Vorsorge & Gesundheit

Flexibilität entscheidet

Bild: AXA / Marco Vara
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Viele Pensionskassen stehen unter Druck. Gerade jetzt ist Flexibilität bei den Anlagen entscheidend, um eine adäquate Verzinsung zu erzielen, schreibt Daniel Gussmann, Chief Investment Officer der AXA Schweiz, in der Handelszeitung vom 2. Juli 2020. 

Originaltext erschienen am 2. Juli 2020 im Pensionskassen-Special der Handelszeitung

Autor: Daniel Gussmann, Chief Investment Officer, Axa Schweiz

Durch die rekordtiefen Zinsen und volatilen Aktienkurse infolge der Corona-Krise hat sich das Umfeld für Pensionskassen weiter erschwert. Bei der anteilsmässig grössten Anlageklasse der Obligationen, in die Schweizer Pensionskassen üblicherweise mit rund einem Drittel ihres Vermögens investiert sind, ist infolge der Negativzinsen langfristig keine Rendite mehr zu erzielen. Der gesetzlich festgelegte BVG-Umwandlungssatz, der Mindestzins sowie das aktuelle Rentenalter erfordern eine deutlich höhere Sollrendite, damit bestehende und künftige Rentenversprechen eingehalten werden können. 

Solange die Zentralbanken die hohen Schulden der europäischen Staaten und der USA finanzieren, dürften die negativen Zinsen noch andauern, mindestens bis 2023. Für Pensionskassen wird es daher auch in Zukunft schwierig bleiben, die erforderlichen Renditen zu erzielen. 

Mindestzins ist keine Garantie 

Der Preis dafür ist eine grosse Umverteilung von Berufstätigen zu Altersrentnern und vom Überobligatorium ins Obligatorium. Gemäss Schätzungen der Oberaufsichtskommission Berufliche Vorsorge (OAK) belief sich die Umverteilung 2018 auf 5,1 Milliarden Franken und stieg 2019 gar auf 7,2 Milliarden Franken an. Das Nachsehen haben die Berufstätigen. Für sie resultieren daraus eine schmalere Verzinsung ihrer Altersguthaben und stetig abnehmende Umwandlungssätze. 

Denn der gesetzlich vorgeschriebene Umwandlungssatz von 6,8 Prozent gilt lediglich für das BVG-Obligatorium, während die Umwandlungssätze im Überobligatorium durch den Stiftungsrat festgelegt werden und somit auch deutlich tiefer ausfallen können. Ähnlich verhält es sich mit dem BVG-Mindestzins – auch er gilt nur für das Obligatorium. So muss das Altersguthaben im BVG-Obligatorium aktuell mit mindestens 1 Prozent verzinst werden, während die Verzinsung der überobligatorischen Altersguthaben dem jeweiligen Stiftungsrat obliegt und in den vergangenen Jahren bei vielen Pensionskassen notgedrungen stetig reduziert wurde. 

Vollversicherungen 

Vollversicherungen tragen im Unterschied zu anderen BVG-Lösungen nicht nur die Risiken Tod und Invalidität, sondern auch das Anlagerisiko. Die umfassenden Garantien sind mit zusätzlichem Risikokapital zu unterlegen, da jederzeit die gesamten Rentenverpflichtungen inklusive Mindestverzinsung erfüllt werden müssen. Die strikte Regulation, denen Lebensversicherer im Bereich der Vollversicherung unterliegen, bestraft alle Anlagen, die gewissen Wertschwankungen unterliegen mit entsprechend hohen Eigenmittelanforderungen. 

Dies bedingt eine zurückhaltende Anlagestrategie, weshalb die Renditechancen deutlich geringer sind als bei unabhängigen Pensionskassen oder teilautonomen Sammelstiftungen. Vollversicherern ist es trotz dem langfristigen Geschäft nicht möglich, in grösserem Masse in Aktien zu investieren, also in jene Anlageklasse, die langfristig am meisten Rendite ermöglicht. Daher ist für Vollversicherer bereits die Erwirtschaftung des BVG-Mindestzinses eine Herausforderung. 

Im Unterschied zu Vollversicherungen tragen teilautonome Sammelstiftungen das Anlagerisiko selber, dafür sind sie deutlich flexibler in der Anlagestrategie und können diese auf interessante Anlageklassen ausrichten, die langfristig höhere Ertragschancen und damit auch eine höhere Verzinsung zugunsten der Versicherten ermöglicht. 

Denn neben dem Umwandlungssatz ist für die Höhe der Altersrente vor allem die Verzinsung des Alterskapitals ausschlaggebend. Dabei macht es einen grossen Unterschied, ob das Altersguthaben mit 1 Prozent wie zu dem bei Vollversicherungen üblichen BVG-Mindestzinssatz verzinst wird oder mit 2 Prozent, wie es mit einer diversifizierteren Anlagestrategie einer teilautonomen Lösung oder einer unabhängigen Pensionskasse möglich ist. 

Der Zinseszinseffekt führt in einem Arbeitsleben bis zur Pensionierung bei einer doppelt so hohen Verzinsung zu einer bis zu 20 Prozent höheren Altersrente. Für den Einzelnen macht das mehrere 100 Franken mehr Rente pro Monat aus. 

Alternative Anlageformen und Rentner 

Das höhere Risiko von Anlageklassen wie Aktien relativiert sich bei der Betrachtung über lange Anlageperioden, wie dies in der beruflichen Vorsorge der Fall ist. Selbst in der Corona-Krise weisen die meisten privaten Pensionskassen immer noch einen soliden Deckungsgrad aus und verfügen über ausreichend Schwankungsreserven. Für die Stabilität einer Pensionskasse und die Höhe der Verzinsung sind die strukturellen Voraussetzungen entscheidend. Je geringer der Rentneranteil, desto höher fällt in der Regel die Verzinsung aus, weil weniger Geld für die Querfinanzierung der Rentenverpflichtungen verwendet werden muss. Zudem können auch die Umwandlungssätze im Überobligatorium eher gehalten werden. 

Es ist für Pensionskassen essenziell, neben Aktien auch alternative Anlageformen zu erschliessen. Interessante Anlageklassen sind beispielsweise Schweizer Immobilien und Hypotheken, ausländische Immobilien, Unternehmenskredite oder Privataktienanlagen (Private Equity). Solange die Rahmenbedingungen in der beruflichen Vorsorge nicht grundlegend erneuert werden, müssen Pensionskassen ihre Möglichkeiten sorgfältig ausloten, wie sie die notwendige Rendite erzielen. 

  • Teaser Image
    Aussicht auf bis zu 20 % mehr Rente

    Nachhaltige und leistungsfähige Lösungen in der 2. Säule sind gefragt. Dank teilautonomen PK-Lösungen erhalten KMU und ihre Mitarbeitenden langfristig eine deutlich bessere Verzinsung und haben damit die Aussicht auf eine höhere Rente im Alter. Eine umsichtige Anlagestrategie ermöglicht weiterhin eine hohe Sicherheit.

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