Vorsorge

Rente oder Kapital: Was ist besser?

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Viele Schweizerinnen und Schweizer haben in der beruflichen Vorsorge ein kleines Vermögen angespart. Mit Näherrücken der Pensionierung stellt sich die Frage: Wie lässt man sich sein Guthaben von der Pensionskasse auszahlen? Eine wichtige Entscheidung, die Ihre finanzielle Situation nach der Pensionierung langfristig beeinflusst.

Die Finanzierung des Ruhestands ist ein komplexes Thema, bei dem es diverse Faktoren zu berücksichtigen gilt. Sobald Sie pensioniert sind, lassen sich grundlegende Entscheidungen nicht mehr rückgängig machen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich frühzeitig und in aller Ruhe mit Fragen wie diesen auseinandersetzen: Was brauche ich künftig zum Leben? Wie viel Geld kann ich aus der AHV erwarten, wie viel aus der beruflichen Vorsorge? Gibt es zusätzliche Einkünfte, etwa aus der freiwilligen Säule 3a oder 3b? Trage ich Mitverantwortung für einen Partner, eine Partnerin oder für ein Kind? Hege ich besondere Wünsche – zum Beispiel eine ausgedehnte Reise oder eine Schenkung an meine Nachkommen? 

Haushaltseinkommen von Pensionierten in der Schweiz

Wie soll ich mir die Pensionskasse auszahlen lassen?

Was gewichten Sie stärker: ein sicheres Einkommen oder finanzielle Flexibilität? Erst wenn diese Frage beantwortet ist, lässt sich beurteilen, wie Sie Ihr Pensionskassenguthaben am besten entgegennehmen, in Form einer lebenslangen monatlichen Rente oder als einmalige Kapitalauszahlung. Oder Sie teilen Ihr Guthaben auf und erhalten einen Teil davon direkt, einen weiteren Teil als Rente. Die optimale Lösung hängt immer von den persönlichen Umständen ab. Anhand unserer Entscheidungshilfe prüfen Sie schnell und unkompliziert, was am ehesten zu Ihren Bedürfnissen passt. Für eine detailliertere Analyse Ihrer Situation – inklusive gesetzlicher und steuerlicher Aspekte – ist es ratsam, dass Sie sich von einer Expertin oder einem Experten beraten lassen. 

Die wichtigsten Fakten zur Pensionskasse

Die wichtigsten Fakten zur Pensionskasse

Das Vorsorgesystem beruht in der Schweiz auf drei Säulen: der staatlichen, der beruflichen und der privaten Vorsorge. Während eines gesamten Erwerbslebens wird automatisch ein Teil des Lohnes abgezogen und in die Pensionskasse, also die berufliche Vorsorge oder 2. Säule, einbezahlt. Vor dem Pensionsalter besteht kein Zugriff auf dieses Vorsorgeguthaben – es sei denn, man erwirbt Wohneigentum, macht sich selbstständig oder wandert aus. Idealerweise bleiben die Vorsorgebeiträge aber in der Pensionskasse. Denn das in der 2. Säule angesparte Vermögen soll im Alter die AHV-Rente (1. Säule) so ergänzen, dass der gewohnte Lebensstandard beibehalten werden kann. Zum Zeitpunkt der Pensionierung haben die meisten Versicherten mehrere hunderttausend Franken in der Pensionskasse. Dieses Geld gehört den Versicherten. Sie treffen den wichtigen Entscheid, in welcher Form sie es beziehen möchten: als monatliche, lebenslange Rente oder einmalige Auszahlung. Beide Varianten haben bestimmte Vor- und Nachteile. Möglich ist auch eine Kombination aus Rentenbezug und Kapitalbezug.

Welche Vorteile und Nachteile hat eine Rente?

Pro: Für den monatlichen Rentenbezug spricht vor allem die Sicherheit. Sie haben nämlich ein lebenslang garantiertes, regelmässiges Einkommen. Nach Ihrem Tod erhält Ihre Ehegattin oder Ihr Ehegatte eine Witwen- bzw. Witwerrente. Kinder in Ausbildung erhalten eine Kinderrente. Zudem ist die Variante «Rente» für Sie die einfachste: Sie brauchen keinerlei Finanz- und Anlagewissen, da die Pensionskasse sich um Ihr Alterskapital kümmert.

Contra: Die lebenslange Rente hat den Nachteil, dass sie vom Umwandlungssatz der Pensionskasse abhängig ist. Sinkende Umwandlungssätze führen zu immer tieferen Renten im Verhältnis zum Vorsorgekapital. Auch die Teuerung lässt die Kaufkraft des angesparten Kapitals mit den Jahren schrumpfen. Zudem müssen Sie die Rente zu 100 % als Einkommen versteuern. Und sollten Sie früh sterben, geht der Rest Ihres Kapitals an die Pensionskasse und nicht an Ihre Erben.

Umwandlungssatz – was ist das?

Der Umwandlungssatz bestimmt zusammen mit dem angesparten Alterskapital über die Höhe der Rente. Ein Beispiel: Frau F. wird im Alter von 64 Jahren pensioniert. Der Umwandlungssatz ihrer Pensionskasse beträgt in der obligatorischen Vorsorge aktuell 6,8 %. Frau F. hat ein Alterskapital von CHF 300'000.–. Davon erhält sie jedes Jahr 6,8 % – also CHF 20'400.–. Durch 12 geteilt, ergibt dies eine monatliche Rente von CHF 1700.–.

Im überobligatorischen Bereich, also bei Löhnen über CHF 86'040.–, liegt der Umwandlungssatz inzwischen in den meisten Fällen tiefer: In den letzten Jahren mussten die Pensionskassen infolge niedriger Zinsen und steigender Lebenserwartung der Pensionierten ihre Umwandlungssätze anpassen. Künftig ist mit weiter sinkenden Umwandlungssätzen zu rechnen. 

Was sind die Vor- und Nachteile des Kapitalbezugs?

Pro: Wenn Sie sich Ihr Altersguthaben als Kapital auszahlen lassen, geniessen Sie volle Flexibilität. Zum Beispiel können Sie Ihr Geld selbst anlegen, Ihre Hypothek amortisieren oder sich einige langgehegte Wünsche erfüllen. Was nach Ihrem Tod vom Kapital übrig ist, geht vollumfänglich an Ihre Erben. Langfristig sparen Sie auch Steuern: Das Alterskapital wird zum Zeitpunkt des Bezugs – getrennt vom übrigen Einkommen – zu einem reduzierten Tarif (meist 5-15 %) versteuert. Und je nach Wahl der Kapitalanlagen ist der Teuerungsausgleich gewährleistet, etwa durch höhere Erträge.

Contra: Der grösste Nachteil des Kapitalbezugs ist, dass Sie die Risiken selber tragen. Bei einer Geldanlage sind Sicherheit und Höhe Ihres Einkommens abhängig von der Anlagestrategie. Zudem wissen Sie nicht, für wie viele Jahre das angesparte Kapital reichen muss. Es ist möglich, dass Sie sich verkalkulieren und etwa mit einer zu hohen Rendite rechnen. Sie brauchen daher ein wenig Mut zum Risiko, Zeit zum Planen und ein gutes Gespür fürs Investieren – oder eine solide Anlageberatung.

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Wann ist es sinnvoll, Rente und Kapital zu kombinieren? 

Oft werden geringfügige Vorsorgeguthaben eher als Kapital bezogen, mittlere als Rente und hohe Guthaben teils, teils. Jede Pensionskasse muss gemäss Gesetz einen Kapitalbezug von mindestens 25 % des obligatorischen Teils gewähren. Oft kann aber sogar die Hälfte oder das gesamte Guthaben als Kapital bezogen werden. Mit einer Mischform aus Altersrente und Kapitalbezug vereinen Sie die jeweiligen Chancen und Risiken: Das bezogene Kapital macht vielleicht langgehegte Wünsche wahr, die regelmässige Rente gewährt zugleich ein festes Einkommen. Die meisten Pensionskassen stellen Ihnen frei, wie Sie Ihren Bezug aufteilen. Es gibt diverse Strategien, wie Sie zum passenden Verhältnis finden. 

Beispiel 1: Herr B. will nach seiner Pensionierung den Winter jeweils in Südeuropa verbringen. Das bringt Mehrkosten mit sich. Für seinen Lebensunterhalt braucht Herr B. aus der 2. Säule grundsätzlich CHF 2000.– pro Monat, also CHF 24'000.– pro Jahr. Bei einem Umwandlungssatz von 5 % ist dazu ein Kapital von CHF 480'000.– nötig. Herr B. hat aber über CHF 600'000.– Vorsorgekapital. Er kann es sich also leisten, CHF 100'000.– als Kapital zu beziehen.

Beispiel 2: Herr und Frau K. haben CHF 500'000.– bzw. CHF 300'000.– Vorsorgekapital. Sie möchten mit einem Teil dieses Betrags eine Hypothek zurückzahlen. Da die Pensionskasse von Herrn K. den besseren Umwandlungssatz hat, bezieht Herr K. seine CHF 500'000.– als Rente und Frau K. ihre CHF 300'000.– als Kapital. Sollte Herr K. vor seiner Frau versterben, wird diese weiterhin rund 60 % der PK-Altersrente ihres Mannes als Witwenrente erhalten.

Wie beziehen Pensionierte ihr Altersguthaben?

Warum die Pensionierung so früh planen?

Was Sie vor Ihrer Pensionierung entscheiden, hat auf Ihr späteres Leben einen grossen Einfluss. Dennoch gibt es Grund genug, die Pensionierungsplanung nicht als lästige Pflicht, sondern als etwas Schönes zu betrachten. Träumen Sie, schmieden Sie Pläne, malen Sie sich Ihre künftige Freiheit aus! Sobald Sie eine Vorstellung davon haben, was Ihnen in finanzieller Hinsicht wichtig ist, können Sie anhand Ihrer Prioritäten die Zukunft konkret planen. Dank unserer Entscheidungshilfe verschaffen Sie sich einen ersten Überblick. Wenn Sie das Thema Altersvorsorge mit 50 bis 55 Jahren angehen, bleibt genügend Zeit. Gut vorbereitet, werden Sie die Vorfreude auf Ihren dritten Lebensabschnitt sorgenfrei geniessen.

Rente oder Kapital? Eine Entscheidungshilfe

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