Gesundheit

Schwangerschaft und Geburt: Was zahlt die Krankenkasse?

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Baby unterwegs? Mit einem positiven Schwangerschaftstest in den Händen beginnt für werdende Eltern eine aufregende, aber auch herausfordernde Zeit. Bei aller Vorfreude gibt es unzählige offene Fragen. Eine davon: Wie läuft das eigentlich mit der Versicherung – was zahlen wir, was die Krankenkasse? 

Im Verlauf einer Schwangerschaft ist der regelmässige Gang zur Gynäkologin bzw. zum Gynäkologen oder zur Hebamme eine Selbstverständlichkeit. Durch die Vorsorgekontrollen sollen mögliche Krankheiten oder Risiken bei der werdenden Mutter sowie dem ungeborenen Baby frühzeitig erkannt werden. Meistens findet die erste Routineuntersuchung während des zweiten oder dritten Schwangerschaftsmonats statt und ab dann ungefähr alle sechs Wochen. 

Mutterschaftsleistungen der Grundversicherung

Was die Grundversicherungen übernehmen, ist gesetzlich geregelt und bei allen Anbietern gleich. Schwangerschaftskomplikationen bis zum Ende der 12. Schwangerschaftswoche gelten als Krankheit. Wird eine Behandlung nötig, trägt die werdende Mutter Franchise und Selbstbehalt. Ab der 13. Schwangerschaftswoche bis acht Wochen nach der Geburt entfällt dann die Kostenbeteiligung. Das heisst, Sie zahlen weder Franchise noch Selbstbehalt. Von folgenden Leistungen können Sie vor, während und nach der Geburt profitieren:

  • Schwangerschaftskontrollen: Während Ihrer Schwangerschaft haben Sie Anspruch auf sieben Kontrolluntersuchungen bei einem Arzt oder einer Hebamme, zwei ärztliche Ultraschalluntersuchungen sowie Laboranalysen. Bei Risikoschwangerschaft gibt es bei der Anzahl Kontrollen keine Obergrenze. Verschreibt Ihnen der Arzt bzw. die Ärztin aufgrund der Schwangerschaft Kompressionsstrümpfe oder Medikamente, zahlt diese ebenfalls die Grundversicherung.
  • Geburtsvorbereitungskurs: Schwangere, die einen Geburtsvorbereitungskurs im Spital oder bei einer Hebamme besuchen, erhalten CHF 150.– von ihrer Grundversicherung. In solchen Kursen erfahren Sie viel Wissenswertes zur Geburt und machen auch praktische Übungen. Der beste Zeitpunkt, mit einem Kurs zu starten, ist zwischen der 24. und der 28. Schwangerschaftswoche.
  • Entbindung: Bei der Geburt sind die Leistungen auf der allgemeinen Abteilung eines Vertragsspitals oder Geburtshauses im eigenen Wohnkanton sowie zu Hause gedeckt. Die Geburt kann von einem Arzt, einer Ärztin oder einer Hebamme begleitet werden.
  • Spitalaufenthalt: Die Grundversicherung der Mutter bezahlt den Spitalaufenthalt von Mutter und Baby, sofern dieses gesund ist. Nach einer Spontangeburt sind höchstens 5 Tage, nach einem Kaiserschnitt höchstens 8 Tage stationäre Pflege vorgesehen.
  • Wochenbettbetreuung: Die Grundversicherung bezahlt die Wochenbettbetreuung durch eine freischaffende Hebamme. Je nach Geburtssituation ist ein Maximum von 10 bzw. 16 Hausbesuchen innerhalb von 8 Wochen vorgesehen.
  • Nachuntersuchung/Stillberatung: 6 bis 10 Wochen nach der Geburt steht die ärztliche Nachuntersuchung der Wöchnerin an. Die Krankenkasse übernimmt zudem drei Stillberatungen bei einer dafür ausgebildeten Fachperson.

Mehr Privatsphäre nach der Geburt dank Zusatzversicherung

Zusatzversicherungen bezahlen je nach Leistungskatalog weitere Beiträge, etwa an ärztlich verschriebene Vitaminpräparate während der Schwangerschaft und Stillzeit, an Geburtsvorbereitungs- und Rückbildungskurse oder an die Mehrkosten eines Familienzimmers oder eines Geburtspools. Einige Zusatzversicherungen entrichten zudem ein Stillgeld, wenn die Hebamme schriftlich bestätigt, dass die Mutter voll stillt.

Mit einer Spitalzusatzversicherung kommt die Mutter in den Genuss von mehr Privatsphäre in einem Einbett- bzw. Zweibettzimmer. Wenn gewünscht, kann auch der Arzt frei gewählt werden oder die eigene Gynäkologin die Geburt begleiten. Allerdings kennen Zusatzversicherungen oft eine Karenzfrist (Wartefrist). Bei der AXA gilt eine Wartefrist von einem Jahr ab Beginn von «Spital Flex», «Spital Privat» oder «Spital Halbprivat». Wenn die Schwangerschaft innerhalb der Wartefrist beginnt, zahlt die Zusatzversicherung keine Mutterschaftsleistungen.

Baby versichern: Tipps zur Krankenkasse

Obligatorische Grundversicherung

Nach der Geburt haben Sie drei Monate Zeit, eine Krankenversicherung für Ihr Baby abzuschliessen. Ihr Kind ist ab dem ersten Tag geschützt, und zwar rückwirkend und unabhängig von seinem Gesundheitszustand. Jede Krankenkasse muss es bedingungslos aufnehmen. Sie müssen also Ihr Kind nicht bei Ihrer eigenen Krankenkasse anmelden, sondern haben unter den zugelassenen Krankenversicherern die freie Wahl. Da die Leistungen der Grundversicherung gesetzlich definiert, die Prämien aber recht unterschiedlich sind, lohnt sich ein Prämienvergleich. Nutzen Sie dafür unsere unabhängige Vergleichsplattform. Natürlich können Sie Ihr Baby auch bereits während der Schwangerschaft bei der gewünschten Krankenkasse anmelden – dann haben Sie nach der Geburt den Kopf frei und es genügt, bei Gelegenheit noch Vorname und Geburtstag nachzureichen.

Freiwillige Zusatzversicherung

Wenn Ihr Baby ohne Gesundheitsprüfung akzeptiert werden soll, müssen Sie es schon vor der Geburt für eine Zusatzversicherung anmelden. Einige Krankenkassen stellen zusätzliche Bedingungen für die vorgeburtliche Aufnahme ohne Risikoprüfung: zum Beispiel, dass mindestens ein Elternteil bereits bei derselben Kasse grund- und zusatzversichert ist. Auch nach der Geburt können Sie zwar jederzeit die Aufnahme Ihres Babys in eine beliebige Zusatzversicherung beantragen. Allerdings müssen Sie dann jeweils einen Gesundheitsfragebogen ausfüllen. Das heisst: Falls Ihr Kind nicht vollkommen gesund ist, kann die Zusatzversicherung es ablehnen oder zumindest auf einem Vorbehalt bzw. Leistungsausschluss bestehen. Der Schweizer Markt der Zusatzversicherungen ist sehr unübersichtlich, denn die Krankenkassen bieten zahlreiche Produkte mit ganz verschiedenen Leistungen an. Das macht den Vergleich schwierig.

Fazit: Baby vor der Geburt versichern lohnt sich!

Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Grundversicherung kommt für alle notwendigen Leistungen rund um Schwangerschaft und Geburt auf. In der Schweiz sind daher Mutter und Kind grundsätzlich gut geschützt und versorgt. Eine Zusatzversicherung für die Mutter ist dann sinnvoll, wenn diese sich mehr Komfort und Privatsphäre wünscht und/oder von zusätzlichen Beiträgen profitieren möchte. Die vorgeburtliche Anmeldung des Kindes für eine Zusatzversicherung ist in jedem Fall empfehlenswert, denn Sie haben dabei viel zu gewinnen und wenig zu verlieren: Sollte sich nach der Geburt herausstellen, dass das Baby gesundheitliche Probleme hat, ist der Vertrag bereits abgeschlossen und der Versicherer kann nicht mehr zurück. Sollte das Kind hingegen kerngesund sein, können die Eltern die Zusatzversicherung ihres Kindes nach der Mindestvertragsdauer – in der Regel ein Jahr – problemlos kündigen oder auch wechseln, sollten sie in der Zwischenzeit ein passenderes Produkt entdeckt haben. Tipp: Machen Sie gleich eine Notiz in Ihrer Agenda, damit Sie die dreimonatige Kündigungsfrist nicht verpassen.

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