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Bauversicherung für eine Seeleitung

Bild: rawkingphoto.ch
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Eine Leitung in den Genfersee zu verlegen, ist kein Kinderspiel. Vor allem dann nicht, wenn sie mehr als einen Kilometer lang ist. 

Um die Mittagszeit trifft das 1,2 Kilometer lange Rohr in Lausanne ein. Wie eine endlose Schlange schwebt es schwerelos auf der glitzernden Seeoberfl äche. Das kräftigste Schubboot auf dem Genfersee hat die Leitung mit 50 Zentimetern Durchmesser vom Kanal in Noville am östlichen Ende des Genfersees hierher gezogen. In Noville wurde die Leitung zusammengeschweisst und alle paar Meter mit einer Betonmanschette versehen. Diese sollen die Leitung im Auftrag der Alpiq InTec in Vidy bis zu 70 Meter tief am Seegrund halten. Von dort wird die Seewasserleitung künftig Wasser ansaugen, mit dem ein neues Gebäude am Ufer beheizt oder gekühlt wird. 

Über den halben Genfersee schwebt die Leitung ihrem Bestimmungsort Lausanne entgegen.

Er beobachtet heute mit beteiligten Geschäftspartnern und interessierten Fachpersonen von einem Schiff aus den Ablauf der Arbeiten. «Wenn aber irgend etwas passiert, so bin ich der Verantwortliche und werde sofort informiert», fügt er an. Etwas nervös ist er schon. Schliesslich geht es um einen Millionenbetrag, wenn etwas schief laufen würde. Etwa ein anderes Boot, das in die Leitung fährt, oder eine reissende Schweissnaht, durch die Wasser eindringt und die Leitung absinken lassen würde.

Stefan Vogt beobachtet die Arbeiten, allzeit bereit, um im Notfall einzuspringen.

Die Zusammenarbeit ist eingespielt

Die ganze Belegschaft der TSM Perrottet ist heute auf dem See. «Jeder hat seinen Verantwortungsbereich. Nur Hand in Hand ist eine solche Arbeit zu erledigen. Sie ausführen zu dürfen, ist für das ganze Team eine tolle Motivation», beurteilt Vogt den Einsatz. Den schwersten Job haben die Taucher. Einer von ihnen muss die Leitung rund 50 Meter vom Ufer entfernt mit einem fünf Meter unter der Wasseroberfläche liegenden Stutzen verbinden. Es gilt also das eine Ende der Leitung möglichst präzise zum Stutzen zu positionieren und die beiden Teile mit Schrauben zu verbinden. Der Taucher muss sich unter Wasser auf seinen Tastsinn verlassen, denn der aufgewirbelte Schlamm verhindert die ohnehin schon trübe Sicht.Ein zweiter Taucher hält sich in voller Montur bereit, falls er dem arbeitenden Taucher zu Hilfe eilen müsste. Denn die Phase der Annäherung der Leitung an den Stutzen ist die heikelste. Die tonnenschwere Leitung muss noch beweglich sein, um sie richtig zu positionieren, ist aber im Wasser sehr träge und ändert ihre Richtung nur zögerlich. Gerät ein Fuss oder eine Hand zwischen Leitung und Stutzen oder Spundwand, so reicht menschliche Kraft nicht aus, die Bewegung der Leitung aufzuhalten. Heute kommt der zweite Taucher dank der professionellen Arbeit unter Wasser nicht zum Einsatz. Ein dritter Taucher bleibt über Wasser, reicht dem Taucher unter Wasser die Werkzeuge und übernimmt für ihn die Luftregelung, damit sich dieser voll auf die Arbeit konzentrieren kann. «Das braucht volles Vertrauen zwischen den Teammitgliedern. Es ist überlebenswichtig, dass sich jeder richtig verhält», sagt Vogt. Für jeden Einsatz gibt es ein Sicherheitskonzept. Ausserdem seien die Regeln sehr streng, meint Vogt. Er selbst taucht nicht. «Ich schwimme, segle und wünschte mir als Wasserratte immer, von meinem Hobby leben zu können. Mit meinem jetzigen Job kann ich das», schmunzelt er.

Ein heikler Moment: Der Wind greift die Leitung an, die millimetergenau mit dem Anschlussstutzen verbunden werden muss.

Einmal abgesunken, ist die Leitung unbeweglich

Eine brenzlige Situation gibt es kurz bevor das landseitige Ende der Leitung optimal zum Stutzen ausgerichtet ist. Schuld daran trägt der aufkommende Wind, der die Leitung auf der gesamten Länge angreift und zur Seite drückt. Doch die Befestigung am Stutzen gelingt und die Seewasserleitung kann wieder gerade gezogen werden. Nun geht es darum, die Leitung langsam mit Wasser zu füllen und kontrolliert auf den Seegrund abzusenken. Auch dies eine heikle Situation, denn fliesst das Wasser zu schnell oder unregelmässig in die Leitung, so sinkt sie am falschen Ort ab und ist aufgrund des Gewichts nicht mehr zu bewegen. Spät abends liegt die Seewasserleitung am Seeboden, völlig intakt und haargenau auf den vorher definierten GPS-Koordinaten. Müde, aber zufrieden macht sich das Team der TSM Perrottet auf den Heimweg. 

 

Bauwesenversicherung nach Mass

Unvorhergesehene und plötzliche Ereignisse, die während der Bauarbeiten zu Sachschäden an der Leitung führen, sind mit einer Bauwesenversicherung gedeckt. In speziellen Situationen wie beispielsweise der Lage auf dem respektive im Genfersee wird eine solche Versicherung mit besonderen Bedingungen nach Mass ergänzt.

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