Mobilität

«Ich kann mir keine sinnvollere Aufgabe vorstellen, als mich tagtäglich für die Sicherheit im Strassenverkehr einzusetzen»

AXA/Marco Vara
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2019 gab es in der Schweiz so wenig Verkehrstote wie nie. Zum ersten Mal überhaupt lag die Zahl der Opfer im Strassenverkehr unter 200. Nicht zuletzt sind solche Zahlen ein Verdienst der Präventionsarbeit, wie sie unter anderem von der Stiftung für Prävention der AXA geleistet wird. Trotz dieser erfreulichen Zahlen gibt es weiterhin viel zu tun, wie Bettina Zahnd, Präsidentin der Stiftung, im Interview erzählt. 

Bettina, seit August 2018 bist du Präsidentin der Stiftung für Prävention der AXA. Weshalb braucht es eine solche Stiftung? 

Mobilität ist für uns alle ein zentraler Bestandteil unseres Alltags. Immer mehr und immer unterschiedlichere Verkehrsteilnehmende teilen sich den gleichen Raum. Umso wichtiger ist es, dass alle von ihnen sichere Bedingungen vorfinden und wissen, wie sie sich für die sichere, urbane Mobilität fit machen können. Dafür setzt sich die Stiftung für Prävention der AXA seit 1973 ein.

Wenn ich an die Stiftung denke, muss ich an Max den Dachs denken. Was hat es mit Max auf sich? 

Seit über zehn Jahren hilft Max den Jüngsten, sich sicher im Strassenverkehr zu bewegen und bringt ihnen bei, wo die Gefahren lauern. Mit der MaxApp können Kinder beispielsweise ihren Kindergarten- oder Schulweg üben. Darüber hinaus sensibilisiert er mit Plakatkampagnen auch die Erwachsenen für dieses wichtige Thema.  

Kinder im Strassenverkehr ist also ein Schwerpunkt der Stiftung. Worauf setzt die Stiftung sonst noch? 

Der zweite Schwerpunkt ist die Forschungsförderung. Diese erfolgt sowohl durch einen finanziellen Beitrag wie auch mittels fachlicher Begleitung durch ein Stiftungsratsmitglied. Wir sehen viel Handlungsbedarf im Bereich der urbanen Mobilität der Zukunft: Während die Zahl der verunfallten Fussgänger oder Autofahrer zwar abgenommen hat, nimmt diejenige der E-Bike-Fahrer beispielsweise zu. Das sind gegenwärtige Herausforderungen, denen sich die Forscher mit Unterstützung der Stiftung für Prävention widmen.

Welche Art von Projekten unterstützt die Stiftung? 

Das Wichtigste ist, dass die Projekte thematisch passen, also die urbane Mobilität der Zukunft sicherer machen. Dabei achten wir darauf, dass die geplante Forschung auch umgesetzt werden kann und sie die Sicherheit auf den Strassen tatsächlich erhöht. Wir beurteilen aber auch, ob die Idee neu ist und ob das Forschungsgesuch ganz prinzipiell zur Stiftung passt. 

Kannst du konkrete Beispiele nennen?

Ein kürzlich abgeschlossenes Projekt befasste sich mit der Vortrittsmissachtung am Fussgängerstreifen. Nach einer Untersuchung in der Stadt Zürich stellte sich heraus, dass gewisse Voraussetzungen zu mehr Missachtungen führen als andere: Führt ein Fussgängerweg zum Beispiel direkt auf den Fussgängerstreifen zu, so dass der Fussgänger die Strasse ohne Richtungsänderung überqueren kann, führt dies häufiger zu Konfliktsituationen. Diesem Umstand wird bei der Planung in Zukunft Rechnung getragen. Eher unerwartet fanden die Forscher zudem heraus, dass Fahrradfahrer bei Konfliktsituationen am Fussgängerstreifen eine wesentliche Rolle spielen. 

Ein Projekt, das wir aktuell fördern, ist das Schulweg-Projekt im Kanton Tessin: Die Universität SUPSI überprüft, ob und wie ein digitales Lernprogramm für Kinder und eine App für deren Eltern zu einer nachhaltigen und sicheren Mobilitätspraktik von Kindern und Eltern auf dem Schulweg beitragen können. Ziel ist es, die Kinder zu motivieren, vermehrt selbständig zu Fuss zur Schule zu gehen.

«Ich kann mir keine sinnvollere Aufgabe vorstellen, als mich tagtäglich für die Sicherheit im Strassenverkehr einzusetzen.»

Und was sind konkrete Massnahmen, die aufgrund solcher Projekte in den letzten Jahren umgesetzt wurden?

In einem Projekt, das 2015 abgeschlossen wurde, untersuchte die Universität Zürich gemeinsam mit der Stadt Zürich den Nutzen von Rot eingefärbten Velostreifen – sogenannte Veloboxen – in der Strassenmitte vor Abzweigungen. Die Untersuchung hat gezeigt, dass eine Velobox die Sicherheit auf der Strasse erhöht und von den Verkehrsteilnehmenden sehr geschätzt wird. Seither setzt die Stadt Zürich vermehrt auf solche Veloboxen. 

In einem anderen von uns unterstützten Projekt hat die Stiftung RoadCross ihre Präventionsschulungen an Gymnasien und Berufsschulen neu konzipiert – eine wichtige Zielgruppe für Präventionsmassnahmen. Bisher waren die Schulungen vor allem auf das Autofahren ausgerichtet. Zusammen mit Präventionsspezialisten und Vertretern der Zielgruppe wurden neue Methoden entwickelt, wie junge Erwachsenen optimal angesprochen werden können. In einem zweiten Teil des Projekts werden nun Kurse nach dem neuen Konzept durchgeführt und evaluiert.

Präventionsschulungen an Gymnasien und Berufsschulen (zVg RoadCross)

Die Stiftung wird durch die AXA alimentiert. Heisst das, dass die AXA entscheidet, welche Projekte eine Förderung erhalten?

Die Stiftung ist in ihrer Entscheidungsfindung unabhängig. Der Stiftungsrat beschliesst im Sinne des Stiftungszwecks, welche Strategie verfolgt wird und welche Projekte umgesetzt werden. Vier Stiftungsratsmitglieder sind bei der AXA angestellt, drei sind externe Experten aus dem Bereich Prävention. 

Du bist Leiterin Unfallforschung & Prävention der AXA. Wie passen diese beiden Aufgaben zusammen?

Das Thema Prävention ist ein wichtiger Pfeiler der AXA. In meinem Bereich Unfallforschung & Prävention fokussieren wird uns auf Unfälle, die durch versicherte Fahrzeuge verursacht wurden und folglich auch durch diese verhindert werden könnten. In der Stiftung für Prävention sind wir thematisch freier. Das Ziel ist, den Strassenverkehr für die gesamte Gesellschaft sicherer zu gestalten, so dass möglichst niemand unter den Folgen von Verkehrsunfällen leiden muss.

Was ist deine persönliche Motivation, dich in diesem Bereich zu engagieren?

Ich kann mir keine sinnvollere Aufgabe vorstellen, als mich tagtäglich für die Sicherheit im Strassenverkehr einzusetzen. Mitzuhelfen und einen Beitrag dazu zu leisten, dass es weniger Leid durch Strassenverkehrsunfälle gibt, motiviert mich jeden Tag aus Neue.

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    Bettina Zahnd

    Bettina Zahnd leitet die Unfallforschung & Prävention der AXA und präsidiert die Stiftung für Prävention der AXA. Neben ihren Aufgaben innerhalb der AXA vertritt sie den Schweizerischen Versicherungsverband als Vizepräsidentin des Stiftungsrats der Beratungsstelle für Unfallverhütung, bfu, und ist Mitglied der Verwaltungskommission des Fonds für Verkehrssicherheit. Bettina Zahnd startete 2004, nach ihrem Studium der Physik an der Universität Bern, in der Unfallforschung der AXA. Für ihre Arbeit in der Unfallforschung wurde sie 2015 mit dem Preis der Joseph-Ströbel-Stiftung in München ausgezeichnet. Bettina Zahnd ist verheiratet und Mutter von zwei Kindern.

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