Hier hagelt und blitzt es am meisten
04.08.2026
Die Schadenstatistiken der AXA zeichnen ein klares Bild, wo welche Unwetterschäden in den letzten zehn Jahren am häufigsten vorgekommen sind: Hagel- und Blitzschäden im Tessin, Überschwemmungsschäden im Kanton Schwyz. Betroffen sind jedoch alle Kantone – mit grosser Volatilität von Jahr zu Jahr. Die erste Hälfte des aktuellen Unwetterjahres verlief gesamtschweizerisch betrachtet etwa im langjährigen Schnitt.
Die vierte Hitzewelle des Jahres hat nicht nur hohe Temperaturen gebracht, sondern auch das Gewitterrisiko in verschiedenen Teilen der Schweiz erhöht. «Aus dem Kanton Bern wurden uns bereits einzelne Sturmschäden gemeldet», sagt Stefan Müller, Leiter Schaden Sachversicherungen bei der AXA. Im ersten Halbjahr 2026 hat die AXA, die grösste Schweizer Schadenversicherung, rund 11'000 Unwetterschäden verzeichnet – dies liegt in etwa im langjährigen Mittel fürs erste Halbjahr. «Die Unwettersaison begann dieses Jahr relativ spät, der Mai blieb ruhig. Einschneidend war der Hagelsturm vom 09. Juni im Tessin, der für einen Grossteil der Kosten verantwortlich ist», so Michael Villiger, Leiter Schaden Motorfahrzeugversicherungen bei der AXA. Die Unwettersaison ist jedoch noch nicht beendet, sie dauert üblicherweise bis im September und kann somit den Schadenaufwand weiter beeinflussen.
In den letzten dreissig Jahren betrugen die Unwetterschadenkosten der AXA an Fahrzeugen, Gebäuden, Hausrat und Einrichtung pro Jahr im Schnitt rund 115 Millionen Franken. Dabei sind die Anzahl und das Ausmass von Unwetterschäden von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich. 2025 war ein unterdurchschnittliches Unwetterjahr – die AXA verzeichnete 72 Millionen Franken Schaden. Dies war etwa gleich viel wie 2019 (CHF 73 Mio.) und 2020 (CHF 61 Mio.), rund halb so viel wie 2022 (CHF 142 Mio.) und 2024 (CHF 130 Mio.), und rund viermal weniger als 2021 (CHF 291 Mio.) und 2023 (CHF 240 Mio.). «Die Unterschiede sind sehr gross und beeinflussen unsere Schadenbilanz massiv. Doch das Unwetterrisiko gehört mit seiner zeitlichen und geografischen Volatilität zu unserem Kerngeschäft und ist in unserer langfristigen Planung einkalkuliert», sagt Stefan Müller.
Unwetter heute kurzfristiger und intensiver
Meteo- und Schadenstatistiken korrelieren nicht immer. Denn dasselbe Unwetter kann über unterschiedlich stark besiedeltem Gebiet deutlich weniger oder mehr Schäden verursachen. Zudem haben Präventionsmassnahmen Einfluss auf das Schadenausmass. «Klimaveränderungen sind damit nur bedingt sichtbar in unseren Statistiken. Was wir jedoch anhand der Schadenbilder feststellen, ist, dass Unwetter in den letzten Jahren kurzfristiger auftraten als früher und ihre Intensität deutlich zugenommen hat: extrem kräftige Windböen, mehr Starkregen, öfters grosse Hagelkörner – und das alles teilweise lokal und kleinräumig», so Stefan Müller.
Hagelschäden als wesentlicher Treiber
Nicht alle Regionen im Land sind dem gleichen Risiko ausgesetzt. Die Schadenstatistik der AXA zeichnet ein klares Bild, wo welche Schadenursache am häufigsten auftrat. Sowohl bei der Anzahl Fälle als auch beim Kostenaufwand machen Hagelschäden an Autos den grössten Teil der Unwetterschäden aus. In den letzten zehn Jahren waren besonders die Kantone Tessin, Jura und Neuenburg, aber auch Bern und Nidwalden betroffen. «Insbesondere grössere Hagelereignisse, welche in kurzer Zeit sehr viele Autos beschädigen, können ein wesentlicher Treiber der Schadenbilanz sein», sagt Michael Villiger. Kaum Hagelschäden gab es hingegen in den Kantonen Genf, Thurgau und Schaffhausen.
Häufige Überschwemmungen im Kanton Schwyz
Bei der Statistik zu Überschwemmungsschäden fallen jeweils einzelne Ereignisse stark ins Gewicht. Pro versicherte Haushalte gab es in den letzten zehn Jahren am meisten derartige Schäden im Kanton Schwyz, gefolgt von den Kantonen Solothurn, Luzern, Schaffhausen und Aargau. Die Kantone Nidwalden, Waadt, Basel-Land, Uri und Graubünden blieben in den letzten zehn Jahren von Überschwemmungen mehrheitlich verschont. «Gerade im Bereich der Überschwemmungen hat Prävention einen grossen Einfluss – Hochwasser-Entlastungsstollen, Rückhaltebecken, Dammerhöhungen oder die nationale Hochwasser-Gefahrenkarte machen sich bezahlt», so Stefan Müller.
Im Tessin blitzt es am meisten
Bei den Schäden durch Blitzschlag führt ein einzelner Kanton die Statistik deutlich an: Im Tessin war in den letzten zehn Jahren das Risiko für Schäden durch Blitzschlag achtmal grösser als im Rest der Schweiz. Jedes Jahr zählt die AXA in diesem Kanton mehrere hundert Schäden. Im Vergleich zu Basel-Land, Waadt und Genf war das Risiko gar über 20-mal grösser. Der Grund ist nachvollziehbar: Wenn feuchtwarme Mittelmeerluft an die Alpenkette gedrückt wird, entstehen Gewitterwolken mit starken Auf- und Abwinden und hoher elektrischer Spannung. Diese entlädt sich in Blitzen.
Versicherung bei Unwettern
Die regionalen Unterschiede führen bei der Hausrat-, Gebäude- und Unternehmenssachversicherung nicht zu unterschiedlichen Prämien, denn die gesetzlich geregelte Elementarschadenversicherung sorgt für landesweit einheitliche Prämien und Deckungen. Zudem greift unter den Versicherungsgesellschaften Solidarität: Sie gleichen über den Elementarschadenpool Schäden bis zu einem gewissen Grad untereinander aus. «Dieses System ist weltweit einzigartig und bietet Gewähr für ein sehr hohes Versicherungsniveau im Falle von Unwettern», so Stefan Müller.
So schützt man sein Eigentum
Beachtet man einige Vorsichtsmassnahmen, kann man die Gefahr von gewissen Unwetterschäden an seinem Eigentum minimieren. Bei instabiler Wetterlage warnen Apps mit Push-Nachrichten schnell und standortgenau. Ist ein Sturm mit starkem Wind angesagt, sollte man mobile Gegenstände wie beispielsweise Grill und Gartenstühle befestigen oder wegräumen und Sonnenstoren hochziehen. Bei Starkregen sind darüber hinaus Fenster zu schliessen und nach Möglichkeit Wasserabläufe freizuhalten. Besteht die Gefahr, dass Wasser ins Gebäude dringt, sollten feuchtigkeitsempfindliche und wertvolle Gegenstände in die Höhe gestellt werden. Bei Hagel sind Fahrzeuge unterzustellen und Rollläden hochzuziehen. Denn was viele nicht wissen: «Hagel kann Scheiben nichts anhaben, den Rollläden jedoch sehr wohl», erklärt Stefan Müller.
Auch die AXA engagiert sich im Bereich Prävention: Mit Unterstützung der AXA Foundation for Human Progress hat die Universität Genf einen neuen Lehrstuhl zur Erforschung klimabedingter Naturrisiken im europäischen Alpenraum eingerichtet. Ziel ist es, Risiken wie Murgänge, Fels- und Eisstürze besser zu verstehen und Strategien zur Schadensbegrenzung zu entwickeln.
Über die AXA
Rund zwei Millionen Kundinnen und Kunden in der Schweiz vertrauen auf die Expertise der AXA in der Personen-, Sach-, Haftpflicht-, Rechtsschutz- und Lebensversicherung sowie in der Gesundheits- und beruflichen Vorsorge. Mit innovativen Produkten und Dienstleistungen rund um Mobilität, Gesundheit, Vorsorge und Unternehmertum sowie einfachen, digitalen Prozessen steht die AXA ihren Kundinnen und Kunden als Partnerin zur Seite und ermutigt sie mit ihrem Markenversprechen «Know You Can», auch in herausfordernden Situationen an sich selbst zu glauben. Dafür setzen sich rund 4700 Mitarbeitende sowie 3100 Kolleginnen und Kollegen im Vertrieb persönlich ein. Mit über 340 Geschäftsstellen verfügt die AXA über das schweizweit grösste Vertriebsnetz in der Versicherungsbranche. Die AXA Schweiz gehört zur AXA Gruppe und erzielte 2025 ein Geschäftsvolumen von CHF 6,6 Mia.