Vorsorge

Das Konkubinat von A-Z

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Mehr als eine Million Schweizerinnen und Schweizer leben es, aber nur die wenigsten kennen sich wirklich mit allen rechtlichen Aspekten des Konkubinats aus. Wie funktioniert das Erbrecht, welche finanziellen Vor- und Nachteile hat es, nicht verheiratet zu sein, und was gilt es mit Kindern zu beachten? Mit unserem Glossar bessern Sie Ihr Wissen rund um die «wilde Ehe» innert weniger Minuten auf!

A wie AHV

Im Konkubinat sorgen Sie und Ihre Partnerin oder Ihr Partner eigenständig fürs Alter vor. Falls Sie beide erwerbstätig sind, bekommt im Rentenalter auch jeder/jede von Ihnen eine eigene AHV-Rente ausbezahlt, die – anders als bei Ehepaaren – nicht gekürzt wird. Damit diese Rechnung auch aufgeht, ist es wichtig, dass Sie beide Iückenlos AHV-Beitrage zahlen. Sollte eine oder einer von Ihnen aufgrund von Haushaltsführung oder Kinderbetreuung nicht oder nur geringfügig vorsorgen können, kann die oder der andere während dieser Zeit die Zahlung der AHV-Beiträge solidarisch übernehmen.

B wie berufliche Vorsorge

Auch die berufliche Vorsorge geht jeder/jede von Ihnen eigenständig an. Das angesparte Alterskapital wird nach Erreichen des Pensionsalters als Rente oder über einen einmaligen Kapitalbezug an Sie ausgezahlt. Was aber, wenn Sie das Bezugsalter gar nicht erreichen? Bei einigen Pensionskassen ist es möglich, das angesparte Kapital zur Absicherung Ihrer «besseren Hälfte» zu nutzen. Es lohnt sich, zu klären, ob Ihre Vorsorgeeinrichtung grundsätzlich Zahlungen an unverheiratete Lebenspartner/Lebenspartnerinnen vorsieht, und falls ja, den Namen der Partnerin oder des Partners dort anzugeben.

C wie Checkliste

Wie so vieles im Leben hat auch das Konkubinat seine Vor- und Nachteile. Es verpflichtet Sie und Ihr Gegenüber einerseits zu rein gar nichts, bietet Ihrer Partnerschaft andererseits aber auch keinerlei rechtlichen Schutz. Wenn Sie sich etwas mehr Verbindlichkeit für Ihre Beziehung wünschen, aber nicht gleich heiraten wollen: Diese praktische Checkliste gibt einen guten Überblick darüber, in welchen Lebensbereichen verbindliche Abmachungen absolut Sinn machen.

D wie dritte Säule

Die Vorsorge mit Produkten der dritten Säule ist für Konkubinatspaare besonders lohnend. Einerseits natürlich, um Kapital fürs Alter anzusparen. Andererseits aber auch, weil sie Unverheirateten im Ernstfall die besten Optionen der gegenseitigen Absicherung bieten. Die steuerprivilegierte, gebundene Vorsorge 3a liefert die Möglichkeit, Ihre Partnerin bzw. Ihren Partner im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Reihenfolge (leibliche Kinder stehen immer an erster Stelle) als Begünstigte oder Begünstigten einzusetzen, falls Ihnen etwas zustossen sollte. Noch besser für die Absicherung des Konkubinatspartners / der Konkubinatspartnerin geeignet ist die freie Säule 3b: Ganz gleich, ob Sie mit Ersparnissen, Bankkonten, Lebensversicherungen, Obligationen, Geldmarktanlagen, Aktien, Wertpapierfonds oder Wohneigentum vorsorgen - die Begünstigung lässt sich bis auf gesetzliche Pflichtteile gänzlich frei wählen.

E wie Erben

Wissen Sie eigentlich, wer Ihren Besitz erbt, wenn Sie unverheiratet sterben sollten? Nun, in erster Linie hängt das von Ihrer konkreten familiären Konstellation ab: Engen Familienangehörigen wie Eltern oder Kindern steht in diesem Fall ein Pflichtteil zu. Ihr Liebster oder Ihre Liebste hingegen gehen von Gesetzes wegen leer aus, wenn Sie im Vorfeld nicht mit einer testamentarischen oder erbvertraglichen Begünstigung gegensteuern. Wichtig zu wissen: Erbschaften zwischen Unverheirateten unterliegen zwingend der Erbschafts- bzw. Schenkungssteuer.

F wie Formfreiheit

Weder ein offizielles Jawort noch Unterschriften sind nötig, um sich für das Zusammenleben im Konkubinat zu entscheiden. Die Begründung der Lebensgemeinschaft beruht allein auf konkludenten Handlungen, wie etwa der Anmietung einer gemeinsamen Wohnung. Genauso formlos, wie sie geschlossen wird, kann die Lebensgemeinschaft natürlich auch jederzeit wieder gelöst werden.

G wie gemeinsame Kinder

Sie haben bereits oder planen als unverheiratetes Paar gemeinsamen Nachwuchs? Da ohne Trauschein viele der gesetzlichen Automatismen rund um die Elternschaft nicht greifen, sollten Sie dazu ein paar Dinge im Hinterkopf haben. Zum Beispiel: Der Kindsvater ist gesetzlich betrachtet nicht ebenso selbstverständlich der Vater. Bei unverheirateten Eltern muss die Vaterschaft erst offiziell beim Zivilstandsamt anerkannt werden. Dort müssen Sie auch gemeinsam die elterliche Sorge erklären. Ohne Trauschein tun Sie ausserdem gut daran, von Anfang an zu regeln, was passieren sollte, wenn Sie sich als Eltern trennen. Bei wem leben Ihre Kinder, wer zahlt wie viel Unterhalt and wie soll der Umgang geregelt werden?

H wie Heiratsstrafe

Unter der Heiratsstrafe versteht der Volksmund die steuerliche Benachteiligung von verheirateten gegenüber unverheirateten Paaren. Vor allem doppelverdienende Ehepaare mit hohen Gehältern sind betroffen: Ihr Einkommen wird zusammengerechnet und aufgrund der progressiven Steuertarife härter besteuert. Auch die Rentenzahlungen der AHV werden bei pensionierten Ehepartnern/Ehepartnerinnen zusammengelegt: Statt einer doppelten erhalten sie eine anderthalbfache Rente. Für den Fall, dass beide Partner/Partnerinnen ihr Leben Lang gearbeitet und eingezahlt haben, entspricht das einer Rentenkürzung gegenüber Paaren im Konkubinat.

I wie Inventar

Meins? Deins? Oder unseres? Eine Inventarliste hilft Konkubinatspaaren im Trennungsfall dabei, Streitigkeiten rund um den gemeinsamen Besitz vorzubeugen. So geht's: Erstellen Sie während der sogenannten «guten Zeiten» eine Liste der Gegenstände und Vermögenswerte, die von Ihnen in die Beziehung eingebracht, zusammen angeschafft wurden oder auf einem gemeinsamen Konto liegen – und vergessen Sie nicht, die Aufstellung auch up to date zu halten.

J wie juristischer Schutz

Ehepaare haben gesetzlich geschützte Rechte und Pflichten. Diese sind in der Gesetzgebung vernetzt und mit Automatismen zugunsten des jeweils anderen Ehepartners / der jeweils anderen Ehepartnerin versehen. Genau das Gegenteil ist bei unverheirateten Paaren der Fall: Weil das Gesetz praktisch keine Regelungen für Paare im Konkubinat bereithält, müssen Sie gewünschte Verbindlichkeiten eigeninitiativ in Ihre Beziehung einbringen – bei komplexen Themen wie Wohneigentum, gemeinsamen Kindern oder allem rund um die Absicherung idealerweise mit fachlichem und/oder juristischem Beistand.

K wie Konkubinatsvertrag

Ein bewährtes Format für individuelle Abmachungen ist ein Konkubinatsvertrag. In diesem können Sie sämtliche Punkte festhalten und regeln, die Ihnen wichtig sind. Zum Beispiel, wie Sie die Kosten im Haushalt aufteilen, wer bei einer Trennung in der gemeinsamen Wohnung bleiben darf oder wie Sorgerecht und Umgang bei gemeinsamen Kindern gehandhabt werden. Das Schriftstück hilft zum einen bei der Vermeidung von Streitigkeiten im Trennungsfall, dient zum anderen aber auch als Beweis Ihrer Beziehung – etwa gegenüber Vorsorgeeinrichtungen. Wie Sie einen Konkubinatsvertrag richtig aufsetzen, erfahren Sie im Rechtsblog auf myright.ch.

L wie Lebensversicherung

Stirbt eine Partnerin oder ein Partner, kann der oder die Hinterbliebene schnell in finanzielle Schwierigkeiten geraten, denn rein rechtlich gibt es im Konkubinat keinerlei Ansprüche. Lebensversicherungen können dabei helfen, zumindest den wirtschaftlichen Schaden einzugrenzen, und auch in erbrechtlicher und erbschaftssteuerrechtlicher Hinsicht Sinn machen. Sichern Sie sich deshalb gegenseitig für den Todesfall ab.

M wie Miete

Der eigenen Lebensform entsprechend wollen sich die meisten nicht verheirateten Paare auch beim Thema Wohnung nicht fest binden und wohnen zur Miete. Was in «guten Zeiten» problemlos funktioniert, kann in den weniger guten jedoch schnell zu Problemen führen. Vor allem, wenn Sie beide den Mietvertrag unterschrieben haben, schliesslich haften Sie dem Vermieter gegenüber solidarisch und können auch nur gemeinsam kündigen. Einfacher ist es, wenn eine oder einer von Ihnen Hauptmieter/Hautmieterin ist und der oder die andere offiziell zur Untermiete wohnt. Aber auch das sollten Sie nicht tun, ohne vorab untereinander zu regeln, was passiert, wenn Sie sich trennen sollten – und zwar vertraglich.

N wie Name

Wer im Konkubinat lebt, behält seinen Nachnamen. Wer im Konkubinat Nachwuchs bekommt, ebenfalls. Aber wie steht es um den Namen gemeinsamer Kinder? Es gilt: Wenn Mutter und Vater die gemeinsame elterliche Sorge haben, müssen sie sich für einen der beiden Namen entscheiden und diesen beim Zivilstandsamt melden. Falls die Sorge einem Elternteil allein zufällt, trägt das Kind dessen Nachnamen.

O wie offene Beziehung

Das Konkubinat ist keinesfalls mit einer offenen Beziehung gleichzusetzen. Der Begriff labelt vielmehr die Beziehung zweier Menschen, die sich geistig-seelisch, körperlich und wirtschaftlich einander verbunden fühlen. Wie offen beziehungsweise tolerant das jeweilige Paar diese Verbindung lebt, ist allein seine Sache.

P wie Patientenverfügung

Wenn Sie in einem gesundheitlichen Notfall nicht auf die Unterstützung Ihrer «besseren Hälfte» verzichten möchten, sollten Sie das in einer Patientenverfügung festhalten. Denn ohne dürfen Ärzte Unverheirateten weder Auskunft zum Gesundheitszustand des Partners oder der Partnerin geben, noch darf Sie diese/r in Bezug auf medizinische Massnahmen vertreten – und vice versa. Eine Mustervorlage für eine Patientenverfügung erhalten Sie kostenlos auf myright.ch.

Q wie qualifiziertes Konkubinat

Rechtlich betrachtet gibt es verschiedene Stufen des Konkubinats. Die konkrete Einstufung der Partnerschaft spielt aber eigentlich nur dann eine Rolle, wenn es spezifische Rechtsfragen zu beantworten gilt – etwa, wenn Sie, Ihre Lebenspartnerin oder Ihr Lebenspartner Unterhaltsansprüche gegenüber einer ehemaligen Ehepartnerin oder einem ehemaligen Ehepartner geltend machen. Diese waren nämlich hinfällig, sobald lhre aktuelle Beziehung als qualifiziertes Konkubinat gesehen wird – worunter eine auf Dauer angelegte «Wohn-, Tisch- und Bettgemeinschaft» zu verstehen ist.

R wie Rechtsnatur

Obwohl das Konkubinat eine Rechtswirklichkeit darstellt und in seiner stabilen Ausprägung auch Rechtsfolgen nach sich ziehen kann, ist diese Form der Lebenspartnerschaft gesetzlich bislang nicht geregelt.

S wie Steuern

Im Gegensatz zu Ehepaaren füllen im Konkubinat beide Partner ihre eigene Steuererklärung aus. Ihr Einkommen und Vermögen wird einzeln besteuert, was insbesondere bei der direkten Bundessteuer oft einen Vorteil gegenüber verheirateten Doppelverdienern bedeutet, da die Steuerprogression weniger ins Gewicht fällt.

T wie Trennung

Den emotionalen Schaden einmal ausgeklammert, ist eine Trennung im Konkubinat theoretisch keine grosse Sache – schliesslich sind Sie mit Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner keinerlei gesetzliche Verpflichtungen eingegangen und können jederzeit getrennte Wege gehen. In der Realität sieht das oft anders aus: Je länger und verbindlicher die Beziehung war, umso mehr haben Sie dafür (auf)gegeben. Und umso mehr Stoff für Zoff ist auch vorhanden. Etwa, wenn es eine wirtschaftlich schwächere Partei gibt, die sich vermehrt um den Haushalt gekümmert und die eigene Altersvorsorge vernachlässigt hat und nun mit leeren Händen dasteht. Oder wenn es gemeinsame Kinder gibt, die weiterhin versorgt werden müssen. Unverheiratete Paare sollten, je länger die Beziehung dauert, unbedingt einen Vertrag machen, in dem sie den Trennungsfall und seine (wirtschaftlichen) Folgen thematisieren und fair regeln.

U wie Unfall

Ob verheiratet oder unverheiratet  – vor Schicksalsschlägen wie einem Unfall oder Invalidität infolge von Krankheit ist niemand gefeit. Umso wichtiger ist es auch im Konkubinat, die Partnerschaft vor finanziellen Schwierigkeiten zu bewahren: Sichern Sie sich beide gegen Erwerbsunfähigkeit ab.

V wie Vollmachten

Apropos Unfall: Wer unverheiratet einen medizinischen Notfall erleidet, kann nicht automatisch auf den Beistand des Partners oder der Partnerin zählen. Denn ohne die ausdrückliche Entbindung von der Schweigepflicht dürfen Ärzte keine Auskunft erteilen, ohne vorab erklärte Erlaubnis keinen Besuch auf der Intensivstation gestatten. Paare ohne Trauschein sollten deshalb Vorkehrungen treffen, indem sie sich in einer Erklärung gegenseitig das Besuchsrecht zusprechen, Ärzte von ihrer Schweigepflicht befreien und dem Partner oder der Partnerin per Patientenverfügung erlauben, Sie in Bezug auf medizinische Massnahmen zu vertreten. Ein Vorsorgeauftrag sowie eine Auskunftsvollmacht für den Umgang mit Behörden, Versicherungen und Banken gehören ebenso zu empfehlenswerten Vollmachten im Konkubinat.

W wie Wohneigentum

Wenn Sie als unverheiratetes Paar Wohneigentum erwerben, gilt es vieles zu bedenken und noch mehr zu vereinbaren. Was geschieht mit den eigenen vier Wänden, wenn Sie sich trennen oder eine/r von Ihnen stirbt? Wer trägt die Zinslast? Und was passiert, wenn diese die eigenen finanziellen Möglichkeiten irgendwann einmal übersteigen sollten? Bei Fragen wie diesen und vielen weiteren geht nichts ohne fachkundigen Berater.

X wie Xenia oder Xeno

Wenn Sie Freude an ungewöhnlichen Namen haben, dann ist es vielleicht an der Zeit mit Ihrer Liebsten oder Ihrem Liebsten über gemeinsamen Nachwuchs nachzudenken. Und in einem nächsten Schritt darüber, wie Sie ihn und Ihre Familie bestmöglich absichern können. Hier finden Sie Tipps zum Thema Konkubinat mit Kindern.

Y wie Yippie!

Wirklichen Grund zur Freude haben Sie, wenn Sie hinter allen Punkten dieser Checkliste ein Häkchen machen können. Denn dann wissen Sie nicht nur bestens über die Vor- und Nachteile des Konkubinats Bescheid: Sie haben Ihre nicht eheliche Partnerschaft – ob mit oder ohne Kinder – auch bereits bestmöglich abgesichert.

Z wie Zukunft

Heute leben bereits weit über 20 Prozent der Schweizer Paare ohne Trauschein zusammen und erhöhen damit stetig den Druck auf die Politik, das Familienrecht zu modernisieren und die rechtliche Benachteiligung von Unverheirateten abzuschaffen. Die Vision für die Zukunft: zivilrechtliche Partnerschaften nach französischem Vorbild, wo der Pacte civil de solidarité nunmehr 20 Jahren für Erleichterungen in steuerlichen Fragen, bei Erbschaften sowiebei den Beistands- und Auskunftsrechten sorgt. Bis es soweit ist, hilft diese Checkliste bei der rechtlichen Absicherung Ihrer nicht ehelichen Partnerschaft.

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    Wie sichert man das Konkubinat ab?

    Die 3. Säule ist ideal, um sich im Konkubinat gegen Risiken abzusichern. Welche weiteren Massnahmen für unverheiratete Paare empfehlenswert sind, erfahren Sie hier:

    ZUR CHECKLISTE

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