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Der Kampf gegen den Klimawandel

Bild: AXA / Marco Vara
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Um die Klimaerwärmung wirkungsvoll bremsen zu können, braucht es mehr Transparenz in der Bewertung von Klimarisiken und innovative, neue Finanzinstrumente, die den Übergang zu einer kohlestoffärmeren und nachhaltigen Welt beschleunigen.

Originaltext erschienen am 19.3.2021 in der Beilage «Nachhaltig investieren» der Finanz und Wirtschaft

Autor: Daniel Gussmann, Chief Investment Officer, Axa Schweiz


Wie zahlreiche andere Akteure hat sich die AXA dem Pariser Klimaabkommen verpflichtet und verfolgt das Ziel, die Erderwärmung bis 2050 auf unter 1,5 °C zu begrenzen. 

Um positive Veränderungen zu erwirken, müssen die Auswirkungen des Klimawandels aber transparent gemacht, Risiken richtig eingeordnet und die Wirkung getroffener Massnahmen angemessen bewertet werden. Nur was messbar ist, kann auch richtig gemanaged werden. 

Erderwärmungspotenzial als Kennzahl 

Zwar hat sich im Finanzbereich das Rahmenwerk der Task Force on Climate-related Disclosure (TCFD) zwischenzeitlich als global massgebende Referenz im Bereich der Klimarisiken etabliert, und ein Grossteil der Schweizer Finanzinstitute hat sich selber dazu verpflichtet, ihre klimabezogenen Finanzrisiken nach den Grundsätzen der TCFD offenzulegen. In der Praxis sind jedoch erhebliche Unterschiede in den Umsetzungs- und Reifegraden dieser Offenlegung zu beobachten. Eine bessere Vergleichbarkeit der offengelegten Informationen wäre hier sehr wünschenswert, um mehr Transparenz und Klarheit zu schaffen. 

Auch die Frage, wie man Fortschritte messen und bewerten kann, ist noch nicht adäquat gelöst. So ist beispielsweise die gängige Bewertung anhand des CO2-Fussabdrucks eine statische Messgrösse, die sich nur auf den aktuellen Stand bezieht und die Zukunft ausklammert. Eine bessere, weil vorausschauende Kennzahl ist daher das Erderwärmungspotenzial der Anlagen. Die Axa Gruppe nutzt dafür seit 2019 ein Klimamodell, das vom Schweizer Fintech Carbon Delta entwickelt wurde und später von MSCI übernommen worden ist. Das Modell ermöglicht es, die Klimaauswirkungen einzelner Unternehmen und auch Sektoren zu bewerten und den Gap zu den Klimazielen des Pariser Abkommens aufzuzeigen. 

Ende 2019 lag das Erderwärmungspotenzial der Kapitalanlagen der Axa bei 2,8 °C, ein Rückgang von knapp 0,2 °C im Vergleich zu 2018, und vor allem deutlich unter dem Marktdurchschnitt von 3,6 °C. Auch der CO2-Fussabdruck der Kapitalanlagen konnte zwischen 2014 und 2019 um 31% reduziert werden. Das sind ermutigende Zeichen und zeigen, dass unsere Strategie einer klaren Richtung folgt. Unsere Messungen zeigen aber auch, dass noch weitere Anstrengungen notwendig sind, um das Erderwärmungspotenzial weltweit auf unter 1,5°C zu begrenzen. 

Abkehr von fossilen Brennstoffen ist notwendig 

Mehr als 40% aller CO2-Emmissionen weltweit sind nach wie vor auf Kohle zurückzuführen. Die Abkehr von der Kohleenergie ist daher zwingend notwendig, und auch die Abhängigkeit von Erdöl und -gas muss deutlich reduziert werden. 

Bereits 2015 hatte die Axa als erste grosse Versicherung den sukzessiven Ausstieg aus der Kohleindustrie bekanntgegeben, sowohl was Investitionen als auch Versicherungsdeckungen betrifft. Bis 2030 wird sie in den OECD- und EU-Ländern und weltweit bis 2040 komplett aus der Kohle aussteigen. Gerade in Bezug auf kohlestoffintensiven Unternehmen ist es jedoch zentral, Projekte zur Dekarbonisierung zu unterstützen, da hier eine sehr grosse Reduktion der globalen CO2-Emmissionen erzielt werden kann. Zum Beispiel indem man als Zwischenschritt auf dem Weg zur gänzlichen Umstellung auf erneuerbare Energien den Übergang von Kohle zu Gas ermöglicht, was entsprechend finanziert werden muss. 

Das Interesse an sogenannten Green Bonds ist in letzter Zeit enorm gestiegen und der Markt hat mittlerweile ein Volumen von mehr als 500 Mrd. US Dollar. Für solche Dekarbonisierungsvorhaben kommen Green Bonds jedoch nicht in Frage, da diese ausschliesslich Projekte finanzieren, die schon jetzt einen positiven Effekt für das Klima und die Umwelt aufweisen. Die Unterstützung von kohlenstoffintensiven Firmen, die zwar aktiv an ihrer Dekarbonisierung arbeiten, sich aber noch nicht für Green Bonds qualifizieren, erfordert deshalb zusätzliche, neue Finanzinstrumente. 

Aus diesem Grund hat die Axa 2019 eine neue Anlageklasse, die sogenannten Transition Bonds entwickelt, um wichtige Projekte zur Dekarbonisierung zu unterstützen. 

Transition Bonds können die Lücke schliessen 

Denn selbst wenn die Gesellschaft bereits den Kurs hin zu weniger Kohle eingeschlagen hat, reichen die heutigen Bestrebungen kurz- und mittelfristig noch nicht aus, um den globalen Energiebedarf zu decken und gleichzeitig die Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen. 

Transition Bonds schliessen diese Lücke zwischen bereits grünen Projekten, die für eine Green-Bond-Finanzierung in Frage kommen, und solchen, die es nicht sind, aber dennoch sehr wichtig für die Dekarbonisierung der Wirtschaft sind. 

Nur mit innovativen Finanzinstrumenten, einer adäquaten Bewertung von Klimarisiken und dem gemeinsamen Druck von politischen Entscheidungsträgern, Behörden, Unternehmern und Konsumenten wird es uns gelingen, die Klimaerwärmung effektiv zu bremsen. Die Versicherungs- und Finanzbranche kann hier als Katalysator eine wichtige Rolle einnehmen.

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