Mitarbeiter und Vorsorge

«Wir blicken optimistisch in die Zukunft»

Bild: AXA/Marco Vara
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2019 hat die AXA ihr BVG-Geschäft von der Vollversicherung auf teilautonome Lösungen umgestellt – das brachte auch für das Asset Management grosse Veränderungen mit sich. Im Interview sagt Daniel Gussmann, Chief Investment Officer der AXA, was sich für ihn und sein Team verändert hat und wie sie mit der aktuellen Finanzmarktsituation umgehen. 

Daniel Gussmann, was hat der Wechsel von der Vollversicherung auf teilautonome Lösungen für Sie und Ihr Team im Asset Management bedeutet? 

Wir haben innerhalb von 12 Monaten Anlagen in der Höhe von 30 Milliarden Franken komplett umstrukturiert. Das war intensiv, aber auch sehr spannend. Teilautonome Lösungen sind deutlich freier in der Anlagestrategie, da sie nicht an das enge, regulatorische Korsett der Vollversicherung gebunden sind. Das eröffnet uns ganz neue Möglichkeiten, langfristige Ertragschancen für die Versicherten wahrzunehmen. So konnten wir auch den Aktienanteil deutlich erhöhen – also jene Anlageklasse, die langfristig gesehen am meisten Rendite verspricht. Neben der Restrukturierung der Kundenportfolios haben wir auch unsere Prozesse und die Organisation angepasst. Zum Beispiel haben wir ein neues Team, das sich ausschliesslich um die Kundenbetreuung kümmert. 

Was gab den Anstoss dafür?

Früher waren wir eher im Hintergrund tätig, denn in der Vollversicherung trug ja die AXA sämtliche Anlagerisiken. In der teilautonomen Welt liegen diese bei den Sammelstiftungen, daher ist es viel wichtiger, dass sie wissen, wem sie ihr Vertrauen schenken. 

Wie ist das erste Jahr nach der Transformation verlaufen? 

2019 war ein sehr erfolgreiches Jahr. Dank der Neuausrichtung unserer Sammelstiftungen profitierten die Versicherten für 2019 von einer deutlich über dem Markt liegenden Verzinsung der Altersguthaben, nämlich durchschnittlich 3,5 Prozent, was weit über dem liegt, was mit der Vollversicherung möglich gewesen wäre.  

2019 war ein starkes Börsenjahr. 2020 sieht die Welt anders aus, die Märkte sind volatil. Welche Auswirkungen hat dies auf die Vorsorgegelder Ihrer Versicherten? 

Schwankungen an den Kapitalmärkten und insbesondere an den Aktienmärkten kommen in regelmässigen Abständen vor. Wir verfolgen eine risikobewusste Anlagestrategie mit einer hohen Diversifikation. Das wirkt sich stabilisierend auf die Performance und den Deckungsgrad aus. Die Rechnung muss langfristig aufgehen, und unsere Portfolios wie auch die Sammelstiftungen an sich sind bestens für die Zukunft gerüstet, um solche Schwankungen abzufedern. Insofern schauen wir optimistisch in die Zukunft. 

«Unsere Portfolios sind bestens für die Zukunft gerüstet»

Wie gehen Sie mit Herausforderungen wie der aktuellen Situation konkret um?

Wir adjustieren die Positionierung unserer Portfolios in Zusammenarbeit mit unseren externen Anlagepartnern im Wochenrhythmus, bei Bedarf auch auf Tages-Basis. So stellen wir sicher, dass unsere Kundenportfolios stets bestmöglich positioniert und an sich verändernde Marktgegebenheiten angepasst sind. An unserer langfristig ausgerichteten, risikobewussten Anlagephilosophie halten wir fest und führen Neugewichtungen in den Kundenportfolios sehr gezielt und umsichtig durch.

Die langfristige Anlagestrategie unserer teilautonomen Sammelstiftungen legt der jeweilige Stiftungsrat fest. Als Vermögensverwalterin beraten wir sie dabei und setzen die Investitionen innerhalb der gesetzten Leitplanken um, natürlich immer mit dem Ziel, langfristig nachhaltige Anlageerträge zugunsten der Versicherten erzielen. Eine sorgfältig hergeleitete Anlagestrategie, wie wir sie mit unseren Sammelstiftungskunden vereinbart haben, basiert dabei immer auf der Beurteilung der Risikofähigkeit einer Vorsorgeeinrichtung sowie den langfristigen Chancen und Risiken an den Finanzmärkten. Das bedeutet, dass die langfristige Strategie auch in volatilen Zeiten ihre Gültigkeit behält. 

«Als Versicherer sind wir seit jeher mit der Aufgabe betraut, die Prämien- und Vorsorgegelder sicher und gewinnbringend anzulegen»

Was zeichnet das Asset Management der AXA besonders aus?

Wir verwalten die Vorsorgegelder von über 40’000 Unternehmen in der Schweiz. Aufgrund unserer «Versicherungswurzeln» sind wir seit jeher mit der Aufgabe betraut, die Prämien- und Vorsorgegelder unserer Versicherten sicher und gewinnbringend anzulegen. Entsprechend haben wir bereits früh auf interessante Anlageklassen wie Schweizer Immobilien und Hypotheken, ausländische Immobilien, Unternehmenskredite oder Privataktienanlagen (Private Equity) gesetzt und entsprechende Expertise aufgebaut, um zugunsten unserer Kundinnen und Kunden attraktive und nachhaltige Investitionen zu tätigen. Dabei setzen wir konsequent auf einen zeitgemässen «Best-In-Class»-Ansatz. 

Was bedeutet «Best-In-Class» genau?

Wir suchen und wählen systematisch den besten Anlagestil für die jeweilige Anlageklasse sowie die besten Asset Manager. Durch diesen unabhängigen «Best-in-Class»-Ansatz finden wir für die Pensionskassengelder unserer Kundinnen und Kunden die jeweils besten Anlagemöglichkeiten und Ertragschancen. Genauso gehen wir übrigens auch bei unserer eigenen Pensionskasse vor. Wir investieren die Gelder unserer Kundinnen und Kunden nach den gleichen Grundsätzen, die wir auch für die Vorsorgegelder unseren eigenen Mitarbeitenden anwenden.

Welche Pläne haben Sie für die Zukunft?

Neben der Beratung und Betreuung von bestehenden Kunden werden wir unsere Expertise und Services in Zukunft auch vermehrt anderen Pensionskassen und Vorsorgeeinrichtungen anbieten. 

Denn für Pensionskassen hat sich das Umfeld weiter verschärft. Bei der anteilsmässig grössten Anlageklasse der Obligationen, in die Schweizer Pensionskassenkassen üblicherweise mit rund einem Drittel ihres Vermögens investiert sind, ist infolge der Negativzinsen langfristig keine Rendite mehr zu erzielen. Der gesetzlich festgelegte BVG-Umwandlungssatz und das aktuelle Rentenalter erfordern aber eine gewisse Sollrendite, damit die Rentenversprechungen eingehalten werden können. Für Pensionskassen wird es also schwierig bleiben, die erforderlichen Renditen zu erzielen.

   

Daniel Gussmann ist seit 2009 für AXA tätig und aktuell Chief Investment Officer (CIO) der AXA Schweiz und Leiter Asset Management. Im Juni 2012 stiess er ins Schweizer Investment-Management-Team und übernahm im August 2014 die Leitung von Allocation & Strategy. Bei der AXA Deutschland arbeitete er drei Jahre im Asset Management und der Konzernstrategie. Daniel Gussmann hat einen Master in Business Administration der Universität Mannheim und ist qualifizierter Chartered Financial Analyst (CFA). Er wohnt mit seiner Familie in Frauenfeld und kommt täglich mit dem E-Bike zur Arbeit.

  

  • Teaser Image
    Aussicht auf bis zu 20 % mehr Rente

    Nachhaltige und leistungsfähige Lösungen in der 2. Säule sind gefragt. Dank teilautonomen PK-Lösungen erhalten KMU und ihre Mitarbeitenden langfristig eine deutlich bessere Verzinsung und haben damit die Aussicht auf eine höhere Rente im Alter. Eine umsichtige Anlagestrategie ermöglicht weiterhin eine hohe Sicherheit.

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