschläge und Phasen des Zweifels. Der Glaube an ihre Idee überwiegt jedoch. Vor allem ihre Kundinnen und Kunden bestärken Isa jeden Tags aufs Neue: «Das positive Feedback über Social Media, bei Ladenbesuchen und in der Öffentlichkeit geben mir jeden Tag Mut und Hoffnung, an meine Idee zu glauben.» 

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Coronakrise bestimmt den Alltag

Während des ersten Lockdowns nutzt Isa Schindler die Zeit, um vor allem in ihrem Bekanntenkreis Waren für die Eröffnung zu beschaffen und den Laden auszubauen. «Ich fuhr fast in der ganzen Schweiz zu den Leuten nach Hause, sie stellten Kleidersäcke vor der Haustüre bereit – so vermied man direkten Kontakt», erzählt die Zürcherin. Obwohl ihr die Erfahrungswerte fehlen, ist die erfahrene Projektmanagerin bemüht, die Situation vorausschauend einzuschätzen und frühzeitig auf Veränderungen zu reagieren. Zusammen mit ihrem Team baut sie im Oktober einen Onlineshop auf, um für einen weiteren Lockdown gerüstet zu sein. Sie behält recht: Im Januar muss sie ihren Laden schliessen. Von da an verkauft sie gebrauchte Kleidung und Ausrüstung online. «Das half uns, über die Runden zu kommen. Aber die Schliessung war nicht nur finanziell, sondern auch mental bitter», gibt Isa zu. Sie ist nun umso glücklicher, dass die Leute wieder in den Laden kommen können, um von günstiger und nachhaltiger Kleidung für Outdooraktivitäten zu profitieren.

«Ich habe noch nie einen schöneren Job gehabt. Das Lob der Kundinnen und Kunden, die täglich meinen Laden betreten, gibt mir Kraft, weiter an meine Idee zu glauben.»

Isa Schindler, Gründerin 2nd Peak

Zufrieden mit der Entwicklung

Ein Jahr nach der Gründung ist Isa zufrieden mit der Entwicklung ihres Outdoorladens: «Es ist viel Arbeit, jedoch fühlt es sich nicht als solche an. Ich bin weiterhin mit vollem Herzblut dabei. Als Geschäftsführerin mache ich zurzeit noch fast alles selber: HR, Marketing, Administration, Finanzen, Einkauf, Verkauf und Business Development. Hilfe habe ich im Storemanagement und im Verkauf mit grossartigen Beraterinnen und Beratern, die aus dem Detailhandel oder dem Sportbereich kommen.» 

Isa Schindler macht aus alten Kletterseilen Fussmatten.

Weiterverwendung: Aus alten Kletterseilen entstehen trendige Fussmatten

Erster Secondhandladen für gebrauchte Outdoorkleidung

Das Konzept von 2nd Peak ist simpel: Besitzerinnen und Besitzer von Sportbekleidung kommen in den Laden. Gemeinsam mit Mitarbeitenden von 2nd Peak begutachten sie die mitgebrachten Kleidungsstücke. Dabei werden Sauberkeit, Unversehrtheit, Alter und Funktion bewertet. Anhand dieser Kriterien wird ein Preis festgelegt, der maximal 50 % des Neupreises beträgt. Die Verkäuferinnen und Verkäufer erhalten ihren Anteil, ein Drittel des Verkaufspreises von 2nd Peak, sofort in bar auf die Hand. So entsteht fast täglich ein neues, einzigartiges Sortiment, das für Kundinnen und Kunden von 2nd Peak Schätze beherbergt. Viele Kleider, die im Secondhandladen in Zürich verfügbar sind, wurden lediglich ein- bis zweimal getragen. «Es ist schön, wie grosszügig die Menschen sind», beschreibt die Initiantin ihre Kundinnen und Kunden, die die ungenützten Kleider an andere weitergeben. 

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    Isa Schindler, Gründerin 2nd Peak

    Isa Schindler kommt ursprünglich aus dem Sport- und Sportmanagementbereich. Nach diversen Stationen im Sport, Marketing, der Projektleitung und Produktentwicklung hat sich die 55-jährige passionierte Bergsportlerin den Traum von der Selbstständigkeit im Bereich Bergsport und Nachhaltigkeit verwirklicht. 2020 gewinnt sie den Award für den «Sustainable Outdoor Store of the Year».

    zu 2nd Peak

Immer neue Ideen

Die Macherin ist reich an neuen Ideen und bringt diese immer wieder ins Geschäft ein. Neben dem Onlineshop bietet 2nd Peak neu auch einen Mietservice für Bekleidung an. Isa erhofft sich von diesem Service, dass weniger Fehlkäufe getätigt werden. Das Produkt kann über eine gewisse Mietdauer ausprobiert und getestet werden, gefällt es der Kundin oder dem Kunden, kann man es unter Anrechnung des Mietpreises kaufen.

«Man ist nie zu alt, um eine gute Idee zu haben und die nötige Energie aufzubringen, um sie umsetzten», ist die 55-Jährige fest überzeugt.

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