Mobilität

Welche Position ist für Kinder im Auto am sichersten

Bild: Keystone
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Kaum ein Kind ist im Auto ohne Kindersitz unterwegs, doch welches ist die sicherste Position im Wagen? Aus einer Unfallforschungsperspektive ist klar: Wenn möglich, sollte der Kindersitz in der Mitte der Rückbank montiert werden. Bei mehreren Kindern ist die Rückbank Beifahrerseite zu bevorzugen und auf den Beifahrersitz gehören nur die Grösseren.

In der Schweiz müssen Kinder im Auto bis zum Alter von 12 Jahren oder einer Körpergrösse von 150 Zentimeter in einem entsprechendem Kindersitz mitfahren. Wichtig dabei ist ein passender Kindersitz und auch die richtige Sicherung der Kleinen. Doch welche Position im Wagen ist für Kinder am sichersten? Für Michael Pfäffli, Leiter der Abteilung Unfallforschung & Prävention der AXA, ist die Antwort klar: «Der sicherste Platz im Auto ist hinten in der Mitte. Wenn sich dort ein Dreipunktgurt und ein vollständiger Sitz befindet, sollte der Kindersitz unbedingt dort montiert werden. Wenn bei einem Unfall die Fahrgastzelle eingedrückt wird, ist man hinten in der Mitte vor der Intrusion – also dem Eindringen von Fahrzeugteilen in den Innenraum – am besten geschützt.»

Am zweitsichersten: Die rechte Autoseite

Wenn sich der Kindersitz nicht in der Mitte der Rückbank anbringen lässt, so ist auf der Rückbank die Seite hinter dem Beifahrer zu bevorzugen: «Die Statistiken zeigen klar, dass die Fahrerseite am häufigsten von Unfällen betroffen ist, dementsprechend ist hinten auf der Beifahrerseite die Gefahr eines Seitenaufpralls am geringsten», so der Unfallforscher.

Für grössere Kinder, die nicht mehr in einem Kindersitz, sondern auf einer Sitzerhöhung mitfahren, bietet sich auch der Beifahrersitz als Position an. «Die Vordersitze haben Kopfstützen, sind in technischer Hinsicht besser entwickelt als Rückbänke und verfügen über bessere Schutzwirkungen», erklärt die Unfallforscherin. «Die Rücksitze wurden bei der Entwicklung von Schutzsystemen insbesondere bei Auffahrkollisionen lange vernachlässigt». 

Babyschalen auf die Rückbank

«Die ganz Kleinen – also Babys bis etwa zwei Jahre - müssen in einer Babyschale gesichert werden, die in Gegenfahrrichtung montiert werden sollte – jedoch nicht auf dem Beifahrersitz», rät Michael Pfäffli. Werde eine Babyschale auf der Beifahrerseite angebracht, müsse unbedingt der Airbag ausgeschaltet werden, erläutert die Unfallforscherin. Häufig werde aber vergessen, den Airbag wieder einzuschalten, sobald die Babyschale nicht mehr auf dem Beifahrersitz sei. «Bei einem Unfall hat dies für den Beifahrer verheerende Folgen», gibt der Unfallforscher zu bedenken. 

Zudem lenken Babys auf dem Beifahrersitz die Autofahrer zu stark ab: «Ablenkung ist nach wie vor eine der häufigsten Unfallursachen und die Gefahr, sich auf das Baby auf dem Beifahrersitz statt auf den Verkehr zu konzentrieren, ist gross.» Für den Unfallforscher ist die sicherste Lösung klar, das Baby hinten auf der Beifahrerseite zu positionieren, denn so ist die Fahrerin oder der Fahrer gezwungen anzuhalten, um sich um das Kind zu kümmern. 

Mit mehreren Kindern unterwegs 

Ist man mit mehreren Kindern unterwegs, so ist es ratsam, einen Kindersitz hinten in der Mitte und die weiteren Kindersitze auf der Beifahrerseite des Autos zu montieren. «Wenn man mit einem kleineren und einem grösseren Kind unterwegs ist, dann positioniert man das Ältere auf der Sitzerhöhung am besten auf dem Beifahrersitz», erklärt die Unfallforscherin und Zweifachmutter. «Sind die Kinder noch kleiner, dann ist es ideal, den zweiten Kindersitz hinten auf der Beifahrerseite anzubringen – allerdings ist das nur bei grossen Autos möglich». In kleineren Wagen ist häufig kein Platz, um zwei Kindersitze direkt nebeneinander zu positionieren - dann sollte ein Kind hinter der Fahrerin oder dem Fahrer sitzen.

Und bei sämtlichen Sitzen gilt: «Wir raten dringend, Kindersitze mit einem Fixiersystem – also mit Isofix – anzubringen. Denn dank diesen Systemen bleiben die Kindersitze bei einem Unfall auch dort, wo sie sind, und fliegen nicht durchs Auto», erklärt Michael Pfäffli.

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