Mitarbeiter und Vorsorge

Umwandlungssatz der Pensionskasse: das Wichtigste

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Wer Entscheidungen für die Mitarbeitenden eines Unternehmens treffen muss, trägt viel Verantwortung – nicht zuletzt, wenn es um die berufliche Vorsorge geht. Egal, ob bei der Gründung oder bei einem im Raum stehenden Pensionskassenwechsel: Die Wahl der BVG-Lösung beeinflusst die Altersvorsorge der Mitarbeitenden stark. Da der Umwandlungssatz mitbestimmt, wie hoch die Rente der Arbeitnehmenden später einmal ausfallen wird, sollten Verantwortliche einen Blick auf den Umwandlungssatz der zur Wahl stehenden Pensionskassen werfen.

Was ist der Umwandlungssatz einer Pensionskasse?

Der Umwandlungssatz ist ein festgelegter Prozentsatz, mit dessen Hilfe auf Basis des angesparten Altersguthabens ausgerechnet wird, wie hoch die jährliche Rente ausfällt.

Die einfache Formel lautet: Altersguthaben × Umwandlungssatz = jährliche Rente

Doch Umwandlungssatz ist nicht gleich Umwandlungssatz. Er variiert je nachdem, ob das Altersguthaben dem obligatorischen oder dem überobligatorischen Teil zugeschrieben wird.

Der obligatorische Teil in der beruflichen Vorsorge

Für den obligatorischen Teil, insbesondere Pensionskassenbeiträge auf einem jährlichen Lohn von bis zu CHF 84'600, wird der Umwandlungssatz vom Bund bestimmt: Er ist im Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen und Invalidenvorsorge (BVG) festgeschrieben und beträgt derzeit 6,8 Prozent (2022). Weil es gesetzlich nicht erlaubt ist, einen niedrigeren Umwandlungssatz anzuwenden, nennt man ihn auch Mindestumwandlungssatz. Ein angespartes Altersguthaben von CHF 100'000 ergibt nach dem aktuellen Mindestumwandlungssatz also CHF 6800 Rente pro Jahr.  

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    BVG-Obligatorium und -Überobligatorium

    Bei der Wahl der Pensionskasse können verschiedene Kennzahlen und Aspekte helfen, ein besseres Bild des Angebots zu bekommen. Unter anderem lohnt es sich, die Konditionen auf dem obligatorischen und überobligatorischen Teil des Altersguthabens genauer anzuschauen.

    Mehr erfahren

Der überobligatorische Teil in der 2. Säule

Beim überobligatorischen Teil des Altersguthabens (also insbesondere demjenigen Teil aus Pensionskassenbeiträgen auf Lohnanteilen über CHF 84'600) sind die Vorsorgeeinrichtungen nicht an einen bestimmten Umwandlungssatz gebunden, der Stiftungsrat der Pensionskasse kann ihn frei festlegen.  Betrachten wir mit Alexandre ein Beispiel für die Pensionskassenlösung AXA Goup Invest (Zahlen von 2022):

Es ist allerdings nicht immer so einfach, denn im Markt gibt es ja auch noch weitere Möglichkeiten:

Gesplitteter Umwandlungssatz vs. umhüllender Umwandlungssatz

Viele Pensionskassen kennen nur einen Umwandlungssatz und wenden diesen für das gesamte Altersguthaben an. Man spricht dann von einem «umhüllenden Umwandlungssatz». Kommt hingegen ein anderer Umwandlungssatz für den obligatorischen und den überobligatorischen Teil des Altersguthabens zur Anwendung, dann spricht man von einem «gesplitteten Umwandlungssatz».

Gesplitteter Umwandlungssatz

Wird der gesplittete Umwandlungssatz angewandt, werden der obligatorische und überobligatorische Teil getrennt betrachtet und je zum vorgesehenen Umwandlungssatz umgewandelt.

Umhüllender Umwandlungssatz

Beim umhüllenden Umwandlungssatz wird ein einziger Umwandlungssatz gleichermassen aufs Obligatorium und Überobligatorium angewandt.

Ein umhüllender Umwandlungssatz unter dem Mindestumwandlungssatz (6,8 Prozent) ist nur möglich, weil für jeden Versicherten die gesetzliche Minimalrente nicht unterschritten werden darf. Diese berechnet sich aus dem obligatorischen Teil, auf den der Mindestumwandlungssatz angewandt wird, in Sabines Fall also: 6,8 Prozent von CHF 300'000 = CHF 20'400. Da ihre Altersrente bei Anwendung des umhüllenden Umwandlungssatzes total bei CHF 28'500 liegt, ist diese gesetzliche Vorgabe erfüllt und die Pensionskassen darf die mit dem umhüllenden Umwandlungssatz berechnete Altersrente ausrichten. Wäre die umhüllend berechnete Altersrente tiefer als CHF 20'400, dann müsste die Pensionskasse die Altersrente erhöhen auf diesen Betrag. Die gleiche Kontrollberechnung (man spricht auch von der sogenannten Schattenrechnung) muss eine Pensionskasse auch ausführen, wenn sie zwar einen gesplitteten Umwandlungssatz, im obligatorischen Teil aber einen Umwandlungssatz unter dem Mindestumwandlungssatz anwendet.

Der Umwandlungssatz einer Pensionskasse: Wie kommt er zustande?

Wie bereits erwähnt, werden die Umwandlungssätze vom Bund (Obligatorium) bzw. den Vorsorgeeinrichtungen (Überobligatorium) bestimmt. Doch natürlich sind diese Zahlen nicht einfach aus der Luft gegriffen. Folgende Faktoren nehmen Einfluss auf die Höhe der Umwandlungssätze:

Die allgemeine Lebenserwartung spielt eine Rolle

Zunächst einmal gilt es, die allgemeine Lebenserwartung zu nennen. Logisch, denn je älter die Pensionierten werden, desto länger beziehen sie ihre garantierte Altersrente. 

Technischer Zinssatz: Die Renditeerwartungen beeinflussen den Umwandlungssatz

Ausserdem spielt auch der sogenannte technische Zinssatz eine Rolle. Dieser widerspiegelt, welcher Anlageertrag auf dem Altersguthaben des Versicherten während der Rentenbezugsdauer (also auf demjenigen Teil des Altersguthabens, welcher noch nicht in Form von Renten ausbezahlt wurde) noch erzielt werden kann. Der technische Zins wird deshalb beeinflusst von der Erwartungshaltung der Pensionskasse bezüglich langfristiger Renditen von risikoarmen Anlagen.

Mitversicherte Anwartschaften: Das gesamte «Leistungspaket» beeinflusst den Umwandlungssatz

Wenn eine Altersrentnerin oder ein Altersrentner verstirbt, werden unter Umständen weiterhin Leistungen ausgerichtet. Zum Beispiel hat ein hinterbliebener Ehegatte oder allenfalls auch eine Lebenspartnerin oder ein Lebenspartner Anspruch auf eine Rente (z. B. in Höhe von 60 Prozent der Altersrente). Im Umwandlungssatz müssen auch diese Leistungen mitberücksichtigt werden.

Trends & Herausforderungen in Sachen Umwandlungssatz

Eine der grössten Herausforderungen für Schweizer Pensionskassen liegt in der Festlegung von nachhaltig finanzierbaren Umwandlungssätzen. Aufgrund des absehbaren demografischen Wandels (die Generation der Babyboomer erreicht das Pensionsalter) und der damit einhergehenden wachsenden Anzahl an Pensionierungen in den nächsten Jahren fällt die Umverteilung von Erwerbstätigen zu Rentnerinnen und Rentner aufgrund nicht korrekt festgelegter Umwandlungssätze auch bei der beruflichen Vorsorge immer mehr ins Gewicht. Dem gilt es entgegenzuwirken, denn eine solche Umverteilung widerspricht dem Prinzip des Kapitaldeckungsverfahrens der beruflichen Vorsorge, das besagt, dass jeder Generation nur so viel an Rente bezahlt wird, wie durch das gesparte Kapital finanzierbar ist.

 

Zusammenfassung: Umwandlungssatz von Pensionskassen – worauf sollte man achten?

Was müssen Entscheidungsträgerinnen und -träger von Unternehmen beachten, um ihrer Verantwortung, die richtige BVG-Lösung für ihre Angestellten zu finden, gerecht zu werden? Zentral ist, dass sie bei der Wahl der Pensionskasse deren langfristige finanzielle und strukturelle Leistungs- und Risikofähigkeit umfassend berücksichtigen (z. B. anhand relevanter Kennzahlen) und gleichzeitig auch das Umwandlungssatz-Modell der Pensionskassen genauer anschauen.

In puncto Umwandlungssatz gilt insbesondere:

  • Je höher der Umwandlungssatz, desto höher fällt die Altersrente in Relation zum angesparten Altersguthaben aus.
  • Um eine Umverteilung zwischen den Generationen weitestmöglich zu reduzieren, sollte der Umwandlungssatz durch die Pensionskasse nachhaltig finanzierbar, also realistisch berechnet sein.
  • Je nach Verteilung des Altersguthabens im Obligatorium und Überobligatorium kann ein gesplitteter Umwandlungssatz im Vergleich zum umhüllenden Umwandlungssatz vorteilhafter sein.

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