Unterwegs

Welche Auswirkungen hat das Coronavirus auf Reisen und Freizeit?

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Der Lockdown wird schrittweise gelockert. Doch noch immer gelten Einreisestopps und die meisten Flüge werden annulliert. Auch viele Fitness- und Yogastudios, Schwimmbäder und Hotels haben nach wie vor geschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen. Wer übernimmt in diesen Fällen die Kosten für geplante Reisen oder laufende Verträge?

Die Expertinnen und Experten der AXA-ARAG haben Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Reisen und Freizeit während der Coronakrise. 

Meine Reise nach Italien wurde wegen des Einreisestopps annulliert. Was sind meine Rechte?

Ihnen steht ein Anspruch auf Rückerstattung oder eine Umbuchung zu, wenn die Fluggesellschaft oder das Reisebüro den Flug aufgrund des Einreiseverbots annulliert. Dies gilt jedoch nicht, wenn Sie den Flug selbst stornieren. 

Einen Anspruch auf Schadenersatz gegenüber der Airline oder dem Reiseanbieter haben Sie nicht. Das Einreiseverbot ist durch höhere Gewalt begründet und hätte nicht verhindert werden können. Dasselbe gilt auch für Anbieter von Veranstaltungen oder Autovermietungen am Zielort. Diese können sich auf die Annullationsbestimmungen des Vertrags berufen. Das Kostenrisiko bei einer berhördlich angeordneten Einreisesperre tragen Sie als Reisende oder Reisender. 

Ich kann nicht wie geplant auf die Kanaren reisen. Wegen der Ausbreitung des Coronavirus musste das Hotel meine Reservation stornieren. Bekomme ich die Anzahlung, die ich schon vor Monaten geleistet habe, zurück?

Ja. Das Hotel muss den Vertrag auflösen und Ihnen den bereits erhaltenen Betrag zurückerstatten. Verträge können aber auch anders ausgelegt werden. Daher empfehlen wir Ihnen, mit dem Hotel eine Lösung zu suchen. So könnten Sie z. B. Ihren Aufenthalt verschieben oder eine Gutschrift erhalten.

Was bedeutet das Einreiseverbot der USA für meinen geplanten Flug? Bekomme ich mein Geld zurück?

Seit dem 13. März 2020 gilt für Menschen aus Europa ein Einreisestopp in die USA – die zunächst genannte Frist von 30 Tagen wurde auf unbestimmte Zeit verlängert. Dieses Einreiseverbot betrifft auch Personen, die sich 14 Tage vor der geplanten Einreise in die USA in Europa aufgehalten haben. 

Wird Ihr Flug aufgrund behördlicher Anordnung annulliert, kann die Airline Ihre Leistung nicht mehr erfüllen, sprich den Flug nicht ausführen. Um in diesem Fall Ihren Anspruch auf Rückerstattung des Flugtickets oder auf eine Umbuchung geltend zu machen, melden Sie sich am besten direkt bei der Fluggessellschaft – oder bei Ihrem Reisebüro oder Ihrer Reiseversicherung. Ihre Chancen auf Rückvergütung stehen in diesem Fall gut.

Und wenn die Airline Flüge in andere Länder annulliert? 

Wenn Flüge gestrichen werden, obwohl keine behördliche Anordnung vorliegt, empfehlen wir Ihnen, sich direkt an Ihre Fluggesellschaft, an Ihr Reisebüro, an Ihre Reiseversicherung oder an Ihr Fluggastrechtportal zu wenden, um Ihren möglichen Anspruch auf Rückerstattung des Ticketpreises oder auf Umbuchung zu prüfen und geltend zu machen. 

Ich hatte eine Pauschalreise in die USA gebucht, die aufgrund des Einreiseverbots annulliert wurde. Was sind meine Rechte aus dem Reisevertrag?

Eine Pauschalreise umfasst die im Voraus festgelegte Kombination von mindestens zwei der folgenden Services: Transport, Unterbringung und andere touristische Dienstleistungen. Diese Services müssen zu einem Gesamtpreis angeboten werden, länger als 24 Stunden dauern oder mindestens eine Übernachtung einschliessen. 

Haben Sie Ihre Pauschalreise in der Schweiz gebucht, so ist sie im Pauschalreisegesetz (PRG) geregelt. Sie haben in diesem Fall folgende Optionen: 

  1. Teilnahme an einer anderen gleichwertigen oder höherwertigen Pauschalreise, falls die Veranstalterin oder der Vermittler eine solche Reise anbieten kann
  2. Teilnahme an einer anderen, weniger teuren Pauschalreise und Rückerstattung des Preisunterschieds
  3.  Rückerstattung aller von Ihnen bezahlten Beträge

Falls unklar ist, ob Ihre Reise durchgeführt wird, empfehlen wir Ihnen, direkt den Reiseveranstalter oder den Fluganbieter zu kontaktieren. Viele Airlines wie z. B. die Swiss haben spezielle Hotlines eingerichtet. Wichtig: Wenn Sie den Flug selbst stornieren, verlieren Sie Ihre Ansprüche.

Aufgrund der nationalen Notlage wurde ein Konzert abgesagt. Wer kommt für die Kosten meiner Tickets auf? 

Wurde Ihr Konzert aufgrund einer Anweisung des Bundesamts für Gesundheit oder einer anderen Behörde abgesagt, muss die Veranstalterin oder der Veranstalter die Ticketkosten grundsätzlich nicht zurückerstatten. Meist stehen in den AVB der Veranstalter Klauseln, welche Rechte und Pflichten im Fall einer Epidemie gelten. 

Entscheidet die Veranstalterin oder der Veranstalter jedoch selbst –  ohne behördliche Anweisung –, dass die Veranstaltung nicht durchgeführt werden soll, muss sie oder er den Eintrittspreis zurückerstatten. Möchten Sie aus persönlichen Gründen, z. B. aus Angst vor Ansteckung, nicht an der Veranstaltung teilnehmen, können Sie den Kaufpreis nicht zurückfordern. 

Unter ticketcorner.ch/campaign/covid-19/ erfahren Sie, welche Events abgesagt wurden und ob die Veranstalterin oder der Veranstalter die Ticketpreise rückerstattet. 

Um an das Konzert zu kommen, habe ich Zugbillets und eine Hotelübernachtung gebucht. Wie sieht es hier mit der Rückerstattung aus?

Die Rückerstattung Ihrer Kosten für die Buchung von Hotels, ÖV oder auch Mietwagen stehen rechtlich nicht im Zusammenhang mit der Annulation des Konzerts. Hier tragen Sie als Kundin oder Kunde die Preisgefahr: Sie müssen für diese Kosten selbst aufkommen, sofern Ihnen das Hotel oder die öffentlichen Verkehrsmittel nicht entgegenkommen, indem sie z. B. einen Ersatztermin oder eine Gutschrift anbieten – oder Ihnen sogar den Kaufpreis ganz zurückerstatten. 

Wir empfehlen Ihnen, die Annullationsbestimmungen gut zu lesen. Viele Hotels bieten bis 24 Stunden vor Eintreffen kostenlose Stornomöglichkeiten oder sogenannte Cancellation Fees an. Prüfen Sie auch die Vertragsbestimmungen Ihrer Reise- oder Reiseannullationsversicherung, falls Sie eine solche Versicherung abgeschlossen haben.

Mein Fitnessstudio musste wegen der Coronakrise schliessen. Was passiert nun mit meinem Jahresabo?

Manche Fitnessstudios haben in ihren AGB geregelt, was bei einer behördlichen Schliessung gilt. Sollte das bei Ihrem Vertrag nicht so sein, empfehlen wir Ihnen sich bei Ihrem Fitnessstudio zu melden und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen.

Grundsätzlich gilt: Kann das Fitnessstudio keine Leistung erbringen, müssen Sie für diesen Zeitraum auch nicht bezahlen und können dafür z.B. eine pro-rata-Rückzahlung beantragen. Angesichts der aktuellen Lage sollte jedoch eine für beide Parteien zufriedenstellende Lösung gefunden werden.  Viele Studios bieten in dieser Krisensituation bereits eigene Lösungen an und stellen auch kreative Online-Angebote zur Verfügung, um weiterhin für ihre Kundinnen und Kunden da zu sein.  Wer solche Angebote nutzt und auf eine pro-rata-Rückzahlung oder eine Kündigung des Abo’s verzichtet, trägt unter Umständen dazu bei, sein Lieblings-Fitnesscenter vor dem wirtschaftlichen Ruin zu bewahren.

Ich habe für meine Tochter Ballettstunden gebucht, die nun nicht stattfinden können. Erhalte ich die bereits bezahlten Gebühren zurück?

Rein rechtlich gilt: Wenn die Ballettlehrerin oder der Ballettlehrer Ihres Kindes Lektionen absagt oder wegen behördlicher Anweisungen dazu gezwungen ist, muss sie oder er die geleistete Zahlung rückerstatten – sofern im Vertrag keine anderen Regeln vorgesehen sind.

Doch gerade die Existenz kleinerer Tanzschulen, Fitnessstudios oder auch Kulturbetriebe ist aufgrund der Coronakrise stark gefährdet. Daher bezahlen derzeit viele Kundinnen und Kunden, die es sich leisten können, die Beiträge aus Solidarität weiter oder beziehen die bereits bezahlten Stunden zu einem späteren Zeitpunkt. Auch hier empfehlen wir, eine gemeinsame Lösung zu finden.

Der Schwimmclub meines Sohnes bietet kein Training mehr an, ich habe aber schon fürs ganze Jahr bezahlt. Wer kommt für die Kosten auf?

Trainings in Schwimm-, Turn- oder Fussballvereinen können derzeit wegen des Coronavirus nicht mehr stattfinden. Sie müssen davon ausgehen, dass der Schwimmclub die Mitgliederbeiträge nicht rückerstatten muss.

Ein Verein ist kein gewinnorientiertes Unternehmen. Der Vereinsbeitrag ist nicht an eine bestimmte Leistung geknüpft, es sei denn, es wäre in den Vereinsstatuten festgehalten. Daher können Sie auch nicht einfach die Beträge aussetzen, wenn gewisse Leistungen seitens des Vereins für eine bestimmte Zeitdauer ausfallen.

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Darf ich Auto oder Motorrad fahren, wenn ich am Coronavirus erkrankt bin?

Grundsätzlich gilt: Sie müssen Ihr Fahrzeug so beherrschen, dass Sie Ihren Vorsichtspflichten nachkommen können. Darunter versteht man eine physische und psychische Gesamtleistungsfähigkeit, die neben dem Autofahren auch eine Leistungsreserve umfasst, die einem in schwierigen Verkehrssituationen ein adäquates Reagieren ermöglicht – z. B. wenn ein Hund auf die Strasse rennt. Sprich: Sie müssen fahrfähig sein. 

Die Fahrfähigkeit kann einerseits durch Betäubungsmittel, andererseits aber auch aus medizinischen Gründen reduziert sein. Nach den vom Bundesamt für Gesundheit zur Verfügung gestellten Informationen, sind die häufigsten Symptome des Coronavirus Fieber, Husten und Atembeschwerden. Diese können unterschiedlich stark ausfallen. Jede Autofahrerin und jeder Autofahrer muss selbst einschätzen, ob sie oder er vor Fahrtbeginn fahrfähig ist. Bei hohem Fieber oder Schwindel wird ausdrücklich davon abgeraten Auto zu fahren. Setzen Sie sich dennoch ans Steuer und verursachen schlimmstenfalls einen Verkehrsunfall, müssen Sie mit einer Freiheits- oder Geldstrafe rechnen und – ohne Vorbelastung – mit einem dreimonatigen Ausweisentzug.

Detaillierte und stets aktuelle Informationen zu den Massnahmen im Strassenverkehr bezüglich COVID-19 finden Sie beim Bundesamt für Strassen (ASTRA).

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