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Nachhaltige Anlagen zahlen sich aus

Bild: AXA/Marco Vara
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Die AXA setzt bereits seit mehr als 10 Jahren auf Nachhaltigkeit – auch bei ihren Anlagen. Welche Schwerpunkte die AXA verfolgt und was diese für die Anlageentscheide bedeuten, erläutert Daniel Gussmann, Chief Investment Officer der AXA Schweiz, im Interview.

Daniel Gussmann, welche Rolle spielen nachhaltige Anlagen bei der AXA? 

Als Versicherer sind wir von Klimaereignissen und anderen globalen Risiken direkt betroffen, daher beschäftigen wir uns schon sehr lange und intensiv mit diesen Themen. Es gehört zu unserem ureigensten Interesse, für eine nachhaltige und gesunde Welt zu sorgen. Die AXA ist deshalb bestrebt, in Nachhaltigkeitsthemen eine Pionierrolle einzunehmen. Wir sind überzeugt, dass ein verantwortungsbewusster und nachhaltiger Einsatz sämtlicher Ressourcen langfristig für alle Beteiligten mehr Wert schafft – sowohl für unsere Kundinnen und Kunden als auch für die Gesellschaft als Ganzes.

Ist Nachhaltigkeit nicht einfach eine Notwendigkeit der heutigen Zeit? 

Dass man sich als Firma mit Nachhaltigkeitsthemen auseinandersetzt, gehört heute tatsächlich fast schon zum guten Ton. Es gibt aber sehr grosse Unterschiede, wie stark Firmen das Thema tatsächlich in ihr Geschäftsmodell integriert haben. Wenn man es ernst meint, reicht es nicht, nur darüber zu sprechen. 

Was macht die AXA konkret?

Die AXA Gruppe treibt das Thema bereits seit mehr als 10 Jahren stark voran und hat bereits 2010 eine Nachhaltigkeitsstrategie für ihre Investments definiert, die weltweit für alle AXA-Einheiten verbindlich ist. 

Was bedeutet das in Bezug auf die Investitionen der AXA genau? 

Wir beziehen die Kriterien Umwelt, Soziales und Unternehmensführung, also die sogenannten ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) bei sämtlichen Anlageentscheiden mit ein und investieren gezielt in Firmen, die nachhaltig wirtschaften. Nachhaltigkeitskriterien spielen somit eine Schlüsselrolle im Investitionsprozess. Geschäft, das nicht nachhaltig ist, ist für uns nicht tragbar. Das gilt übrigens nicht nur für unsere Investitionen, sondern auch im Versicherungsbereich.  

Welche Geschäftsfelder betrifft das vor allem? 

Zu den Ausschlusskriterien gehören unter anderem Unternehmen der Tabak-Produktion, Produzenten von Palmöl, die in Zusammenhang mit der Rodung von Regelwald stehen, Firmen, die in der Waffenherstellung oder im Waffenhandel tätig sind, Firmen, die mehr als 20 Prozent ihres Umsatzes mit Teersand- oder Schieferöl erwirtschaften sowie alle Firmen, deren Umsatz mehr als 20 Prozent durch Kohlegewinnung oder Energieerzeugung aus Kohle stammt. 

Wie setzen Sie dies bei Ihren Anlageentscheiden konkret um? 

Wir bewerten Firmen anhand unserer klar festgelegten ESG-Standards und verfolgen die Entwicklung der Unternehmen regelmässig. Erfüllt eine Firma unsere ESG-Richtlinien nicht und sind keine Verbesserungen erkennbar, so wird diese Firma auf die sogenannte Ausschlussliste zwecks Desinvestitionen gesetzt. Das bedeutet, dass wir keine weiteren Investitionen in diese Unternehmen mehr tätigen und uns aus Geschäftsfeldern zurückziehen. Diese Standards setzen wir konsequent um und schliessen gewisse Sektoren und Bereiche teilweise oder ganz aus. Aktuell analysieren und bewerten wir mehr als 8000 Unternehmen, wovon rund 720 auf unserer Ausschlussliste sind.

Weiter ist AXA mit mehr als 200 multinationalen Firmen in einem aktiven Dialog und versucht hier, die Unternehmen auf dem Pfad in eine nachhaltigere Zukunft zu begleiten und unterstützen. 

«Firmen, die nachhaltig unterwegs sind, sind auch wirtschaftlich erfolgreicher»

Haben nicht alle grösseren Firmen solche Ausschlusslisten?

Die AXA geht in vielen Punkten sehr viel weiter als andere Firmen. Manche Vermögensverwalter haben gerade mal 10-20 Unternehmen auf der Ausschlussliste, bei uns sind es hunderte. Diese Vorreiterrolle verdanken wir unter anderem dem Umstand, dass die französische Regierung deutlich strengere Regeln für die Verantwortung von Unternehmen erlassen hat, als dies in anderen europäischen Ländern üblich ist. So gesehen ist es für uns ein Vorteil, dass unser Mutterhaus in Frankreich ist. Und die AXA Gruppe geht sogar deutlich weiter, als dies der französische Staat fordert.  

Dass die AXA in vielen Nachhaltigkeitsaspekten eine Vorreiterrolle übernommen hat, zeigt sich auch in unabhängigen Ratings, wie etwa dem «MSCI ESG Research»-Ranking, bei dem die AXA mit 10/10 Punkten im Bereich «Nachhaltiges Investieren» ein AAA-Rating erreicht hat. 2019 konnten wir zudem unser Rating im Dow Jones Sustainability Rating um 2 Plätze auf den 3. Rang der Versicherer verbessern. Dies zeigt, dass unsere Nachhaltigkeitsstrategie einer klaren Richtung folgt. 

Ist Klimaschutz das wichtigste Nachhaltigkeitsthema der AXA oder wo liegt der Fokus?

Der Klimaschutz ist definitiv ein Schwerpunkt unserer Strategie. Die AXA hat bereits 2015 als erster grosser Versicherer den sukzessiven Ausstieg aus der Kohle-Industrie bekannt gegeben. Unser Ziel ist eine Welt mit null Prozent Kohleenergie. Den kompletten Ausstieg werden wir bis zum Jahr 2030 im OECD-Raum und weltweit bis zum Jahr 2040 vollziehen.

In Übereinstimmung mit dem Pariser Klimaabkommen haben wir uns zudem das Ziel gesetzt, das Erderwärmungspotential unserer eigenen Anlagen bis 2050 auf unter 1,5 °C zu begrenzen. Weiter werden wir 75 % unserer Immobilien bis 2030 mit einem anerkannten Nachhaltigkeitslabel zertifizieren lassen. Daneben gibt es zahlreiche weitere Bestrebungen der AXA, zu einem ressourcenschonenden Energie-Haushalt beizutragen. Zum Beispiel ist die AXA Mitglied der Klimastiftung Schweiz und hat ihren eigenen Energieverbrauch innerhalb von sieben Jahren um 47 % reduziert.

Klimaschutz ist aber natürlich längst nicht das einzige Thema, das uns beschäftigt. Auch Themen wie soziale Gerechtigkeit, Gesundheit und Prävention sind uns wichtig und Teil unserer CR-Strategie. 

Welche Ziele hat sich die AXA für die kommenden Jahre gesetzt?

Neben dem sukzessiven Ausstieg aus der Kohleindustrie und der konsequenten Umsetzung der ESG-Richtlinien will die AXA Gruppe ihre umweltfreundlichen Investitionen, sogenannte Green Investments, bis 2023 auf 24 Milliarden Euro erhöhen. Die ursprüngliche Zielsetzung aus dem Jahr 2015 betrug 3 Milliarden Euro. Darüber hinaus investiert die AXA in «Transition Bonds», eine innovative, von AXA konzipierte Anlageklasse, die u.a. Unternehmen beim Übergang zu weniger kohlenstoffintensiven Geschäftsmodellen unterstützt. 

Im Alleingang lassen sich die relevanten Nachhaltigkeitsthemen aber selbstverständlich nicht lösen. Um positive Entwicklungen zu fördern, nehmen wir auch unsere Stimmrechte an den General- und Aktionärsversammlungen der Unternehmen wahr, in die wir investiert sind, und suchen den direkten Dialog, um Nachhaltigkeitskriterien stärker zu verankern. 

Darüber hinaus setzen wir uns auch in politischen und Wirtschaftsgremien für diese Themen ein. Wir sind seit Jahren Mitglied diverser nationaler und internationaler Initiativen wie etwa UN PRI (United Nations Principles for Responsible Investment), UN Global Compact, Net-Zero Asset Owner Alliance oder Swiss Sustainable Finance, und beteiligen uns so aktiv an der Entwicklung von nachhaltigen Finanzdienstleistungen. 

Die AXA verzichtet zugunsten der Nachhaltigkeit auch auf Geschäft. Inwiefern muss man sich Nachhaltigkeit als Firma einfach auch leisten können?

Wir beobachten seit Jahren, dass Firmen, die nachhaltig unterwegs sind, auch wirtschaftlich erfolgreicher sind. Hier zeigt sich, dass Nachhaltigkeitsfaktoren eben nicht einfach «nice to have» sind, sondern den Erfolg auch befördern können. Wir möchten andere Unternehmen auf diesem Weg ermutigen. Letztlich ist es im Interesse aller, wenn wir Risiken im Griff haben und unsere Welt nachhaltig und gesund ist.

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