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Arbeit – oder Fussball? Der Traum von der Profikarriere

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Rund CHF 500 000 pro Jahr verdient die Brasilianerin Marta, sechsmalige Weltfussballerin des Jahres und derzeit in Orlando unter Vertrag. Von einem solchen Gehalt können Schweizer Spitzenfussballerinnen nur träumen. 

Die meisten der Frauen legen täglich einen Spagat zwischen Ausbildung oder Job und Leistungssport hin, bei dem wenig Zeit für Freunde oder Freizeit bleibt. Die im Fussball erhaltene finanzielle Entschädigung deckt die Kosten meistens nicht. Die grosse Mehrheit der Spielerinnen in der Schweiz wird für ihre sportlichen Leistungen nicht entschädigt. 

Führt der duale Weg zum sportlichen Erfolg? 

1995 wurde das erste SFV-Nachwuchsförderungskonzept lanciert: Der duale Bildungsweg sollte Mädchen und Jungen gleichermassen ermöglichen, Sport und Ausbildung zu vereinen. Ob Sport-Gymnasium, Sport Academy oder das Sport-KV – die Möglichkeiten scheinen erfolgsversprechend, sofern Leistung, Effort und Disziplin stimmen.

Doch tatsächlich fordert das duale System viele Kompromisse, denn Profisport lässt sich nur schwer mit Ausbildung, Studium oder Beruf unter einen Hut bringen. Am Ende schaffen nur die besten Spielerinnen den Sprung ins Ausland und werden fair entlöhnte Profi-Fussballerinnen. Die Spitzenfussballerinnen in der Schweiz müssen Leistungssport und Beruf für den Lebensunterhalt koordinieren. 

Gelungene Nachwuchsförderung

Malin Gut aus Niederrohrdorf bei Baden spielt Fussball im Verein, seit sie fünf Jahre alt ist. Zuerst in Däniken, dann viele Jahre in Fislisbach und bis zur U-15 zusammen mit den Jungs beim FC Baden. Während dieser Zeit besuchte die hochbegabte Spielerin das Ausbildungszentrums des Schweizerischen Fussball Verbands (SFV) und lebte bei einer Gastfamilie. Das sei wegen des Heimwehs eine schwierige Zeit gewesen, gibt die Aargauerin zu. «Es gab viele Phasen, in denen ich meine Entscheidung hinterfragte.» Doch sie zog die drei Jahre durch. 

Die wöchentliche Gesamtbelastung mit sechs Trainings und dem Abschlusstraining im Verein stellt eine grosse Herausforderung für die Spielerinnen dar. (Foto: Ronny Frei)

2015 wechselte die Mittelfeldspielerin ins Sportgymnasium Rämibühl und direkt in die erste Mannschaft des FC Zürich, dem Serienmeister der NLA. Im Oktober 2018 feierte Gut ihr Debüt in der Schweizer Nationalmannschaft und hat mittlerweile schon vier A-Länderspiele für die Schweiz absolviert. Seit Sommer 2019 spielt die 19-Jährige für GC Zürich – doch nur für eine Saison. Denn seit einigen Wochen hat das Ausnahmetalent die Matur in der Tasche und einen Vertrag mit dem FC Arsenal in England.

Auf der «Homepage der Gunners» spricht die 19-Jährige über ihren Wechsel: «Als ich zum ersten Mal davon hörte, dass Arsenal Interesse an mir hat, habe ich mir als Erstes die Kaderliste angeschaut und war beindruckt von der Klasse dieser Spielerinnen. Ich freue mich sehr darauf, an dieser Aufgabe zu wachsen, besser zu werden und mit Grössen wie Kim Little oder Jordan Nobbs, die schon seit vielen Jahren für den Club spielen, in einem Team zu sein. Es fühlt sich grossartig an, um ehrlich zu sein.» Damit hat Malin Gut als eine der wenigen Schweizer Fussballerinnen den Schritt in die Professionalität geschafft und kann von ihrer Leidenschaft, dem Fussball, leben. 

Tagesplanung einer Spielerin

Uhrzeit Aufgabe
06.00 Uhr Aufstehen
07.00–12.00 Uhr Arbeiten
12.00–13.00 Uhr Mittagspause
13.00–17.00 Uhr Arbeiten
19.00–22.00 Uhr Training, Regenerationsmassnahmen, Duschen etc.
23.00 Uhr Verpflegung
00.00 Uhr Schlafen 
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Spitzensport oder Brotjob?

Spitzenleistungen hin oder her: Schweizer Fussballerinnen verdienen kaum mehr als Amateure. Ihre Schuhe bezahlen sie oft selbst, neben Trainingseinheiten und Turnieren gehen die Spielerinnen arbeiten, studieren oder zur Schule. Es bleibt kaum Zeit für Familie, Freunde oder Regenerationsphasen.

Dabei spielt Regeneration eine entscheidende Rolle für Spitzensportlerinnen und -sportler: Nach hohen Belastungen und kleinen Verletzungen ist es wichtig, dem Körper dabei zu helfen, die Anstrengung zu verarbeiten und das Leistungsniveau dadurch zu steigern. 

Fehlende Regeneration ist das grössere Manko

«Jede Spielerin, die den Sprung in die höchste Liga der Schweiz schafft, muss voll arbeiten oder studiert nebenbei. Darüber hinaus wird vier Mal pro Woche abends trainiert und am Wochenende geht in der Regel ein Tag für ein Spiel drauf», so Martina Moser, Stammspielerin beim FCZ. Sie führt weiter aus: «Wenn das Spiel auf den Sonntag fällt, wird der Samstag für ein Training genutzt. So bleibt null Zeit übrig – ausser vielleicht ein Abend pro Woche. Genau hier muss angesetzt werden: Regenerationszeit ist für uns Spielerinnen wertvoller als die Rückerstattung der Spesen.»

Malin Gut wechselt nach einer Saison bei GC auf die Insel zur Frauenmannschaft des FC Arsenal. (Foto: Ronny Frei)

Amateur, Halbprofi oder Profi?

Die 34-Jährige würde den Fussball jedoch nie aufgeben: «Zusammen mit meiner Mannschaft auf dem Platz zu stehen, sich gemeinsam freuen, das Feeling, das Spiel allein gibt mir extrem viel.» Profi-Fussballerin sollte man sie aber dennoch nicht nennen, meint sie. «Denn das sind wir bei Weitem nicht. Wir sind leidenschaftliche Fussballerinnen. Der Ausdruck Profi-Fussballerin ist nicht passend – wir erhalten keinen Lohn.»

Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung

Nicht nur Mittel fehlen, auch Publikum und Sponsoren bleiben oft aus. Bei NLA-Partien jubeln selten mehr als 100 Zuschauer am Spielfeldrand und auch die Medien sind kaum präsent – die Liga gilt als unattraktiv, die Spielerinnen als zu wenig bekannt. Die traurige Konsequenz: Weil die Vereine mit den Frauen kein Geld verdienen, haben sie auch kein Interesse, in diesen Sport zu investieren.

Fakt ist: Der Weg zum Standard der Männer ist noch weit und steinig. Doch nun ist ein erster Schritt getan. Seit August 2020 ist die AXA die erste Partnerin der Women’s Super League. Mit ihrem Engagement macht sie sich für die Spielerinnen von heute stark – und setzt sich dafür ein, dass der Frauenfussball die Anerkennung erhält, die er verdient.

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