Mitarbeiter und Vorsorge

Faire Lösung für alle Generationen

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Die Schweiz blickt einer regelrechten Pensionierungswelle entgegen. Die Querfinanzierung der Altersrenten zulasten der jüngeren Generationen in der beruflichen Vorsorge dürfte dadurch weiter zunehmen. Gerade jetzt zeigen sich die Stärken von teilautonomen BVG-Lösungen.

In den nächsten 10 bis 15 Jahren werden so viele Menschen in der Schweiz pensioniert wie nie zuvor. Rund eine Million Schweizerinnen und Schweizer werden im kommenden Jahrzehnt das Rentenalter erreichen. Dann nämlich kommen zahlreiche Baby-boomer, also Personen der geburtenstarken Jahrgänge bis 1964, ins Rentenalter. Die Zahl der Pensionierten nimmt weiter stetig zu, wodurch sich das Verhältnis von Berufstätigen und Pensionierten innerhalb der Pensionskassen weiter verschlechtern wird. Zusammen mit der gestiegenen Lebenserwartung und den anhaltend tiefen Zinsen wird dies zahlreiche Pensionskassen in den nächsten Jahren vor zusätzliche Herausforderungen stellen. 

Rentenproblematik verschärft sich

Umso mehr, als die heute geltenden Parameter zur Berechnung der Altersrenten auf zu optimistischen Grundlagen beruhen. Dies trifft insbesondere auf den gesetzlich festgelegten BVG-Umwandlungssatz zu, der nach heutiger Berechnungsgrundlage zu hoch ist. Bei der Einführung der beruflichen Vorsorge war die Lebenserwartung noch deutlich tiefer, die Zinsen wesentlich besser und der Anteil der Berufstätigen im Vergleich zu den Rentnern deutlich höher. Einmal gesprochene Altersrenten bleiben zudem während ihrer ganzen Laufzeit unverändert, da die Rentnerinnen und Rentner von einer Besitzstandsgarantie profitieren. Die Pensionskassen müssen die Altersrenten somit aus dem angesparten Vorsorgevermögen der Rentner sowie den Zinserträgen finanzieren, die sie erwirtschaften. Unter den heutigen Rahmenbedingungen wird dies jedoch zunehmend schwieriger. Reicht das verfügbare Geld nicht mehr aus, müssen Pensionskassen andere Wege finden, um die laufenden Renten zu finanzieren.

Sie müssen entweder deutlich mehr Rendite erwirtschaften können oder aber die Leistungen für zukünftige Generationen verringern und zusätzliches Geld abzwacken, das eigentlich den Berufstätigen zustünde. Mit der anstehenden Pensionierung der Babyboomer wird sich dieser Umstand weiter verschärfen. 

Milliarden werden umverteilt

Schon heute werden in der Schweiz jedes Jahr Milliardenbeträge in der beruflichen Vorsorge von den Jüngeren zur älteren Generation umverteilt, indem die erwirtschafteten Zinserträge nicht oder nur teilweise auf dem Konto der berufstätigen Sparerinnen und Sparer landen und stattdessen zur Finanzierung von bestehenden und neuen Altersrenten verwendet werden. Gemäss der Oberaufsichtskommission (OAK) betrug die Umverteilung in der beruflichen Vorsorge allein im Jahr 2019 mehr als 7 Milliarden Franken. Dieses Geld wird später den heute Berufstätigen fehlen, wenn sie dereinst selber in Rente gehen.

Besonders stark wirkt sich dieses Ungleichgewicht in der Vollversicherung aus, die umfassende Garantien gewährt und im Unterschied zu anderen BVG-Lösungen nicht nur die Risiken Tod und Invalidität, sondern auch das Anlagerisiko trägt. Denn Lebensversicherer, die Vollversicherungen anbieten, müssen die gesamten Rentenverpflichtungen inklusive Mindestverzinsung jederzeit mit Kapital decken und die entsprechenden Anlagen mit zusätzlichem Risikokapital unterlegen. Dies zwingt Vollversicherer zu einer zurückhaltenden Anlagestrategie, weshalb sie einen Grossteil ihrer Anlagen in Obligationen investieren. Angesichts der anhaltend tiefen Zinsen werfen diese jedoch kaum mehr eine Rendite ab. Die Ertragschancen der Vollversicherer sind dadurch deutlich geringer als jene von autonomen Pensionskassen oder teilautonomen Sammelstiftungen, die wesentlich freier sind in der Ausgestaltung ihrer Anlagestrategie.

Für Versicherte in der Vollversicherung bedeutet dies, dass vom erwirtschafteten Ertrag anteilsmässig mehr Kapital für die Finanzierung der laufenden Altersrenten verwendet werden muss und die systemfremde Quersubventionierung der Altersrenten durch die Jüngeren weiter zunimmt. Vollversicherer müssen ihre Leistungsversprechen an ihre zukünftigen Rentnerinnen und Rentner kürzen. Dies tun sie, indem sie sowohl die Verzinsung der aktiven Versicherten als auch die Umwandlungssätze für zukünftige Renten stetig senken. Gleichzeitig verbleiben die Prämien, welche aktive Versicherte und Arbeitgeber für ihre Vorsorgelösung zu zahlen haben, unverändert. Vollversicherungskunden bezahlen unter diesen Rahmenbedingungen für immer weniger Leistung einen immer höheren Preis.

Bye-bye Rente?

Die Verlierer sind die Berufstätigen. Denn für die Höhe der zukünftigen Rente sind gerade diese beiden Parameter zentral, also die Verzinsung der Altersguthaben und der Umwandlungssatz. So macht es bezüglich Verzinsung einen grossen Unterschied, ob das Altersguthaben mit einem Prozent verzinst wird, wie dem in der Vollversicherung üblicherweise angewendeten BVG-Mindestzins, oder mit zwei Prozent, wie es in der Teilautonomie möglich ist. Bei einer doppelt so hohen Verzinsung führt der Zinseszinseffekt im Verlaufe eines Arbeitslebens bis zur Pensionierung zu einer bis zu 20 Prozent höheren Altersrente. Für den Einzelnen macht alleine der Zinseffekt mehrere Hundert Franken mehr Rente pro Monat aus.

Hinzu kommen die Effekte aus der Höhe des Umwandlungssatzes. Dieser ist entscheidend dafür, wie viel Rente man im Alter aufgrund des angesparten Altersguthabens erhält. Im Obligatorium ist der Umwandlungssatz gesetzlich festgelegt und beträgt nach wie vor 6,8 Prozent. Das bedeutet, dass pro 100’000 Franken Alterskapital eine jährliche Rente von 6800 Franken ausbezahlt wird. Im Überobligatorium ist der Umwandlungssatz gesetzlich nicht geregelt, das heisst, hier können die Vorsorgeeinrichtungen selber den aus ihrer Sicht korrekten Prozentsatz festlegen. Im Überobligatorium liegt er daher oftmals deutlich tiefer als die 6,8 Prozent im Obligatorium. Gerade in der Vollversicherung ist seit Jahren eine Reduktion dieser Umwandlungssätze zu beobachten.

Bis zu 30 Prozent mehr Altersrente

Weil teilautonome Lösungen in ihrer Anlagestrategie deutlich freier und flexibler sind, können sie gerade auch im aktuellen Tiefzinsumfeld langfristig deutlich bessere Ertragschancen zugunsten der Versicherten erzielen.  Dadurch können sie die Altersguthaben ihrer aktiven Versicherten höher verzinsen, und die überobligatorischen Umwandlungssätze länger stabil halten als Vollversicherungen. Dank der höheren Verzinsung mitsamt positivem Zinseszinseffekt und stabileren Umwandlungssätzen haben die Versicherten im Vergleich zur Vollversicherung die Aussicht auf eine bis zu 30 Prozent höhere Rente im Alter. Die Schere zwischen den Leistungen einer Vollversicherung und jenen einer teilautonomen BVG-Lösung geht damit zunehmend weiter auf.

 

 

Originaltext erschienen in Meine Firma, dem KMU-Kundenmagazin der AXA.

 

«Teilautonome Lösungen sind nachhaltig rentabler»

Interview mit Constance Reschke, Leiterin Berufliche Vorsorge der AXA Schweiz.

Die AXA fokussiert seit Anfang 2019 ganz auf teilautonome Pensionskassenlösungen. Welche Bilanz ziehen Sie heute?

Unsere neuen teilautonomen Sammelstiftungen haben sich in den letzten zwei Jahren sehr gut entwickelt und auch das herausfordernde Corona-Jahr problemlos gemeistert. Trotz starker Börsenschwankungen im Jahr 2020 konnten sie den Versicherten erneut eine hohe Verzinsung der Altersguthaben gewähren, die deutlich über dem BVG-Mindestzinssatz liegt.

Wie steht es um den Deckungsgrad nach dem turbulenten Corona-Jahr?

Ende 2020 lag der durchschnittliche Deckungsgrad bei rund 110 Prozent. Die langfristig ausgerichtete und gut ausbalancierte Anlagestrategie zahlt sich aus. Die Sammelstiftungen verfügen zudem über eine solide finanzielle und strukturelle Ausgangslage. Sie sind mit Zusatzreserven in der Höhe von 3 Milliarden Franken und einem hohen Deckungsgrad in die Teilautonomie gestartet und konnten 2019 ihre Schwankungsreserven sogar ausbauen. Dadurch können sie Marktschwankungen über die Zeit ausgleichen.

Wie hat sich das Neugeschäft entwickelt?

Die Nachfrage im Markt ist gross, denn die guten Konditionen unserer teilautonomen Sammelstiftungen sprechen für sich. Nachdem sich bereits zum Zeitpunkt der Transformation neun von zehn bestehenden Kunden für den Wechsel in die Teilautonomie entschieden hatten, legten unsere Sammelstiftungen in den vergangenen zwei Jahren auch im Neugeschäft wieder deutlich zu. Per 2020 verdreifachte sich das Neugeschäft. Das ist ein historischer Höchstwert.

Wie wollen Sie das Geschäft in Zukunft weiterentwickeln?

Eine gute Pensionskassenlösung ist als Differenzierungsmerkmal auf dem Arbeits- und Fachkräftemarkt immer wichtiger. Wir entwickeln daher auch neue Services und Angebote, die über die klassischen Vorsorge- und Versicherungslösungen hinausgehen, wie etwa im Bereich der Mitarbeitergesundheit und -motivation. Seit kurzem bieten wir beispielsweise mit Swibeco eine innovative Lösung für Personalnebenleistungen an, die Firmenkunden für ihre Mitarbeitenden nutzen können, um so ihre Attraktivität als Arbeitgeberin oder Arbeitgeber zu stärken.

→ axa.ch/swibeco 

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