Vorsorge & Gesundheit

Ausgebrannt

Bild: GettyImages
Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen ch.axa.i18.share.google Auf LinkedIn teilen Auf Xing teilen Auf Pinterest teilen Per Email teilen

Die Zahl der arbeitsplatzbedingten psychischen Erkrankungen steigt stetig und kostet die Volkswirtschaft enorme Summen. Vorgesetzte sollten bei ersten Anzeichen reagieren – was jedoch alles andere als einfach ist.

Immer mehr Menschen fehlen am Arbeitsplatz aufgrund psychischer Beschwerden oder eines Burnouts. Gemäss einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) verursachen psychische Krankheiten in der Schweiz Kosten in Höhe von etwa 3,2 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) – umgerechnet rund 19 Milliarden Franken pro Jahr. Viele Betroffene sind auf die Invalidenrente angewiesen, häufig weil die Krankheit zu spät erkannt wurde.

Diese Tatsache hat auch für Arbeitgeber Konsequenzen. «Früher haben Mitarbeitende oft aufgrund von körperlichen Beschwerden am Arbeitsplatz gefehlt. Heute sind psychische Krankheiten viel häufiger der Grund, weshalb jemand für längere Zeit krankgeschrieben werden muss», sagt Dr. med. Dieter Kissling, Leiter des Instituts für Arbeitsmedizin (ifa) in Baden. Die Ursache sei oftmals der chronische Stress, dem die Mitarbeitenden ausgesetzt sind oder den sie sich zum Teil auch selbst machen. Je nach Person, Schweregrad und Belastung endet der Dauerstress in einem Burnout oder einer Depression. «Oftmals realisieren Betroffene erst viel zu spät, wie schlecht es um ihre Gesundheit steht», so Kissling. Da sei es die Aufgabe des Vorgesetzten, Veränderungen beim Mitarbeiter frühzeitig wahrzunehmen und entsprechend zu handeln. Viele Vorgesetzte befürchten jedoch, in die Privatsphäre ihrer Mitarbeitenden einzudringen. «Hilfreich ist, wenn man dem Mitarbeitenden mitteilt, dass man Veränderungen an ihm festgestellt hat und dass man sich Sorgen macht», so Kissling. Ein solches Erstgespräch kann dem Betroffenen einen Anstoss geben, besser auf sich selbst zu achten und wenn nötig Hilfe zu holen.

Eine Diagnose kann nur ein Facharzt stellen, doch was nur wenige Leute wissen: Die Folgen von Stress sind messbar. Am Institut für Arbeitsmedizin können die Folgen von chronischem Stress vor dem Auftreten eines Burnouts nachgewiesen werden. Dazu trägt man für 24 Stunden ein Messgerät auf sich, welches anhand der Herzratenvariabilität aufzeigt, wie sich Anspannung und Entspannung im Tagesverlauf abwechseln. Gesteuert werden diese Prozesse durch das vegetative Nervensystem, das wesentliche Körperfunktionen wie die Atmung, den Herzschlag oder auch den Schlaf-Wach-Rhythmus regelt. «Dank dieser Messung können wir frühzeitig erkennen, wie stark sich der chronische Stress bereits auf das Nervensystem ausgewirkt hat», so Kissling. Die Unterschiede in den Messresultaten sind markant: Schläft eine gesunde Person je nach Verfassung und Tagesprogramm sechs bis acht Stunden mit einer ausreichenden Tiefschlafphase, schläft ein Patient mit schwerem Burnout praktisch gar nicht mehr. Dasselbe gilt für die Erholung: Selbst wenn die Person versucht, sich zu entspannen, gelingt es ihr auf körperlicher Ebene nicht mehr. «In solchen Fällen helfen nur noch eine entsprechende Therapie und viel Geduld», so Kissling.

  • Teaser Image
    Betriebliches Gesundheitsmanagement

    In den Bereichen Krankentaggeld und berufliche Vorsorge bietet die AXA ihren Unternehmenskunden verschiedene Dienstleistungen im Betrieblichen Gesundheitsmanagement an. Diese unterstützen die Unternehmen dabei, die Gesundheit der Mitarbeitenden zu fördern, Absenzen zu verringern und Invalidität zu vermeiden.

    Betriebliches Gesundheitsmanagement

Prävention lohnt sich

Tritt ein Burnout auf, dauert es oft Monate, bis die Person wieder arbeiten kann. Monate, in denen der Arbeitgeber ohne seinen Mitarbeitenden auskommen muss. «Es würde sich daher für viele Unternehmen lohnen, mehr in die Gesundheit der Mitarbeitenden zu investieren und das Arbeitsumfeld so zu gestalten, dass die Mitarbeitenden vor Stress bewahrt werden», so Kissling. Bei Geschäftsentscheidungen gilt zudem zu berücksichtigen, ob sich diese auf die Gesundheit der Mitarbeitenden auswirken. Ein spezielles Augenmerk soll auf jene Mitarbeitenden gelegt werden, die besonders gefährdet sind. Das sind laut Kissling häufig Personen, die eine überaus hohe Leistungsbereitschaft aufweisen, sich stark mit dem Job identifizieren, Mühe haben, sich abzugrenzen, und für zu wenig Erholung und Ruhephasen sorgen. «Als Chef sollte man es daher begrüssen, wenn ein Mitarbeiter auch mal Nein sagt, das Handy am Wochenende beiseitelegt und sich genügend Zeit für Sport und Erholung nimmt. Solche Verhaltensweisen sind die beste Prävention», so Kissling.


Die ursprüngliche Fassung des Beitrags ist 2017 im Kundenmagazin «Meine Firma» erschienen. 

«BGM ist ein Erfolgsfaktor»


Martin Rüthemann, Fachspezialist Betriebliches Gesundheitsmanagement bei der AXA, über Sinn und Ziel der Mitarbeiterfürsorge.

Warum wird das Betriebliche Gesundheitsmanagement immer wichtiger für Firmen?

Eine gesunde Belegschaft beeinflusst das Personalbudget, die Produktivität und die Arbeitsqualität nachhaltig positiv und ist deshalb ein ernst zu nehmender Erfolgsfaktor. Zudem zeichnet ein Betriebliches Gesundheitsmanagement verantwortungsbewusste und innovative Unternehmen aus, die auf dem Arbeitsmarkt grosse Beachtung geniessen.

Warum bietet die AXA ihren Unternehmenskunden hier Unterstützung?

Ein umfassendes und faires Gesundheitsmanagement kann die Absenzenquote in einem Unternehmen um 10 bis 36 Prozent verringern, das haben unabhängige Studien belegt. Dies ist natürlich im Interesse des Versicherers, da er dann weniger Leistungen zahlen muss. Aber es ist genauso im Interesse des Unternehmens, da ihm weniger Kosten für die Wartetage bis zum Eintritt der Versicherungsleistungen (häufig 30 Tage) anfallen.

Welche Dienstleistungen bieten Sie konkret an?

Das Spektrum ist sehr breit und reicht von der Beratung, wie man ein nachhaltiges und wirkungsvolles Gesundheitsmanagement aufbaut, über klassische Gesundheitsförderungsthemen bis hin zum professionellen Care Management. Ziel des Care Managements ist es, eine arbeitsunfähige Person so bald als möglich nachhaltig wieder in den Arbeitsprozess zurückzuführen, in dem man möglichst früh den Kontakt zu ihr pflegt und gemeinsam die Möglichkeiten bespricht. Ergänzend dazu bieten wir ein kompetentes Ärztenetzwerk, das medizinische Fragen, insbesondere zur Arbeitsunfähigkeit klärt, und unterstützen auch bei arbeitsrechtlichen Themen. So bieten wir unseren Kunden vom ersten Schritt eines wirkungsvollen Gesundheitsmanagements bis zur komplexen Wiedereingliederung passende Massnahmen.

Steht das Angebot allen Unternehmenskunden offen?

Grundsätzlich kann jedes Unternehmen, das eine Krankentaggeld- oder BVG-Lösung bei der AXA hat, auf diese Dienstleistungen zugreifen, wobei es je nach Vertrag Unterschiede im Leistungsspektrum geben kann.

Verwandte Artikel

AXA & Sie

Kontakt Schaden melden Stellenangebote Medien Broker myAXA Garagen-Portal Kundenbewertungen Newsletter abonnieren

AXA weltweit

AXA weltweit

In Kontakt bleiben

DE FR IT EN Nutzungshinweise Datenschutz © {YEAR} AXA Versicherungen AG

Wir verwenden Cookies und Analyse Tools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internet-Seite zu verbessern und die Werbung von AXA und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutz