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Vorsicht beim Weihnachtseinkauf per Mausklick

Bild: Getty Images
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Weihnachtsgeschenke online besorgen liegt im Trend. Nicht immer geht das aber reibungslos über die Bühne. Zu späte oder gar nicht erfolgte Lieferungen, Mängel bei bestellten Produkten, Falschlieferungen oder fehlerhafte Rechnungsbeträge sind häufige Stolpersteine beim digitalen Einkauf. Der AXA-ARAG-Rechtsexperte Gregor Huber hat Tipps für den Fall, dass der Einkauf per Mausklick für einmal schief geht.

Die Händler locken mit Aktionen, die Liste der Weihnachtseinkäufe ist lang, die Zeit jedoch knapp. Derzeit gibt es gute Gründe, Waren über das Internet zu bestellen. Auch wenn die meisten Transaktionen problemlos über die Bühne gehen, lauern beim Online-Shopping einige Gefahren.

Direkter oder indirekter Geldverlust häufigstes Risiko beim Online-Shopping

Zu den häufigsten Risiken beim Online-Shopping gehört der direkte Geldverlust. Dieser tritt klassischerweise dann auf, wenn der Kunde etwas bezahlt, bevor er die Gegenleistung – in der Regel die bestellte Ware – erhalten hat. Oftmals entstehen auch indirekte Geldverluste, wenn bestellte Waren nicht der Erwartung entsprechen, zum Beispiel bei Falsch- oder Teillieferungen, oder wenn die Ware defekt ist. Weitere Probleme, die auftauchen können, sind falsche Rechnungsbeträge oder nicht berücksichtigte Annulationen. In Zeiten der Corona-Krise werden zudem vermehrt verspätet eingetroffene Bestellungen gemeldet. 

Probleme bei Online-Shopping – Rechtsexperte Gregor Huber von der AXA-ARAG beantwortet die wichtigsten Fragen:

Was sind meine Möglichkeiten, wenn ich das falsche Produkt oder ein defektes Produkt erhalten habe?
Melden Sie sich schriftlich beim Anbieter, rügen Sie den Mangel, fordern sie die Rückerstattung oder eine Preisminderung und schicken Sie das Produkt zurück. Bei einer Beschädigung machen Sie am besten ein Foto zu Beweiszwecken. Falls Sie per Kreditkarte bezahlt haben, prüfen Sie anschliessend auf der Abrechnung, ob der Kaufpreis rückvergütet worden ist.

Was kann ich machen, wenn mir ein Online-Anbieter zugesichert hat, dass das bestellte Geschenk noch vor Weihnachten eintrifft, es aber jetzt doch später wird?
Es ist natürlich sehr ärgerlich, wenn aus solchen Gründen der Platz unter dem Weihnachtsbaum leer bleibt oder kurzfristig noch Ersatz besorgt werden muss. Doch auch beim so genannten Verfalltagsgeschäft, bei dem ein bestimmter Erfüllungstermin vereinbart wird, müssen Sie dem Schuldner nach Ablauf des Termins eine angemessene Frist zur Nachlieferung gewähren, beispielsweise einige Tage. Setzen Sie diese Frist schriftlich. Erst wenn diese Nachfrist ungenutzt verstrichen ist, können Sie als Gläubiger wählen, ob Sie die Geschenkelieferung noch erhalten oder ob Sie vom Vertrag zurücktreten möchten. Bei allen Fällen gilt: Sollten Sie Probleme haben, hilft Ihnen Ihre Rechtsschutzversicherung dabei, Ihre Rechte durchzusetzen.

Kann ich das Geschenk zurückgeben, wenn es mir nicht gefällt?
Das Gesetz kennt in solchen Fällen grundsätzlich kein Widerrufsrecht. Ein Rückgaberecht bei Nichtgefallen gibt es also nur, wenn ein solches zwischen den Parteien vertraglich vereinbart wurde, beispielsweise in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Falls Sie nicht sicher sind, ob Sie das Produkt behalten möchten, informieren Sie sich vorgängig auf der Website des Anbieters – viele seriöse Onlineshops bieten inzwischen ein kostenloses Rückgaberecht innerhalb einer bestimmten Frist an.

Mir wurden unerwartete Zusatzkosten für die Zustellung vor Weihnachten belastet, welche beim Bestellen nicht ersichtlich waren. Was kann ich tun?
Alle Kosten müssen vertraglich zwischen den Parteien vereinbart sein. Die Vereinbarung kann in einem konkreten Vertrag erfolgen oder aber auch in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, welche durch den Kunden vor dem Kauf zur Kenntnis genommen werden – meist, indem bei der Bestellung ein entsprechendes Feld angekreuzt wird. Solange die aufgeführten Zusatzkosten für Express-Zustellungen angemessen sind, gelten diese nicht als unüblich und entfalten deshalb auch ohne konkreten Hinweis auf die Bestimmung ihre Gültigkeit. Sollten entsprechende Zusatzkosten aber tatsächlich nirgends ersichtlich gewesen sein oder wurden Sie nicht auf die AGB hingewiesen, sollten Sie nur die tatsächlich vereinbarten Kosten bezahlen.

Ist Bezahlung per «Vorkasse» ratsam?
Grundsätzlich empfehle ich, keine Vorauszahlungen per «Sofortüberweisung» oder «Vorkasse» zu leisten. Denn: Bei Mängeln oder Nichtlieferung müssen Sie dem bereits einbezahlten Geld hinterherrennen – das ist zeit- und energieraubend. Bei grossen und etablierten Anbietern ist dieses Risiko selbstredend geringer. 

Gibt es auch bei Online-Shops ein Gütesiegel?
Ja, der Verband des Schweizerischen Versandhandels zum Beispiel arbeitet mit dem Gütesiegel «Swiss Online Garantie». Das Gütesiegel steht für ein 14-tägiges Rückgaberecht für Konsumenten, Einkauf nach Schweizer Gesetzmässigkeiten (verzollt, versteuert, keine Zusatzkosten) und Einhaltung eines Ehrenkodex. Weitere seriöse Gütesiegel sind «Trusted Shops Guarantee», «EHI Geprüfter Online-Shop» und «Safer Shopping TÜV Süd». 

Ich lese nie die AGB. Kann mir das zum Verhängnis werden?
Leider ja. In den AGB werden oft relevante vertragliche Bedingungen festgehalten, die mit einem «Kreuzchen» akzeptiert und so zum tatsächlichen Vertragsinhalt werden. Insbesondere Rückgabemodalitäten, Zahlungsbedingungen, Lieferkosten und -fristen sollten Sie stets genau prüfen, auch wenn es mühsam und zeitraubend ist – und es gerade beim Online-Shopping zackzack gehen soll.

Ich habe Produkte in China bestellt. Diese werden nicht geliefert. Was nun?
Bei Lieferverzug von Bestellungen aus der Sperrzone in China (oder gegebenenfalls aus anderen Ländern), aufgrund von höherer Gewalt, haftet der Schuldner nicht für die Verspätung. Diese Regelung gilt auch für den Zwischenhändler, allerdings nur bei einer entsprechenden vertraglichen Grundlage. Kann der Zwischenhändler nicht rechtzeitig liefern, sollte man die Bestellung nach Möglichkeit stornieren oder auf einen Ersatzlieferanten ausweichen. Mehrkosten gehen zu Lasten des Zwischenhändlers.

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