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Onlineshopping: Prävention ist der beste Schutz gegen Fake-Shops & Co.

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Markenpulli im Onlineshop für CHF 19.– statt der regulären CHF 99.– entdeckt? Bei einem solchen «Schnäppchen» sollten bei Konsumentinnen und Konsumenten die Alarmglocken schrillen. Und ab sofort tun sie das auch: Der Präventionsservice Silenccio erkennt Fakeshops und macht das Onlineshopping sicherer. 

Katrin Sprenger, CEO des Start-ups Silenccio, beantwortet die wichtigsten Fragen rund und um das Thema sichere Zahlungsmethoden im Internet und gibt wertvolle Tipps, wie Sie sich beim Online-Shopping schützen können. Dieses Interview ist der Auftakt einer dreiteiligen Interview-Serie mit den Digitalexperten von Silenccio. Interviews zu den Themen Cyberkriminalität und Cybermobbing folgen. 

Welche Risiken bestehen beim Onlineshopping?

Zu den häufigsten Risiken beim Online-Shopping gehört der direkte Geldverlust. Dieser Verlust tritt klassischerweise dann auf, wenn ich etwas bezahle, bevor ich die Gegenleistung – in der Regel die bestellte Ware – erhalten habe. Indirekte Geldverluste entstehen, wenn bestellte Waren nicht der Erwartung entsprechen, z. B. wenn es zu Falsch- oder Teillieferungen kommt, oder wenn Waren defekt sind. 

Wie erkenne ich sogenannte Fake-Shops im Internet? 

Die Identifikation von Fake-Shops ist schwierig zumal die Betreiber auch immer besser werden, Onlineshops aufzubauen, die dem Original sehr ähnlich sind. Dennoch kann man anhand einiger Punkte prüfen, wie vertrauenswürdig ein Onlineshop ist:

  • Überprüfen der URL des Shops: Sieht diese echt aus oder gibt es zum Beispiel einen Buchstabendreher wie anazom.com statt amazon.com?
  • Sind die Angebote unglaublich günstig? Falls Sie Zweifel haben, sollten Sie auf das «Schnäppchen» verzichten. Die Gefahr, dass es sich um Fälschungen von Markenware handelt, ist gross.
  • Ist ein Impressum vorhanden? Onlineshops sind verpflichtet, ein Impressum aufzuführen. Ist dieses nicht vorhanden, sollten Sie nichts bestellen.
  • Durchlesen der AGB: Machen Sie sich die Mühe, das Kleingedruckte zu lesen. Hier kann man sich zumindest informieren, wie es mit Rückgaberecht, Lieferfristen etc. aussieht. Sind hier kleine klaren Informationen zu finden: Vorsicht! Dann lassen Sie besser die Finger davon.

Sollte ich per se nicht in Onlineshops einkaufen, die neu sind?

Nein, das kann man so pauschal nicht sagen und es wäre auch unfair gegenüber all den kleinen Onlineshops, die nun während der Coronakrise gegründet wurden. Gerade bei Nischenprodukten wird man immer wieder auf Onlineshops ausweichen müssen, die man bis anhin nicht kannte. Neben den genannten Punkten gilt dann zusätzlich: keine Vorauskasse und wenn dies dennoch Bedingung für die Bestellung sein sollte, wann immer möglich über einen Bezahldienst wie PayPal bezahlen oder auf Rechnung bestellen. Sollte es dann zu Problemen mit der Bestellung kommen, kann man sein Geld vom Bezahldienst statt vom Verkäufer zurückverlangen.

Ich empfehle, wo immer möglich über einen Bezahlservice oder auf Rechnung zu bezahlen. Damit ist man als Kundin oder Kunde im Fall des Falles besser dran als mit der direkten Abbuchung via Kreditkarte.

Katrin Sprenger, CEO Silenccio
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    Katrin Sprenger

    Katrin Sprenger ist seit Sommer 2019 CEO des Zürcher Start-ups Silenccio. Davor war die Digitalexpertin mehr als 10 Jahre lang in Digital-Full-Service-Agenturen tätig. Zuletzt war sie Head of Digital Solutions und Teil der erweiterten Geschäftsleitung bei Dreifive/Goldbach Interactive.

Wie funktioniert das Warnsystem von Silenccio in Bezug auf Fake-Shops?

Der Kunde oder die Kundin hat die Möglichkeit, eine Browser-Extension zu installieren. Browser-Extensions sind kleine Programme mit Zusatzfunktionen für das Internetprogramm, die standardmässig nicht enthalten sind. Die Browser-Extension von Silenccio schlägt Alarm, sobald der User oder die Userin auf eine als nicht sicher definierte Shop-Seite gelangt, und gibt die Empfehlung ab: Hier besser nicht bestellen.

Besucht der Kunde hingegen eine als sicher eingestufte Seite verhält sich die Extension ruhig und der User oder die Userin merkt gar nicht, dass sie läuft. Zusätzlich zur Nutzung der Browser-Extension kann der Kunde oder die Kundin die besuchte URL auch via Plattform abfragen und so eine Empfehlung erhalten, ob er oder sie bestellen soll oder eher nicht. 

Sammelt die Extension während des Surfens im Internet meine persönlichen Daten?

Nein, die Extension sammelt weder Nutzerdaten noch zeichnet sie das Surfverhalten des Users oder der Userin auf. Es findet letztendlich einfach ein Abgleich der aufgerufenen URL (Internetadresse) und der Datenbank statt.

Wie sammelt Silenccio Informationen über Fakeshops?

Wir stützen uns beim Zusammenstellen der Datenbank der Fake-Shops auf reale Nutzerbewertungen und ergänzen die Datenbank dann um den betreffenden Shop, wenn sich die negativen Bewertungen häufen. 

Ich habe von einem Onlineshop eine falsche Lieferung erhalten. Unter der Kontaktadresse meldet sich niemand. Was kann ich tun?

Hier braucht es in den meisten Fällen viel Zeit und Nerven, das kann ein richtiger Kraftakt werden. Wenn Sie innerhalb der Cyberversicherung Plus den Baustein Onlineshopping abgeschlossen haben, übernehmen wir die Rennerei für Sie. Sie lassen uns über unsere Plattform die benötigten Unterlagen wie Bestellbestätigung, Rechnung etc. zukommen und wir kontaktieren den Shop in Ihrem Namen, um das Problem zu lösen. Sollten auch wir erfolglos bleiben, übergeben wir den Fall auf Ihren Wunsch an die AXA-ARAG. Führt auch der Rechtsweg nicht zum gewünschten Ergebnis, weil der Onlineshop z. B. nicht mehr existiert, übernimmt die AXA den entstandenen Vermögensschaden. 

Sind Services wie PayPal & Co. sicherer als mittels SSL-verschlüsselter Eingabe der Kreditkartennummer?

Die SSL-Verschlüsselung und Services wie PayPal sind zwei gänzlich unterschiedliche Dinge. Die SSL-Verschlüsselung besagt lediglich, dass die Daten über eine sichere Verbindung übertragen werden. Services wie PayPal nutzen ebenfalls die verschlüsselte Datenübertragung, bieten aber eben den Bezahlservice an. Generell kann man als Faustregel sagen: Ein Bezahlservice wie PayPal ist der Bezahlung mit Kreditkarte sicherheitstechnisch überlegen – schon allein deswegen, weil die Käuferin oder der Käufer bei diesen Services einen gewissen Schutz geniessen.

Wurden auch Sie schon einmal Opfer eines Fake-Shops?

Ja, das ist mir tatsächlich schon passiert. Vor einigen Jahren bestellte ich Markenschuhe zu einem unschlagbar günstigen Preis, zahlte im Voraus und habe die Schuhe nie erhalten. Heute wäre mir klar, dass an diesem günstigen Preis etwas faul sein muss. 

5 einfache Tipps für sicheres Online-Shopping

  • googeln: Ratings bestehender Kunden lesen
  • Adresse überprüfen: anazom.com statt amazon.com
  • Bezahlservices nutzen: Vorauskasse nur mit PayPal oder ähnlichen Services
  • Sehr günstige Angebote hinterfragen: Handelt es sich um Schnäppchen oder Fake-Angebote?  Warum sollte jemand ein Produkt so günstig anbieten?
  • AGB durchlesen und Rechte bezüglich Rückgabe der bestellten Ware prüfen

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