Mobilität

Sicher unterwegs mit Max der Dachs

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Kinder bis 12 Jahre dürfen seit Anfang Jahr auf dem Trottoir velofahren. Dieser Gesetzesbeschluss soll Unfälle von Kindern mit Autos verhindern. Unfallforscher Michael Pfäffli spricht über den Nutzen des neuen Gesetzes, die Stiftung für Prävention der AXA und über eine App, die die Verkehrssicherheit für Kinder erhöhen soll.

Michael Pfäffli, was sind die Vorteile des neuen Gesetzes?

Die Strassen sind über die letzten Jahre für alle Verkehrsteilnehmenden sicherer geworden. Besonders bei Unfällen, bei denen Kinder involviert sind, gibt es einen deutlichen Rückgang: Verzeichnete man 1980 noch 1700 schwer verunfallte Kinder, sind es heute nur 10 Prozent davon. Dennoch gehören Kinder nach wie vor zu den gefährdetsten Verkehrsteilnehmenden. Der Gesetzesentscheid des Bundesrats geht in eine gute Richtung. So haben Kinder mit dem Trottoir einen neuen Platz zur Verfügung, auf dem sie sich sicherer fühlen als auf der Strasse. Noch unklar ist aber, ob das neue Gesetz die Verkehrssicherheit tatsächlich erhöht.

Aus welchen Gründen?

Man muss bedenken, dass rund 10 Prozent der schweren Velounfälle bei Kollisionen mit Fussgängern passieren. Diese Zahl könnte sich natürlich erhöhen, wenn mehr Kinder auf dem Trottoir unterwegs sind.  Klar ist: Ein Gesetz allein wird Kinder nicht vor Unfällen bewahren. Es bleibt zentral, die Kinder für die Gefahren im Strassenverkehr zu sensibilisieren und ihnen das richtige Verhalten von Klein auf beizubringen.

Wie sensibilisiert man Kindern denn konkret am besten für die Gefahren im Strassenverkehr?

Das Wichtigste ist: Gehen Sie mit Ihrem Kind raus, zeigen Sie ihm konkret alle Situationen. Weisen Sie es an, wie es sich richtig verhält und lassen Sie es üben! Besonders bevor Kinder einen Weg alleine zurücklegen – beispielsweise, wenn sie neu in den Kindergarten oder in die Schule kommen – sollten sie diesen mehrmals gemeinsam mit den Eltern geübt haben und wissen, wo die Gefahren lauern.

Daneben gibt es auch spielerische Möglichkeiten, das korrekte Verhalten im Strassenverkehr zu üben. So zeigt das Maskottchen «Max der Dachs» der AXA Stiftung für Prävention Kindern das korrekte Verhalten im Strassenverkehr auf eine sympathische und zielgruppengerechte Art und Weise. Max der Dachs bietet Unterrichtsmaterial und Verkehrssicherheitskurse für Schulen an, welche auf der Website der Stiftung für Prävention der AXA gebucht werden können. Und seit Kurzem ist Max auch digital unterwegs: Mit Hilfe einer App (für iOS und Android) können Kinder auf einem virtuellen Schulweg das richtige Verhalten in potenziell gefährlichen Situationen lernen. Denn alleine 40 Prozent aller Unfälle mit Kindern passieren aktuell auf dem Schulweg.

Wo lauern für Kinder die grössten Gefahren im Strassenverkehr?

Kinder haben ein anderes Mobilitätsverhalten als Erwachsene. Sie sind häufiger zu Fuss, mit dem Fahrrad oder dem Trottinett unterwegs. Deswegen sind sie auch von anderen Verkehrsrisiken betroffen als Erwachsene. Darüber hinaus sind die kognitiven Fähigkeiten von Kindern noch nicht so ausgeprägt wie bei Erwachsenen. Eine geringere Aufmerksamkeit und eine falsche Situationseinschätzung im Strassenverkehr ist die Konsequenz. Beispielsweise können Kinder nicht abschätzen, wie schnell ein Auto unterwegs ist oder ob es noch rechtzeitig bremsen kann. Aus diesem Grund werden die meisten Unfällen mit Velos von Kindern selbst verursacht. Umso wichtiger ist es, den Kindern den richtigen Umgang im Strassenverkehr aufzuzeigen. Genau dort setzen wir mit der Stiftung für Prävention der AXA an.

Was unternimmt die Stiftung für Prävention der AXA konkret für mehr Sicherheit auf den Strassen?

Ein wichtiger Fokus liegt auf der Sozialisierung der Kinder im Strassenverkehr. Speziell der Schulweg ist wichtig, da dort sehr viele Unfälle mit Kindern geschehen. Kinder sollen das richtige Verhalten in verschiedenen Situationen spielerisch lernen und trainieren. Mit Max der Dachs haben wir eine Figur ins Leben gerufen, die Kindern das richtige Verhalten im Strassenverkehr auf eine sympathische Weise zeigt. Ein Schulbesuch von Max der Dachs ist immer ein Highlight für die Kinder!

Zudem fördern wir diverse Forschungsprojekte, die mit neuen Ansätzen die Verkehrssicherheit erhöhen wollen. Dabei ist es uns wichtig, dass diese Projekte konkret und umsetzungsorientiert sind, um in absehbarer Zeit einen Beitrag für mehr Sicherheit auf den Strassen zu leisten.

Michael Pfäffli

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Stiftungsratspräsident

Michael Pfäffli ist Unfallforscher bei der AXA und Stiftungsratspräsident der AXA Stiftung für Prävention. Er setzt sich in seinem Beruf täglich mit den Gefahren im Strassenverkehr und vor allem deren Reduktion auseinander. Er ist mit viel Herz und Elan dabei, die Strassen in Zukunft für alle Verkehrsteilnehmenden sicherer zu machen.

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