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Ablenkung verursacht die meisten Unfälle in der Schweiz

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Zwei Sekunden «Blindflug» am Steuer und schon ist der Unfall passiert. Alltägliche Tätigkeiten und Gegenstände sorgen beim Autofahren schnell für Ablenkung. Wir zeigen Ihnen, welche sieben Gefahrenquellen die meisten Unfälle verursachen und was Sie dagegen tun können. 

Ablenkung und mangelnde Aufmerksamkeit mit vielfältigen Folgen

Schweizerinnen und Schweizer betrachten die Ablenkung am Steuer als häufigste Ursache für Unfälle – noch vor der überhöhten Geschwindigkeit.  Das fand die AXA in einer Umfrage mit über 1000 Personen heraus. Diese Einschätzung wird von der Unfallforschung bestätigt: Wer beim Autofahren abgelenkt ist, riskiert eine deutlich längere Reaktionszeit. Überdies kann unaufmerksames Fahren ein Herumreissen des Lenkrads, das Übersehen von Warnhinweisen oder eine eingeschränkte Sicht verursachen. Mit verheerenden Folgen für Sie selbst und andere Verkehrsteilnehmende. Damit genau dies nicht passiert, ist es sinnvoll, sich über die grössten Gefahrenquellen zu informieren. Die AXA Unfallforschung & Prävention hat diese hier für Sie zusammengestellt.

Die 7 häufigsten Ursachen für Ablenkung beim Autofahren

Diese Tätigkeiten und Gegenstände lenken Sie beim alltäglichen Fahren  besonders ab. Wir zeigen, welche Risiken daraus entstehen und wie Sie diese vermeiden können.

1. Smartphones

Ploppt auf dem Display während der Fahrt eine Nachricht auf, wagen viele den Griff nach dem Smartphone. Nicht nur um up to date zu bleiben, schlimmstenfalls auch um gleich zurückzutexten. Das wirkt sich jedoch fatal auf die Reaktionszeit und die allgemeine Verkehrssicherheit aus. Der Gebrauch von Smartphones hinter dem Lenkrad ist heute der klare Spitzenreiter unter den Unfallursachen. Vermeiden Sie es, beim Fahren Nachrichten zu lesen und zu texten. Telefonieren Sie nur mit Freisprechfunktion und schalten Sie am besten Ihr Gerät schon beim Einsteigen auf stumm oder auf Automodus. 

2. Heruntergefallene Gegenstände

Ihnen ist etwas in den Fussraum gefallen? Lassen Sie es bitte liegen, bis Sie Ihr Fahrzeug zum Stehen gebracht haben. Versuchen Sie während des Autofahrens, den Gegenstand vom Boden aufzulesen, riskieren Sie damit ein stark eingeschränktes Sichtfeld und das Herumreissen des Lenkrads. Zusätzlich lenkt dieses gefährliche Herumtasten Ihre Aufmerksamkeit von der Strasse weg.

3. Müdigkeit

Ebenfalls hoch im Kurs als unterschätzte Gefahrenquelle beim Autofahren steht die Müdigkeit. Die AXA Unfallforschung fand in ihrer Studie heraus, dass rund 16 % der Schweizerinnen und Schweizer schon einmal in den Sekundenschlaf gefallen sind. Rund 27 % waren nach eigenen Eingaben in der Vergangenheit kurz davor. Wer am Steuer einschläft, riskiert einen folgenschweren Blindflug. Das Fahrzeug bewegt sich in dieser Zeit ohne jegliche Kontrolle fort. 

Laut der BFU (Beratungsstelle für Unfallverhütung) ist das Unfallrisiko:

  • 4-mal höher bei einer Fahrt in der Nacht
  • 3–8-mal höher bei Schlafstörungen
  • 7-mal höher nach einer elfstündigen Fahrt

Besonders bei langen Fahrten in die Ferien oder für den Beruf sind regelmässige Pausen unerlässlich.

4. Navigationssysteme

Ob das Navigationsgerät stumm geschaltet ist oder nicht, früher oder später schauen Sie auf sein Display. Auch wenn das Gerät im Bereich der Windschutzscheibe angebracht ist, bedeutet das Weggucken eine kurze, aber unter Umständen folgenschwere Ablenkung vom Strassenverkehr. Immerhin erlaubt die eingeschaltete Ton- und Sprachfunktion mehr Fokussierung auf die Strasse und andere Verkehrsteilnehmende. Am besten verschaffen Sie sich bereits vor der Fahrt eine Übersicht über Ihre Route und merken sich die wichtigsten Abzweigungen. So stellen Sie Ihr «inneres Navi» perfekt ein und lassen sich weniger von der Technik ablenken. 

Ablenkung wirkt sich drastisch auf den Bremsweg aus

Bei Personen, die aufmerksam Auto fahren, wird von einer maximalen Reaktionszeit von einer Sekunde ausgegangen. Betreiben Sie beim Fahren stattdessen Multitasking, kann sich Ihre Reaktionszeit schnell verdreifachen.

Welches Ausmass das hat, zeigt die Formel des Reaktionswegs: Reaktionsweg = (Geschwindigkeit ÷ 10) x 3. Fahren Sie konzentriert etwa mit 50 km/h, ergibt sich bei einer Reaktionszeit von einer Sekunde ein Reaktionsweg von 15 Metern. Und diese 15 Meter sind schon die zurückgelegte Distanz, bevor Sie überhaupt anfangen zu bremsen! Sind Sie zusätzlich abgelenkt und reagieren erst nach drei Sekunden, verdreifacht sich der Reaktionsweg. Bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h wären Sie also erst nach 45 zurückgelegten Metern fähig zu bremsen. 

Unfallrisiko durch Ablenkung am Steuer

Ablenkung am Steuer erhöht das Unfallrisiko um ein Vielfaches. Quelle: BFU Beratungsstelle für Unfallverhütung

5. Emotionen

Angst, Trauer oder Wut können die Aufmerksamkeit hinter dem Steuer stark beeinflussen. Aus solchen Gefühlsregungen entstehen nicht selten unbedachte Handlungen, wie zu schnelles Fahren, riskantes Überholen oder Überfahren eines Rotlichts. Sogar positive Emotionen können die Aufmerksamkeit einschränken und sich damit negativ auf den Fahrstil auswirken. Versuchen Sie also, Ihre Fahrt in möglichst ausgeglichener Stimmung anzutreten.

6. Snacks

Schon das Öffnen einer Verpackung verlangt ein einhändiges oder im schlimmsten Fall freihändiges Fahren. Wenn dazu noch Sandwichsauce auf die Hose tropft, kann der Versuch, das Missgeschick zu beheben, zu einem folgenschweren Unfall führen. Selbst das Trinken aus einer PET-Flasche ist nicht nur von Gesetzes wegen untersagt, es kann die Sicht einschränken oder von der Strasse ablenken. Wenn Sie sich vor der Fahrt verpflegen oder für die Zwischenmalzeit eine Pause einlegen, fahren Sie am besten. 

7. Medikamente

Schweizweit gibt es rund 3500 Medikamente auf dem Markt, die die Fahrtüchtigkeit beeinflussen können (Quelle: BFU). Diese Gefahrenquelle wird oft unterschätzt. Viele dieser Medikamente dämpfen das zentrale Nervensystem, was die Aufmerksamkeit und das Reaktionsvermögen beeinträchtigt. Auch frei erhältliche Medikamente wie Hustensirup oder Augentropfen können sich negativ auswirken. Besonders die Kombination verschiedener Medikamente sowie der gleichzeitige Konsum von Alkohol oder Drogen erhöhen das Unfallrisiko massiv.

Lesen Sie die Packungsbeilage Ihrer Arzneimittel gut durch und fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Apotheker nach deren Einfluss auf die Verkehrstauglichkeit. Schränken die Mittel Ihre Fahrfähigkeit ein, sollten Sie nach der Einnahme auf das Autofahren verzichten. 

Die Kampagne «Erst fragen, dann fahren» der BFU klärt über die Risiken von Medikamenten am Steuer auf.

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