Mutter mit Kind beim Kochen

Bild: RealPeopleGroup

Alleinerziehende sind in der Vorsorge deutlich schlechter gestellt als Familien

15.01.2026

Neben der Vereinbarkeit von Beruf und Familie stehen Alleinerziehende oft auch vor finanziellen Herausforderungen: Der Vorsorgemonitor der AXA zeigt, dass sie im Vergleich zu klassischen Familien weniger Vorsorgemassnahmen treffen können. Zudem fühlen sie sich schlechter über die eigene Altersvorsorge informiert.

Hohe Kosten für externe Kinderbetreuung und Lohneinbussen wegen Teilzeitpensum: Dass Alleinerziehende stärkerem finanziellem Druck ausgesetzt sind als Familien mit zwei Elternteilen, ist bekannt. Auch laut dem nationalen Armutsmonitoring, welches am 26. November 2025 vom Bundesamt für Sozialversicherungen publiziert wurde, steigt das Armutsrisiko bei getrennten Elternteilen im Vergleich zu Zwei-Eltern-Familien stark an. Besonders oft sind Mütter betroffen, da sie in der Regel den grösseren Teil der Betreuungsarbeit übernehmen und ihre Erwerbsmöglichkeiten deshalb stärker eingeschränkt sind als diejenigen der Väter. Der aktuelle Vorsorgemonitor der AXA liefert nun konkrete Zahlen zur Ungleichheit von Ein-Eltern-Haushalten gegenüber Familien mit zwei Elternteilen – besonders in Bezug auf die Altersvorsorge.  

Weniger Vorsorgewissen und weniger finanzielle Ressourcen

Die Befragung der AXA zeigt, dass finanzielle Engpässe es Alleinerziehenden deutlich erschweren, Geld für die Altersvorsorge beiseitezulegen. 63 Prozent gaben an, dass sie das Sparen für die Altersvorsorge als herausfordernd wahrnehmen. Familien scheinen davon mit 35 Prozent weniger stark betroffen.

Doch Alleinerziehenden stehen nicht nur weniger finanzielle Ressourcen zur Verfügung, auch was ihr Vorsorgewissen angeht, sind sie gegenüber Familien im Rückstand: 51 Prozent der Alleinerziehenden gaben an, dass sie sich in Bezug auf ihre Vorsorge nicht genügend informiert fühlen. Bei Familien waren es mit 33 Prozent deutlich weniger. «Wir gehen davon aus, dass dieser Umstand zum einen damit zusammenhängt, dass Ein-Eltern-Haushalten weniger Mittel für die eigene Vorsorge zur Verfügung stehen und sie sich deshalb gar nicht erst mit dem Thema beschäftigen, zum anderen haben sie aufgrund von Betreuungsaufgaben auch weniger zeitliche Ressourcen, um sich eingehend mit ihrer Vorsorgesituation auseinanderzusetzen», so Markus Lack, Leiter Private Vorsorge bei der AXA.

Zwei-Eltern-Familien treffen mehr Vorsorgemassnahmen als Alleinerziehende

Während rund 62 Prozent der Familien Vorsorgemassnahmen getroffen haben und in die Säule 3a einzahlen, sind es bei den Alleinerziehenden nur 43 Prozent. 29 Prozent der Familien haben zudem eine Lebensversicherung abgeschlossen, bei den Ein-Eltern-Haushalten sind es mit rund 15 Prozent nur halb so viele. 16 Prozent der Familien gaben an, gar keine Vorsorgemassnahmen getroffen zu haben, bei den Alleinerziehenden sind es sogar 33 Prozent, die sich bislang gar nicht um ihre Vorsorge gekümmert haben.

Wenn man Alleinerziehende darüber befragt, welche Art von Unterstützung sie sich in Bezug auf ihre Altersvorsorge wünschen, wurden eine finanzielle Entlastung für Betreuungsaufgaben (58 %) und eine Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie (44 %) genannt, die zu einer Verbesserung ihrer Situation beitragen würden.

Wichtig ist, sich frühzeitig mit der eigenen Vorsorgesituation auseinanderzusetzen – das gilt generell aber insbesondere für vulnerable Gruppen, wie Ein-Eltern-Haushalte. «Regelmässige Einzahlungen lohnen sich für Alleinerziehende auch dann, wenn nur kleine Beiträge eingezahlt werden können», so Markus Lack.  Nebst dem, dass Vorsorgebeiträge in die Säule 3a bis zum Maximalbetrag vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden können, profitiert man durch frühzeitig getätigte Beiträge über einen längeren Zeitraum auch vom sogenannten Zinseszins. Zinsen werden dann nicht mehr nur auf das eingezahlte Kapital, sondern auch auf die bereits erzielten Zinsen gutgeschrieben.

Balkendiagramm zur Vorsorgesituation von Alleinerziehenden im Vergleich zu Familien mit zwei Elternteilen.

Über den Vorsorgemonitor

Der AXA Vorsorgemonitor wurde von Sotomo durchgeführt. Er basiert auf einer Online-Befragung von 1’604 Personen und die Ergebnisse sind repräsentativ für die sprachintegrierte Bevölkerung der deutsch- und französischsprachigen Schweiz.  

Über die AXA

Rund zwei Millionen Kundinnen und Kunden in der Schweiz vertrauen auf die Expertise der AXA in der Personen-, Sach-, Haftpflicht-, Rechtsschutz- und Lebensversicherung sowie in der Gesundheits- und beruflichen Vorsorge. Mit innovativen Produkten und Dienstleistungen rund um Mobilität, Gesundheit, Vorsorge und Unternehmertum sowie einfachen, digitalen Prozessen steht die AXA ihren Kundinnen und Kunden als Partnerin zur Seite und ermutigt sie mit ihrem Markenversprechen «Know You Can», auch in herausfordernden Situationen an sich selbst zu glauben. Dafür setzen sich rund 4600 Mitarbeitende sowie die 3000 Kolleginnen und Kollegen im Vertrieb persönlich ein. Mit über 340 Geschäftsstellen verfügt die AXA über das schweizweit grösste Vertriebsnetz in der Versicherungsbranche. Die AXA Schweiz gehört zur AXA Gruppe und erzielte 2024 ein Geschäftsvolumen von CHF 6,2 Mia.