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Immer mehr Ärger unter Schweizer Nachbarn

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Im vergangenen Jahr arbeitete der Grossteil der Schweizer Angestellten von Zuhause aus. Die Arbeit im Homeoffice sorgte zwar für eine bessere Work-Life-Balance, die Beschränkung des Alltags auf die eigenen vier Wände verursachte bei vielen aber auch mehr Frust und Ärger. Laut Zahlen der AXA-ARAG sorgte dieser Frust im letzten Jahr auch für eine Zunahme von Nachbarschaftsstreitigkeiten.


Auseinandersetzungen mit den Nachbarn haben vergangenes Jahr um 23 Prozent zugenommen. Auch in den ersten vier Monaten dieses Jahres registriert die führende Schweizer Rechtschutzversicherung, AXA-ARAG, eine Zunahme von Nachbarschaftsstreitigkeiten um 30 Prozent. Zu Zoff mit der Nachbarin oder dem Nachbarn kommt es ganz schnell: Am häufigsten entbrennen hierzulande Konflikte aufgrund der Höhe oder des Abstands von Sträuchern, Hecken oder Bäumen. Streitigkeiten betreffend Bepflanzung entstehen vor allem im Frühling, da die Pflanzen in dieser Zeit stark wachsen und die Menschen wieder vermehrt Zeit draussen verbringen und den heimischen Garten pflegen. Laut der AXA-ARAG-Anwältin Alexandra Pestalozzi hat die Corona-Pandemie nicht direkt neue Brandherde zwischen Schweizer Nachbarn entfacht: «Allenfalls wurden störende Punkte einfach verstärkt wahrgenommen, da die Menschen viel mehr Zeit zu Hause verbrachten.» Kundinnen und Kunden der AXA-ARAG hätten deshalb öfter Störungen bei der Arbeit im Homeoffice thematisiert.
 

 


Mehr Lärmklagen und Baueinsprachen im letzten Jahr 

Auch Unstimmigkeiten wegen Lärmimmissionen brechen jetzt wieder vermehrt aus. Klagen wegen lärmenden Kindern, generell lauten Nachbarn oder aufgrund von Baulärm nahmen 2020 gegenüber dem Vorjahr um 73 Prozent zu. Und auch in diesem Jahr stieg die Anzahl der Lärmklagen bei der AXA-ARAG von Januar bis April bereits um 13 Prozent. 

In die Haare geraten sich Herr und Frau Schweizer auch wegen nachbarschaftlichen Bauten, mit deren Auswirkungen eine Partei nicht einverstanden ist. Die Baueinsprachen nahmen 2020 bei der AXA-ARAG im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls um 73 Prozent zu. Von Januar bis April 2021 kam es bei den Baueinsprachen sogar zu einem Plus von satten 200 Prozent.

Drei Arten von Immissionen bei Nachbarschaftskonflikten

Bei Streit unter Nachbarn unterscheidet man rechtlich drei Arten von Immissionen. Das sind zum Beispiel materielle Immissionen wie durch Verunreinigungen, Lärm und Rauch, negative Immissionen wie der Entzug von Sonnenlicht durch einen Baum oder das Versperren der Sicht durch eine Mauer sowie ideelle Immissionen. Als ideelle Immission kann beispielsweise der Bau eines Schlachthofs in der näheren Umgebung gelten, der bei jemandem ein psychisches Unbehagen hervorrufen kann. Juristinnen und Juristen stellen bei Immissionen immer die Ermessensfrage: Ist der Lärm oder die Geruchsbelästigung übermässig und damit unzulässig oder nicht? Diese Frage muss im Einzelfall immer abgeklärt werden, da eine Immission an einem Ort übermässig und woanders als ortsüblich eingeschätzt werden kann.

 

«Wir machen in Nachbarschaftsstreitigkeiten auch sehr gute Erfahrungen mit Mediationen»

Alexandra Pestalozzi, Anwältin und Expertin für Immobilienrecht der AXA-ARAG

Die AXA-ARAG rät zu einer aussergerichtlichen Schlichtung

Bevor man den Nachbarschaftsstreit vor Gericht zieht, ist es in den meisten Fällen ratsam, eine aussergerichtliche Schlichtung anzustreben. «Ein Gerichtsverfahren ist nicht nur mit Risiken verbunden, sondern oft sehr langwierig und in vielen Fällen löst ein richterliches Urteil allein den Konflikt auch nicht» sagt Alexandra Pestalozzi, Anwältin und Expertin für Immobilienrecht der AXA-ARAG. Sie rät Betroffenen deshalb, auf die Nachbarn zuzugehen und gemeinsam nach einer einvernehmlichen Lösung zu suchen. Klappt auch das nicht, ist es ratsam, eine unparteiische Stelle hinzuzuziehen: «Wir machen in Nachbarschaftsstreitigkeiten auch sehr gute Erfahrungen mit Mediationen.» Das nachbarschaftliche Zusammenleben funktioniert laut der AXA-ARAG-Spezialistin am besten, wenn man miteinander spricht und eine gewisse Toleranz an den Tag legt. «Als Faustregel für eine gute Nachbarschaft gilt: Vermeiden Sie das, was Sie auch selbst stören würde!»


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