Vorsorge & Gesundheit

Freiwillige Säule 3a beliebter als Korrekturen an der 2. Säule

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Das Interesse der Bevölkerung an Fragen rund um die Vorsorge ist erneut leicht gestiegen und um Vorsorgelücken zu schliessen, wird besonders die Säule 3a gewählt. Das zeigt die zum neunten Mal durchgeführte Studie von AXA Investment Managers Schweiz zum Wissensstand und zur Einstellung der Schweizer Bevölkerung gegenüber der 2. Säule.

AXA Investment Managers Schweiz hat zum neunten Mal eine Untersuchung zum Wissensstand und zur Einstellung der Schweizer Bevölkerung gegenüber der 2. Säule durchgeführt. Die Studie zeigt: Das Interesse der Bevölkerung an Fragen rund um die Vorsorge ist erneut leicht gestiegen und die beliebteste Korrekturmassnahme zur Sicherung der Altersvorsorge sind Einzahlungen in die steuerbegünstige Säule 3a. Rentenkürzungen und die Erhöhung des Rentenalters stehen weiterhin ganz unten in der Gunst der Befragten. Die diesjährige Studie legt zudem einen Fokus auf die Situation der Frauen innerhalb der beruflichen Vorsorge.

Positive Selbsteinschätzung

Dr. Werner E. Rutsch, Head Institutional Business bei AXA Investment Managers Schweiz, erklärt: «Nach einer Baisse im Jahr 2017, dem Jahr der Abstimmung zur ‘Reform Altersvorsorge 2020’, ist das Interesse der Bevölkerung am Thema Vorsorge wieder auf das Niveau früherer Jahre angestiegen. 78 Prozent der Befragten geben an, sich grundsätzlich für das Thema Vorsorge zu interessieren, was der höchste Wert ist, seitdem die Frage im Jahr 2013 in die Befragung aufgenommen worden ist.» Mit einem Anteil von 90 Prozent ist das Interesse unter aktiv Versicherten im Alter von 42 bis 65 Jahren am höchsten. Insgesamt setzen sich Personen im Erwerbsleben stärker mit ihrer Altersvorsorge auseinander als Pensionierte. Zudem nimmt das Interesse mit zunehmendem Einkommen zu.

Der Entscheid, ob bei der Pensionierung eine Rente oder das Kapital bezogen werden soll, hat weitreichende Konsequenzen.

Dr. Werner E. Rutsch, Head Institutional Business bei AXA Investment Managers Schweiz

Fast vier Fünftel der PK-Versicherten meinen, «sehr gut» oder «eher gut» über die berufliche Vor-sorge informiert zu sein. Diese positive Selbsteinschätzung ist im Verlauf der letzten Jahre stabil geblieben. Sie steht etwas im Gegensatz zu der Tatsache, dass nur 34 Prozent aller Befragten – 41 Prozent der Männer und 27 Prozent der Frauen – genau wissen, wie hoch ihr angespartes Pensionskassenvermögen ist. 26 Prozent – jeder fünfte Mann und jede dritte Frau – geben an, diesbezüglich keine Ahnung zu haben. Männer sind nach eigener Angabe deutlich besser über die Höhe ihrer Vorsorgegelder informiert als Frauen, und aktiv Versicherte zwischen 42 und 65 Jahren wissen am besten darüber Bescheid.

Weniger Kapitalbezug

«Der Entscheid, ob bei der Pensionierung eine Rente oder das Kapital bezogen werden soll, hat weitreichende Konsequenzen, und viele Versicherte unterschätzen ihre Lebenserwartung und die damit verbundenen Kosten», sagt Rutsch. Nur jeder zehnte Befragte würde sich heute bei Erreichen des Pensionsalters für den reinen Kapitalbezug entscheiden. Vor zwei Jahren war es noch jeder Fünfte. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) wünscht die Auszahlung des Vorsorgevermögens in Form einer monatlichen Rente und jeder Dritte würde heute eine Mischung aus Rentenzahlung und Kapitalbezug wählen. Männer sind eher als Frauen für den vollständigen Bezug des Geldes und am meisten Zustimmung findet diese Auszahlungsvariante unter den 25- bis 41-Jährigen (15 Prozent). Je weiter links die Befragten politisch ausgerichtet sind und je tiefer ihr Einkommen ist, desto eher beabsichtigen sie den Bezug einer monatlichen Rente.

Und die Frauen?

Die Pensionskassenstudien von AXA Investment Managers Schweiz basieren auf der Befragung einer bevölkerungsrepräsentativen Stichprobe von erwerbstätigen und pensionierten Versicherten. Dieses Jahr wurden zusätzlich auch Nicht-PK-Versicherte befragt. Die Fokusgruppe der Nicht-versicherten ist mit einem Anteil von 68 Prozent Frauen (Basisgruppe: 47 Prozent) weiblicher und etwas weniger gut gebildet als die Gruppe der Versicherten. Beide Gruppen mussten beurteilen, ob neben der AHV noch weitere Sparmassnahmen zur Rentensicherung nötig sind (Korrekte Antwort: richtig), ob bei Teilzeitarbeit durchschnittlich zu wenig Geld in der 2. Säule angespart wird, um später den Lebensstandard halten zu können (richtig) und ob es bei unverheirateten Paaren reicht, wenn eine Person für die Altersvorsorge spart, da die zweite Person automatisch auch für das Alter abgesichert ist (falsch). Diese Fragen haben zwischen 72 und 88 Prozent der Befragten korrekt beantwortet. Die Frage, ob alle erwerbstätigen Personen in einer Pensionskasse versichert sind (falsch), wurde von 40 Prozent aller Befragten bejaht.

Insgesamt beantwortete die Fokusgruppe der Nichtversicherten die Wissensfragen nur marginal schlechter als die Versicherten. Geschlechtsspezifische Unterschiede sind nicht zu erkennen. Bei der Schätzung der Eintrittsschwelle für die Pensionskasse (21’330 Franken) schnitten die Nichtversi-cherten jedoch besser ab als die Versicherten. Zudem gab bei beiden Gruppen mehr als die Hälfte der Befragten einen zu tiefen notwendigen Mindestjahreslohn für die Aufnahme in eine Pensionskasse an.

Vorsorgelücken eigenverantwortlich schliessen

Und wie können Teilzeitarbeitende oder Mütter und Väter, die wegen der Betreuung der Kinder für eine gewisse Zeit auf eine bezahlte Arbeitstätigkeit verzichten, die Vorsorgelücke schliessen? Das steuerbegünstigte Einzahlen in die Säule 3a ist die beliebteste Variante: 33 Prozent der Versicherten und 38 Prozent der Nichtversicherten schlagen diese Massnahme vor. Freiwillige Einkäufe in die Pensionskasse bei erneuter Erwerbstätigkeit werden von 25 Prozent der Versicherten und von 19 Prozent der Nichtversicherten genannt; eigenverantwortliches, nicht-steuerbegünstigtes «selber Sparen» von 23 respektive 31 Prozent. Freiwillige Einzahlungen des Partners in die 2. Säule werden von beiden Gruppen mit niedrigerer Priorität vorgeschlagen. Es gibt keine signifikanten Unterschiede zwischen den Geschlechtern, wobei Männer eher für die Säule 3a und für Einkäufe in die Pensionskasse votieren. Frauen setzen eher auf eigenverantwortliches Sparen und auf Beiträge des Partners. Rund jeder fünfte Befragte weiss nicht, wie er Vorsorgelücken schliessen könnte. Insgesamt ist ein klarer Trend zu Eigenverantwortung erkennbar.

Vorsorgelücken haben weitreichende Konsequenzen für das Leben im Alter.

Dr. Werner E. Rutsch, Head Institutional Business bei AXA Investment Managers Schweiz

Ob eine Analyse der Vorsorgesituation durch einen Berater stattfindet, hängt weder vom Geschlecht noch vom Status «versichert» oder «nichtversichert» ab, sondern vom Zivilstand: 57 Prozent der verheirateten aktiv Versicherten haben sich allein oder zusammen mit dem Partner beraten lassen. Bei ledigen aktiv Versicherten sind es 37 Prozent, bei geschiedenen oder verwitweten Personen 44 Prozent. Gut situierte Personen fragen mehr Beratung nach als Menschen mit weniger Vermögen und tieferen Einkommen.

Werner Rutsch fasst zusammen: «Das Thema Vorsorge allgemein, und wie Vorsorgelücken zu schliessen sind, wird weiter an Bedeutung gewinnen. Vorsorgelücken haben weitreichende Konsequenzen für das Leben im Alter. Die grosse Akzeptanz und Beliebtheit von Säule 3a-Lösungen ist erfreulich, aber die Tatsache, dass Personen mit niedrigeren Einkommen und geringeren Vorsorge-vermögen nur wenig Beratung in Anspruch nehmen, stimmt bedenklich.» 

Alle Ergebnisse der Umfrage finden Sie online unter Studienergebnisse.

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