Vorsorge & Gesundheit

Vorsorgesparer plädieren für höhere Einzahlungen in Säule 3a

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Die Menschen in der Schweiz würden dem Rentenalter 65 für Frauen zustimmen, die Anpassung des Pensionsalters an die Lebenserwartung aber verwerfen, wie eine Umfrage der AXA Schweiz zeigt. Zwar sind die Befragten grundsätzlich optimistisch, dass sie ihren gewohnten Lebensstandard nach der Pensionierung aufrechterhalten können, Bedenken bestehen aber bezüglich der Finanzierung des bisherigen Lebensstandards durch 1. und 2. Säule. Ein Grossteil plädiert für die Erhöhung des maximalen Einzahlungsbetrags in die private Vorsorge 3a.

Die Lebenserwartung steigt, die Zinsen verharren auf einem Rekordtief und der im Sommer von den Sozialpartnern eingereichte Vorschlag für eine Rentenreform hat einen schweren Stand. Das sind schlechte Vorzeichen für künftige Rentnergenerationen. Die Altersvorsorge ist mittlerweile die grösste Sorge von Schweizerinnen und Schweizern.

Wie skeptisch sind also die Menschen bezüglich ihrer Vorsorgesituation? Glauben Sie, den Lebensstandard aufrecht erhalten zu können und welche Rolle spielt die private Vorsorge in ihrer Planung? Diese und andere Fragen hat die AXA Schweiz in einer repräsentativen Online Umfrage 1016 Personen gestellt.

Trotz der bekannten Herausforderungen in der beruflichen Vorsorge antwortet nur ein Viertel der Befragten, dass sie überhaupt nicht oder eher nicht zuversichtlich sind, den gewohnten Lebensstandard aufrecht zu erhalten. Auch zeigen sich in der Befragung deutliche Unterschiede zwischen der Deutschschweiz und der Romandie. Während nur 19 Prozent der Befragten in der deutschsprachigen Schweiz davon ausgehen, den gewohnten Lebensstandard überhaupt nicht oder eher nicht aufrecht zu erhalten, sind es in der französischsprachigen Schweiz mit 47 Prozent wesentlich mehr.

Bröckelndes Vertrauen in die 1. und 2. Säule

Die erste und zweite Säule sollen nach der Pension ein Renteneinkommen von rund 60% des letzten Einkommens garantieren und damit verfassungsgemäss den gewohnten Lebensstandard sichern. Doch mit der gestiegenen Lebenserwartung, dem vorherrschenden Tiefzinsumfeld und den politischen Rahmenbedingungen wird es zunehmend schwieriger, diesen Wert zu erreichen. Kristian Kanthak, Leiter Private Vorsorge AXA Schweiz: «Dieser Anteil schmilzt stetig. Wie die Umfrage zeigt, bleiben die Erwartungen an die Höhe der künftigen Rente gleichwohl hoch.» Gemäss der AXA-Umfrage gab mehr als ein Fünftel (21 Prozent) der Befragten an, dass sie mehr als 80 Prozent ihres letzten Einkommens aus der staatlichen- und beruflichen Vorsorge beanspruchen, um den gewohnten Lebensstandard aufrecht erhalten zu können. Das Gros der Antwortenden (37 Prozent) benötigt eine Rente zwischen 61 und 80 Prozent des letzten Lohnes.

«Damit künftige Rentner ihren gewohnten Lebensstandard weiterführen können, reicht es in vielen Fällen nicht mehr aus, nur auf 1. und 2. Säule zu setzen. Die Leistungen der beiden Säulen sind unter Druck. Damit spielt die Private Vorsorge, die 3. Säule, eine immer wichtigere Rolle.»

Kristian Kanthak, Leiter Private Vorsorge AXA Schweiz

Trotz der relativ hohen Ansprüche ist das Vertrauen in die beiden tragenden Säulen des Schweizer Vorsorgesystems lediglich mittelmässig ausgeprägt. Nur ein Drittel gibt an, sehr grosses oder eher grosses Vertrauen in die AHV zu haben. Bei der beruflichen Vorsorge (BVG) sieht es identisch aus (34 Prozent). Zwar ist die Zuversicht, den Lebensstandard im Rentenalter aufrecht zu erhalten, relativ hoch. Allerdings sind nur 17 Prozent überzeugt (eher und sehr zuversichtlich), dass dieser Lebensstandard durch die 1. und 2. Säule finanziert werden kann. Der grösste Teil der Befragten (39 Prozent) ist nur mittelmässig zuversichtlich, was die Finanzierung ihrer Rente durch die beiden ersten Säulen betrifft.

Nur die Hälfte der Geringverdiener sparen in der Säule 3a

«Damit künftige Rentner ihren gewohnten Lebensstandard weiterführen können, reicht es in vielen Fällen nicht mehr aus, nur auf 1. und 2. Säule zu setzen», sagt Kanthak. «Die Leistungen der beiden Säulen sind unter Druck. Damit spielt die Private Vorsorge, die 3. Säule, eine immer wichtigere Rolle.» Tatsächlich sind oft zusätzliche Sparmassnahmen nötig, um allfällige Vorsorgelücken zu füllen. Insbesondere bei den Geringverdienern. Doch gerade jene, die es am nötigsten haben, können es sich am wenigsten leisten, in der Säule 3a zu sparen. So geben von jenen Befragten, die maximal 6000 Franken monatlich verdienen, nur 55 Prozent an, in der Säule 3a zu sparen. Im Durchschnitt sparen 71 Prozent der Befragten in einer Säule-3a-Lösung. Je höher Einkommen und Vermögen sind, desto verbreiteter ist das Sparen in der privaten Vorsorge. Bereits 76 Prozent sind es bei einem Lohn zwischen 6000 und 9000 Franken. Bei einem Monatseinkommen von mehr als 12’000 Franken sparen 86 Prozent der Antwortenden in der 3. Säule. Der Anteil jener mit einem Vermögen von mehr als 250’000 Franken liegt sogar bei 88 Prozent. Am anderen Ende stehen die 18 bis 25-Jährigen. Hier haben zwei Drittel (67 Prozent) noch keine Säule-3a-Lösung, weil sie es vor allem als zu früh erachten oder kein oder zu wenig Geld haben.

Das Tiefzinsumfeld macht aber auch vor den 3a-Lösungen nicht halt. «Wer seine private Vorsorge auf dem klassischen Konto parkiert, erhält nur sehr tiefe Zinsen. Damit steigt das Risiko einer Vorsorgelücke», so Kanthak. Tatsächlich geben 45 Prozent der Befragten an, eine klassische Säule-3a-Lösung bei einer Bank zu haben, 25 Prozent verfügen über eine klassische Versicherungslösung. Demgegenüber stehen 14 Prozent, die ein 3a-Wertschriftendepot bei einer Bank beziehungsweise 5 Prozent bei einer Versicherung haben.

Lediglich 30 Prozent der Personen, die aktuell noch keine Wertschriften in der 3. Säule haben, können sich vorstellen, in Zukunft eher oder ganz sicher mit einem Wertschriftenanteil in ihrer Säule 3a zu sparen. Sie gewichten Sicherheit höher als Rendite. Viele setzen bei einem höheren Wertschriftenanteil einen Kapitalschutz oder eine vereinbarte Mindestrückzahlung voraus. Jene, die nicht zu 100 Prozent in Wertschriften investiert sind, würden ihren Wertschriftenanteil zu 54 Prozent eher oder ganz sicher erhöhen.

Grosse Mehrheit für Erhöhung Rentenalter 65 für Frauen

Ein Grossteil der Befragten wünscht sich zudem einen Ausbau der privaten Vorsorge. Rund zwei Drittel befürwortet (sehr gute oder eher gute Idee) eine Erhöhung des Maximalbeitrags beim 3a Sparen. Mit 51 Prozent ist die Zustimmung bei Personen, die maximal 6000 Franken verdienen, tiefer. Bei einem Einkommen zwischen 6000 und 9000 Franken befürworten bereits 63 Prozent eine Erhöhung des Maximalbeitrages. Auch hier gilt: Je höher das Einkommen, desto höher ist die Zustimmung. Bei den Top-Verdienern mit einem Monatseinkommen von mehr als 12000 Franken votiert eine grosse Mehrheit von 82 Prozent für die Erhöhung des Maximalbetrages. Auch der politische Vorstoss, die Säule 3a für im Haushalt lebende Partner ohne Einkommen zu öffnen, stösst auf grosse Akzeptanz. 89 Prozent befürworten diese Idee.

«Die Resultate zeigen, dass sich viele Befragte bewusst sind, dass sie ihre Rente nicht mehr nur aus der 1. und 2. Säule bestreiten werden können.»

Kristian Kanthak

Gross ist auch die Zustimmung zum Rentenalter 65 für Frauen. 64 Prozent würden einer Erhöhung zustimmen. Während der Ja-Anteil der Männer bei 77 Prozent liegt, stimmen bloss 51 Prozent der Frauen zu. Nicht mehrheitsfähig ist weiterhin die Anpassung des Rentenalters an die Lebenserwartung, obwohl die Menschen in der Schweiz nach der Pensionierung eine Lebenserwartung von über 21 Jahre haben, gegenüber rund 17 Jahren bei der Einführung des BVG 1985. 50 Prozent lehnen die Anpassung des Rentenalters an die Lebenserwartung ab, 42 Prozent stimmen zu. Klar befürwortet wird die Frage von den 18 bis 25-Jährigen mit einem Ja-Anteil von 60 Prozent.

Kanthak: «Die Resultate zeigen, dass sich viele Befragte bewusst sind, dass sie ihre Rente nicht mehr nur aus der 1. und 2. Säule bestreiten werden können.»

Die Studie

Das Marktforschungsinstitut Intervista hat die repräsentative Online-Umfrage im Auftrag der AXA Schweiz zwischen dem 7. und 15. August 2019 bei 1016 Personen aus der Deutsch- und Westschweiz im Alter zwischen 18 und 65 Jahren durchgeführt.

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