Vorsorge

Wiedereinstieg nach Mutterschaft: Tipps für Mamas

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Das erste Kind bringt grosse Veränderungen mit sich. Als Mama erfinden Sie sich ein Stück weit neu. Der Wiedereinstieg ins Berufsleben nach Mutterschaftsurlaub oder Elternzeit ist für viele Mütter ein wichtiger Schritt. Bereiten Sie sich gründlich darauf vor – und frühzeitig.

Schon die Schwangerschaft war kein Spaziergang. Die Geburt auch nicht. Doch seit dieses Baby da ist, ist einfach alles ... ANDERS! Mutter zu werden stellt das Leben einer Frau auf den Kopf wie kein anderes Lebensereignis. Frau ist so beschäftigt wie nie zuvor, die Wochen und Monate der Babypause fliegen dahin und der Wiedereinstieg in den Job nähert sich mit Riesenschritten. Vielen Müttern fällt es nicht leicht, einen freien Kopf zu bekommen. Darum ist es gut, wenn Sie bereits während der Schwangerschaft die wichtigsten Themen reflektiert und besprochen haben. Ganz oft vergessen geht dabei das Thema Vorsorge: Sind Sie im neuen Lebensabschnitt noch ausreichend abgesichert?

Alter Job, neuer Alltag

Die höchsten Höhen und die tiefsten Täler – sie liegen mit einem Mal so unfassbar nah beieinander. Und nein, daran sind nicht nur die Hormone schuld! Ganz abgesehen von den biochemischen Prozessen im Körper einer Frau ist es eine gewaltige Umstellung, plötzlich 24/7 für ein kleines, hilfloses Wesen verantwortlich zu sein. Kaum haben Sie angefangen, diese Veränderungen ein wenig zu verdauen, ist der Mutterschaftsurlaub oder die Elternzeit vorbei. Der berufliche Wiedereinstieg ist für viele Frauen eine Herausforderung. Denn im Job läufts mehr oder weniger wie gehabt. Nur Sie als frischgebackene Mutter sind nicht mehr dieselbe. Vielleicht fragen Sie sich sogar: «Ja, passe ich jetzt da überhaupt noch rein?»

Keine Sorge: Solche Bedenken sind völlig normal. Geben Sie sich beim Wiedereinstieg Zeit, anzukommen und im neuen Alltag Ihren Platz zu finden. Machen Sie sich Gedanken, was Ihnen helfen könnte. Wären Sie in einer neuen Position glücklicher? Mit anderen Aufgaben? Stehen Sie zu Ihren Bedürfnissen und kommunizieren Sie offen. Seien Sie sich bewusst, dass Sie nach wie vor bei der Arbeit einen wertvollen Beitrag leisten, und machen Sie sich selbst nicht klein. 

Kinder als Karrierekick

Kinder zu kriegen kann für Ihre berufliche Laufbahn ein Risiko sein – muss es aber nicht! Auch das Gegenteil kann zutreffen: Die Care-Arbeit bietet perfekte Chancen, Fähigkeiten zu erwerben oder auszubauen. Mütter punkten zum Beispiel besonders oft mit Planungskompetenz, Improvisationstalent und einem überzeugenden Krisenmanagement. Soft Skills, die in der Familie überlebenswichtig sind – und im Beruf durchaus nützlich. Lesen Sie hier über Mütter, die dank Kind(ern) beruflich durchgestartet sind. Inzwischen gibt es zu diesem Thema sogar Studien. Kluge Vorgesetzte werden also Ihre persönliche Entwicklung zu schätzen wissen. Wer weiss: Vielleicht können Sie jetzt sogar eine Lohnerhöhung verhandeln?

 

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    Stillen am Arbeitsplatz

    Gemäss Schweizer Arbeitsgesetz haben Sie als Mutter das Recht, bis zum 1. Geburtstag Ihres Babys während der bezahlten Arbeitszeit zu stillen oder Muttermilch abzupumpen. Alle relevanten Infos zum Thema finden Sie bei:

    Stillförderung Schweiz

Wiedereinstieg: Wann zurück in den Job?

In der Schweiz haben Berufstätige von Gesetzes wegen 14 Wochen (98 Tage) bezahlten Mutterschaftsurlaub. Einige Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber gewähren ihren Mitarbeiterinnen einen längeren bezahlten Urlaub. Allenfalls können Sie gleich im Anschluss Überzeit, Ferien oder unbezahlten Urlaub beziehen. Prüfen Sie Ihre Optionen – und falls nichts dergleichen vorgesehen ist, fragen Sie nach. Besprechen Sie den Zeitpunkt Ihres Wiedereinstiegs in den Beruf frühzeitig mit Ihrer Arbeitgeberin oder Ihrem Arbeitgeber. Vereinbaren Sie ein Gespräch einige Wochen nach der Geburt, um Ihren Plan zu bestätigen oder aber anzupassen. Nicht wenige frischgebackene Mütter stellen erst während des Mutterschaftsurlaubs fest, dass sie gern länger zu Hause bleiben würden. Möglicherweise gibt es dafür in Ihrem Unternehmen Verhandlungsspielraum?

Teilzeit: Welches Pensum nach Babypause?

Ihre Arbeitgeberin oder Ihr Arbeitgeber ist grundsätzlich nicht verpflichtet, Ihren Wunsch nach einer Reduktion des Pensums zu erfüllen. Wenn Sie nichts unternehmen, bleibt Ihr aktueller Arbeitsvertrag unverändert gültig. Suchen Sie das Gespräch, sobald Sie Ihre Schwangerschaft bekanntgegeben haben. In den meisten Fällen findet sich eine gute Lösung. Vielleicht ein Jobsharing? Denken Sie auch an unkonventionelle Wege, wie zum Beispiel Ihre Arbeitsstunden auf mehr Arbeitstage zu verteilen oder auf weniger Arbeitstage zu konzentrieren. Sie können Ihre Arbeit frei einteilen? Vielleicht entlastet es Sie, morgens zeitig anzufangen und früh Feierabend zu machen. Oder Sie arbeiten vermehrt im Homeoffice und sparen dadurch Wegzeit. 

 

Tipps für Väter

  • Vaterschaftsurlaub: Von Gesetzes wegen stehen Ihnen in der Schweiz mindestens zwei Wochen bezahlter Vaterschaftsurlaub zu. Diese können innerhalb der ersten sechs Monate nach der Geburt bezogen werden – am Stück oder tageweise. Planen Sie zusätzlich Ferien oder unbezahlten Urlaub? Besprechen Sie Ihre Wünsche frühzeitig mit Ihrer Arbeitgeberin oder Ihrem Arbeitgeber.
  • Anpassung des Pensums: Falls Sie Ihr Pensum reduzieren möchten, setzen Sie sich selbstbewusst dafür ein. Legen Sie Ihre Gründe dar. Beim aktuellen Fachkräftemangel ist Ihre Position nicht schlecht.
  • Vaterpflichten: Schlaflose Nächte, erschöpfte Partnerin, unzählige Termine … In Ihrem neuen Leben sind Sie vielleicht nicht immer in Topform, nicht mehr ganz so flexibel und auch nicht bereit, so viele Überstunden zu leisten wie bisher. Reden Sie offen über Ihre Herausforderungen, aber signalisieren Sie gleichzeitig Verständnis für die Anliegen des Unternehmens. So lassen sich meist gute Kompromisse finden.

Nach Berufspause: Wo einen Job finden? 

Haben Sie zugunsten der Kinder Ihren alten Job gekündigt und nun eine längere Elternzeit hinter sich, gestaltet sich der Wiedereinstieg ins Berufsleben noch einmal spannender. Ist Ihre ehemalige Arbeitgeberin oder Ihr ehemaliger Arbeitgeber an Ihrer Rückkehr interessiert? Suchen Sie lieber einen neuen Arbeitsplatz näher an Ihrem Wohnort? Oder fassen Sie eine berufliche Neuorientierung ins Auge? Interessante Teilzeitstellen sind auf dem Arbeitsmarkt nicht immer leicht zu finden. Hören Sie sich um und suchen Sie auch auf Stellenportalen wie mama-jobs.ch, mamiexpress.ch oder teilzeitkarriere.ch sowie direkt auf den Websites Ihrer Wunschunternehmen. 

Kinderbetreuung: Wie organisieren wir uns?

Eltern: Machen Sie sich am besten schon während der Schwangerschaft Gedanken, wie Sie und Ihr Partner künftig die Familienarbeit aufteilen wollen. Sind Sie die geborene Hausfrau und Mutter und möchten eine längere Auszeit vom Beruf nehmen? Wünscht Ihr Partner sich Betreuungstage? Wer von Ihnen beiden ist glücklicher im Berufsleben, und wer verdient mehr? 

Verwandte: Gibt es neben Ihnen als Eltern weitere Personen, die sich gern bei der Kinderbetreuung einbringen? Manche Grosseltern reissen sich geradezu um die Enkelinnen und Enkel, andere können oder wollen keine feste Verpflichtung eingehen. Bedenken Sie auch Faktoren wie Belastbarkeit und Gesundheitszustand der Babysitter. Wer betreut den Nachwuchs, wenn die Grossmutter krank ist? Was ist mit Ferienabwesenheiten? Wird Ihr Kind ausschliesslich privat betreut, sollten Sie den Koordinationsaufwand nicht unterschätzen. 

Kita: Falls klar ist, dass Ihr Sprössling eine Kindertagesstätte besuchen wird, kümmern Sie sich umgehend darum. Viele Kinderkrippen sind ausgebucht und haben eine Warteliste. Bevor Sie sich für eine Einrichtung entscheiden, prüfen Sie, ob Ihre Arbeitgeberin oder Ihr Arbeitgeber einen finanziellen Beitrag an die externe Betreuung leistet. Manche Unternehmen haben Verträge mit bestimmten Betrieben und subventionieren nur diese.

Weiteres: Alternativ könnte eine Tagesfamilie oder eine Nanny die perfekte Lösung für Sie sein. Bereits ab zwei Kindern kann es sich lohnen, dass eine Nanny zu Ihnen nach Hause kommt. Dadurch entfällt der Stress mit Hinbringen und Abholen, und Sie geniessen vermutlich mehr Flexibilität. Und im Gegensatz zur Kita versorgt die Nanny auch ein krankes Kind. Hingegen wird es knifflig, wenn die Nanny unvorhergesehen ausfällt. Haben Sie ein Backup für kurzfristige Engpässe?

Und die Work-Life-Balance?

Haha! Work-Life-Balance ist ein Begriff, der so mancher müden Mama ein ebenso müdes Lächeln entlockt. Denn auf Eltern passt diese Formulierung schlichtweg nicht: Life is work, work is life. Keine Chance, beides sauber voneinander zu trennen. Kinder sind die grosse Liebe und der grosse Stress. Gleichzeitig. Pure Lebensqualität und knochenharte Arbeit. Also, fragen wir anders:

Wie bleiben Mütter gesund? 

Zumindest auf Instagram gibt es sie – die tiefenentspannten, perfekten Mamas, die die tausend Kleinigkeiten des Baby- und Kleinkinderalltags mit links jonglieren. Dazu ihre Teilzeitarbeit geniessen, über Mittag mit Kolleginnen essen gehen und am Wochenende voller Energie sind für Grosseinkauf und Familienausflug. (Ach ja, und dabei sind sie natürlich jederzeit top gestylt.) Falls Sie zu dieser Spezies gehören, überspringen Sie bitte das Folgende. Alle anderen Mamas bitte weiterlesen! 

  1. Hinschauen: Viel zu viele Mütter kümmern sich erst dann um ihre Gesundheit, wenn es langsam aber sicher kritisch wird. Doch gerade WEIL Sie für Ihre Familie so wichtig sind, können Sie sich das nicht leisten. Ihr eigenes Wohlbefinden – körperlich, seelisch, geistig – beeinflusst Ihre Familie mehr als alles andere. (Selbstverständlich gilt das auch für Väter!) Spüren Sie also öfter mal in sich hinein: Wie geht es mir? Welche Bedürfnisse habe ich?
  2. Selbstfürsorge: Für alle anderen sorgen Sie schon. Sorgen Sie auch mal für sich selbst! Es nützt niemandem etwas, wenn Sie sich komplett verausgaben und Ihnen irgendwann die Puste ausgeht. Vielleicht erscheint es aktuell (noch) völlig unnötig, aber planen Sie trotzdem Qualitätszeiten ein, die Ihnen guttun. Sport, Musik, Lesen, Verschnaufpausen in der Natur, Zeit mit Freundinnen, Achtsamkeitsübungen ... egal was. Hauptsache, es macht Ihnen Freude. Entspannung ist auf die Dauer lebenswichtig. Sie sind da garantiert keine Ausnahme.
  3. Loslassen: Pausen entstehen nicht von selbst. Und niemand drängt sie Ihnen auf. Sie müssen sie sich nehmen. Und dazu brauchen Sie Unterstützung. Das ist nicht nur okay, sondern sogar gut: Andere Bezugspersonen profitieren ebenso wie Kinder davon, wenn Sie abgeben und loslassen. Es muss nicht immer alles nach Ihrem Plan laufen. Es geht auch anders. Und was gibt es Schöneres, als nach einer wohlverdienten Auszeit den kleinen Schatz wieder in die Arme zu schliessen!

Budget: Wie machen wirs finanziell? 

Familieneinkommen: Erwägen Sie sorgfältig, wie viel Geld Sie künftig brauchen werden, um über die Runden zu kommen. Falls Sie kein Haushaltsbudget führen, ist jetzt ein guter Zeitpunkt, damit zu beginnen. Wir haben eine Reihe von Tipps zusammengestellt, wie Sie als Familie die Kosten im Griff behalten. 

Kinderzulagen: Sobald Ihr Baby geboren ist, informiert Ihr Arbeitgeber – oder der Ihres Partners – die Ausgleichskasse. Von nun an erhalten Sie zusammen mit dem Lohn jeweils eine Kinderzulage. Sie beträgt mindestens CHF 200 pro Kind und Monat (je nach Kanton auch mehr). 

Fremdbetreuung: Achten Sie darauf, dass Sie nicht draufzahlen, wenn Sie Ihre Kinder extern betreuen lassen. Falls der Krippenplatz Ihres Sprösslings nicht subventioniert wird und Sie einen Beruf mit unterdurchschnittlichem Lohn haben, kann dies leicht passieren.

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    Wie viel kostet ein Kind?

    Kinder kosten mehr, als man denkt. Und zwar gleich doppelt: Einerseits haben Sie mehr Ausgaben, andererseits – und dies wiegt oft schwerer – weniger Einnahmen.

    Zum Blogpost

Vorsorge: Wie gut bin ich versichert?

Vorsorge – ein etwas trockenes Thema, das Sie dennoch nicht vernachlässigen sollten. Als Person, die viel Care-Arbeit übernimmt, sind Sie automatisch benachteiligt, was die berufliche Vorsorge betrifft. Bei Teilzeitarbeit entsteht in der 2. Säule eine Vorsorgelücke, da der sogenannte versicherte Lohn viel geringer ausfällt als bei einem 100-Prozent-Job. Falls Sie aufgrund Ihrer Mutterschaft eine längere berufliche Auszeit bzw. Elternzeit nehmen, werden so lange gar keine Beiträge in die Pensionskasse einbezahlt. Solche Beitragslücken führen nach der Pensionierung zu empfindlich gekürzten Renten. Eine ideale Ergänzung zur beruflichen Vorsorge ist die private Vorsorge. Mit den freiwilligen Einzahlungen in die Säule 3a oder 3b bilden Sie Kapital fürs Alter und sparen Steuern. Investieren Sie in einen 3a-Vorsorgeplan, wird Ihr Geld gewinnbringend angelegt und Sie haben zusätzlich die Option, Risiken abzusichern.

Ebenfalls prüfen sollten Sie Ihre Absicherung bei einem unvorhergesehenen Ereignis: Was passiert, wenn Sie aufgrund eines Unfalls oder einer Krankheit für längere Zeit ausfallen? Ist das Familieneinkommen noch sichergestellt? Und wie siehts mit der Kinderbetreuung aus? Gerade für Familien mit kleinem Budget kann eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung eine gute Sache sein. Auch sollte, wer Verantwortung für Kinder hat, eine Todesfallversicherung in Betracht ziehen.

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