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Piste verlassen kann fatal enden

Bild: Keystone
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Freeriden, Schneetouren und Schneeschuhlaufen sind beliebte Wintersportarten. Geht jedoch eine Lawine nieder, ist das gefährlich für Leib und Leben – und für die Finanzen.  

Freeriden, Schneetouren und Schneeschuhlaufen liegen im Trend. Doch sie bergen auch grosse Risiken. Alleine diesen Winter registrierte das Schweizerische Lawinenforschungszentrum (SLF) bisher 94 gemeldete Lawinenunfälle mit 135 erfassten Personen. 13 Personen starben diesen Winter bereits unter den Schneemassen. 

Die allermeisten Verunglückten sind zum Zeitpunkt eines Unfalls abseits einer Piste unterwegs. Neben den körperlichen Verletzungen kann das für die Betroffenen je nach Unfallkonstellation auch sehr teuer werden. Transport- und Heilungskosten sind zwar immer gedeckt. Anders sieht es aber bei den Leistungen aus der Unfallversicherung wie Taggelder oder Invalidenrente und bei einem Todesfall auch bei der Hinterbliebenenrente aus. 

«Kommen die Experten zum Schluss, dass eine verunglückte Person grobfahrlässig gehandelt hat oder gar ein Wagnis eingegangen ist, kann das zu erheblichen Kürzungen dieser Versicherungsleistungen führen», erläutert AXA Experte Lorenzo Manfredini. Bei der Beurteilung eines Unfalls beurteilen die Experten alle relevanten individuellen Faktoren wie Wettervorhersage, Ausrüstung, Verhalten etc.. 

Folgende Unfallszenarien und deren Beurteilung durch den Experten Lorenzo Manfredini sind frei erfunden, aber realistisch. Die Einschätzungen können nicht verallgemeinert werden, da jeder Unfall individuell geprüft werden muss.

  • Skifahren abseits der Piste

    Szenario 1: Ein Mann verlässt beim Skifahren die markierten Pisten und kommt ums Leben. Trotz grosser Lawinengefahr (Stufe 4 von 5) ist er in einen steilen Neuschneehang gefahren und in ein Schneebrett geraten.

    Einschätzung des Experten: «Da der Mann trotz offensichtlicher Lawinenmeldung einer erheblichen Stufe (4 und 5) das Gelände verlassen hat, ist er bewusst ein Risiko eingegangen. Sein Handeln würde voraussichtlich als «Wagnis» eingestuft werden. Bei der Beurteilung eines solches Falles ist der Versicherer an die gesetzlichen Bestimmungen gebunden, die vorgeben, dass mindestens 50% der Geldleistungen gekürzt werden. Konkret würden der Witwe und den Kindern des Verunfallten die Witwen- und die Waisenrente um mindestens die Hälfte gekürzt.» (Bild: Keystone)

  • Sessellift im Schneetreiben

    Szenario 2: Ein Snowboardfahrer gerät wegen schlechter Witterung von der Piste ab und fährt einige Meter im Tiefschnee weiter, obwohl ihm bewusst ist, dass er sich nicht mehr im gesicherten Gebiet befindet. Er löst eine Lawine aus, die ihn leicht und eine Skifahrerin so schwer verletzt, dass sie eine Querschnittslähmung davonträgt.

    Einschätzung des Experten: Auch dieser Fall könnte unter Umständen als Wagnis eingestuft werden. Dies hätte zur Folge, dass der Unfallversicherer sämtliche Geldleistungen aus der UVG, also Taggelder, Invalidenrente, Integritätsentschädigung, etc., für den Unfallverursacher um mindestens 50% kürzen müsste. Zudem würde der Unfallversicherer der verletzten Skifahrerin wohl die Kosten für ihre jetzige und künftige Behandlung zurückfordern. Der Unfallverursacher müsste damit rechnen, auch einen Teil dieser Kosten selber tragen zu müssen. Gleichzeitig müsste geprüft werden, ob nicht auch das Skigebiet haftet, falls Sicherheitsvorkehrungen verletzt wurden.» (Bild: iStock)

  • Schneetour

    Szenario 3: Ein in einem Skigebiet angestellter Bergführer geht ausserhalb seiner Arbeitszeit mit einer Gruppe aus seinem Bekanntenkreis auf eine Schneetour. Die Wetterverhältnisse verändern sich urplötzlich, da ein Sturm aufkommt. Dadurch wird eine Lawine ausgelöst. Zwei der Begleiter werden schwer verletzt vom Bergführer aus den Schneemassen geborgen.

    Einschätzung des Experten: «Da die Gruppe das abgesicherte Gebiet verlassen hat und sich dadurch einem erheblichen Risiko ausgesetzt hat, würde auch dieser Fall voraussichtlich als Wagnis eingestuft werden. Bei den verletzten Personen würden die UVG-Leistungen um die Hälfte gekürzt werden, da es sich um einen Nicht-Berufsunfall handelt. Wenn die Gruppe optimal ausgerüstet war und sich in einem Gebiet bewegte, in dem sich der Bergführer auskannte, könnte dies allfällige Kürzungen evtl. vermindern, aber nicht ganz vermeiden.» (Bild: Keystone)

  • Schneeschuhwandern

    Szenario 4: Eine Schneeschuhwanderin kann die Pistenmarkierung nicht mehr sichten und nimmt deshalb eine Abkürzung, dabei löst sich ein Schneebrett und sie wird verletzt.

    Einschätzung des Experten: «Auch beim Schneeschuhwandern ist man dazu verpflichtet, sich im Vorfeld über die Verhältnisse der Routen zu erkundigen. Bei der Rekonstruktion des Falles werden zur Beurteilung die genaue Vorbereitung, die Ausrüstung, die Wetterverhältnisse und das genaue Vorgehen geprüft, um zu eruieren, ob evtl. ein fahrlässiges oder sogar ein bewusst gewähltes Vorgehen (Wagnis) vorliegt. In diesem Fall würde der Unfallversicherer wiederum die Leistungen kürzen. Auch die Sorgfaltspflicht der Betreiber wird genauer untersucht, da auf mögliche Gefahren hingewiesen und die Routen genau beschildert und markiert sein müssen.» (Bild: Keystone)

  • Teaser Image
    Wann die Lawinengefahr am höchsten ist. Das Interview.

    Dass das Skifahren neben der Piste immer populärer wird, beobachtet auch Nobert Fischbacher, Bergführer und Lawinenexperte der Region Toggenburg, mit grosser Sorge. Im Interview erklärt Fischbacher, weshalb man auf keinen Fall allein unterwegs sein sollte, und wie man sich vor einer Lawine am besten schützen kann.

    Hier geht’s zum Interview

Wagnis und Grobfahrlässigkeit – was ist das?

Wagnis

Wagnisse sind Handlungen, mit denen sich der Versicherte einer besonders grossen Gefahr aussetzt, ohne die Vorkehrungen zu treffen oder treffen zu können, die das Risiko auf ein vernünftiges Mass beschränken. Bei Nichtberufsunfällen, die auf ein Wagnis zurückgehen, werden die Geldleistungen aus der Unfallversicherung um die Hälfte gekürzt und in besonders schweren Fällen verweigert.

Grobfahrlässigkeit

Nach ständiger Rechtsprechung handelt grobfahrlässig, wer jene elementaren Vorsichtsgebote unbeachtet lässt, die jeder verständige Mensch in der gleichen Lage und unter den gleichen Umständen befolgt hätte, um eine nach dem natürlichen Lauf der Dinge voraussehbare Schädigung zu vermeiden. Dabei können die Taggelder ab Eintreffen des Unfalls für zwei Jahre gestrichen werden (Art. 37 Abs. 2 Satz 1 UVG)

Haftpflicht

Als Skifahrer haftet man für alle Schäden, die man einer anderen Person zufügt. Gerade Personenschäden können teuer werden - neben Unfall- und Heilungskosten muss man unter Umständen auch den Lohnausfall der verletzten Person bezahlen, wenn diese aufgrund des Unfalls erwerbsunfähig wird.

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