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Welche Auswirkungen hat der Klimawandel für die Schweiz und wie kann man sich vor den Folgen schützen?

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Der Klimawandel ist auch in der Schweiz spürbar – Naturkatastrophen häufen sich. Vermehrt kommt es zu Schäden durch Lawinenabgänge im Winter, Überschwemmungen durch Starkregenfälle, extremer Trockenheit und Hitzewellen im Sommer. Kann man sich gegen die Folgen des Klimawandels versichern? 

Klimawandel ist weltweit das grösste Risiko

Nach Einschätzung der AXA zählt der Klimawandel  in den kommenden Jahren zu den Hauptrisiken. Sie schätzt ihn sogar als das weltweit grösste Risiko ein.

Die 5 weltweiten Hauptrisiken bis 2025 sind der Klimawandel,  Cyper-Sicherheit, Geopolitische Unsicherheit, Umgang mit natürlichen Ressourcen sowie soziale Unzufriedenheit und lokale Konflikte.

5 Hauptrisiken für die nächsten fünf bis zehn Jahre. Quelle: 2019 AXA-Eurasia Group Future Risks Report

Was spüren wir jetzt schon vom Klimawandel?

In der Schweiz wird es immer wärmer

Seit Beginn der Temperaturmessungen in der Schweiz im Jahr 1864 ist die mittlere Temperatur in der Schweiz um 1,9 Grad Celsius gestiegen. In den vergangenen 30 Jahren sind die Temperaturen besonders stark gestiegen.

Mittlere Temperaturen in der Schweiz sind seit 1864 um 1,9 Grad Celsius gestiegen

Quelle: Meteo Schweiz aus Artikel «So stark trifft der Klimawandel die Schweiz», SWI swissinfo.ch, Alexandra Kohler, 25.07.2019

In der gesamten Schweiz sind die Temperaturen in den letzten 150 Jahren doppelt so schnell gestiegen wie im weltweiten Durchschnitt. Dabei ist die Alpennordseite von der Erwärmung wesentlich stärker betroffen als die Alpensüdseite.

Erwärmung der Schweiz in den letzten 150 Jahren,

Quelle: Meteo Schweiz aus Artikel «So stark trifft der Klimawandel die Schweiz», SWI swissinfo.ch, Alexandra Kohler, 25.07.2019

Die Winter werden wärmer und es gibt immer weniger Frosttage. So gab es in Davos 1890 noch 231 Frosttage. 2018 wurden dagegen nur noch 161 Tage unter 0 Grad gemessen. 

Frosttage in Davos nehmen ab

Quelle: Meteo Schweiz aus Artikel «So stark trifft der Klimawandel die Schweiz», SWI swissinfo.ch, Alexandra Kohler, 25.07.2019

Aufgrund der geografischen Lage der Schweiz trifft uns der Klimawandel im internationalen Vergleich überdurchschnittlich stark. Dies hat zwei Gründe:

  1. Die Weltmeere dämpfen die Aufheizung. Das bedeutet im Umkehrschluss: Binnenländer, wie die Schweiz, werden nicht vom Wasser gekühlt.
  2. Grundsätzlich erwärmen sich die Gebiete Richtung Nordpol stärker als die Gebiete am Äquator. Die Schweiz liegt global betrachtet in den mittleren Breitengraden und ist somit von der Erwärmung stärker betroffen.

Mehr dazu auf swissinfo.ch: «So stark trifft der Klimawandel die Schweiz»

Das zukünftige Klima in der Schweiz

Interview mit Prof. Dr. Christoph Raible, Professor für Klima und Umweltphysik an der Universität Bern

«Nicht auf die Politik warten – man muss selbst versuchen, seinen Beitrag zu leisten! Jeder muss inviduell entscheiden, Kohlendioxid zu vermeiden oder zu reduzieren. Beispielsweise kann man, auf den Konsum von Produkten aus weit entfernten Ländern verzichten. »

Prof. Dr. Christoph Raible

Herr Professor Raible, welches sind die wichtigsten Kernaussagen zum Klimawandel in der Schweiz?

Der Klimawandel ist menschengemacht und wir erleben ihn gerade. Wenn wir keine Klimaschutzmassnahmen unternehmen, werden wir auch in der Schweiz mit starken Folgen zu rechnen haben: Die Temperatur wird sich stark erhöhen und Niederschlagsextreme werden zu nehmen.

Welche Szenarien erwarten uns in Sachen Klima in der Zukunft?

Starke Erwärmungen werden zu nehmen. Wir werden mehr Tage mit Temperaturen über 30 Grad erleben. Ohne Klimaschutzmassnahmen wird es sehr dramatisch werden, insbesondere für das Mittelland.

Wieso ist das Mittelland so stark betroffen?

Das Mittelland ist relativ niedrig gelegen und damit prädestiniert dafür, dass sich die Temperaturen entsprechend erhöhen. In den höheren Lagen ist der «Threshold» – die Schwelle – von 30 Grad natürlich nicht so leicht zu erreichen.

Sehen Sie sich hier das ganze Interview mit Professor Dr. Christoph Raible zum Thema «Klimawandel und der Versicherungsmarkt» an:

Wie sieht die Zukunft für die Schweiz aus?

Die Anzahl der Sommertage wird sich erhöhen

Werden keine Massnahmen gegen den Klimawandel ergriffen, wird sich die Anzahl Sommertage, mit Temperaturen über 25 Grad, bis 2060 erheblich erhöhen. Im Mittelland würde ohne Klimaschutz die durchschnittliche Anzahl Sommertage auf 60 bis 95 ansteigen, in den Talböden des Tessins möglicherweise auf über 120. Mit Klimaschutz kann die Anzahl Sommertage pro Jahr im Mittelland auf 40 bis 75 beschränkt werden und im Tessin würden nur in den tiefsten Lagen 100 Tage überschritten.

Vergleich der Sommertage in der Schweiz: Beobachtungen der Normperiode 1981 - 2010 mit der mittleren Schätzung für 2060, wenn keine Klimaschutzmassnahmen ergriffen werden.

Quelle: NCCS (Hrsg.) 2018: CH2018 – Klimaszenarien für die Schweiz. National Centre for Climate Services, Zürich; www.klimaszenarien.ch

Es gibt weniger Neuschneetage

Heute schneit es in den zentralen Hochalpen an durchschnittlich über 100 Tagen im Jahr. Ohne Massnahmen für den Klimaschutz wird es bis 2060 an vielen Stellen in den Alpen weniger als 80 Neuschneetage pro Jahr geben. Im Mittelland wird ohne Klimaschutz die Zahl der Tage mit Neuschnee auf deutlich unter 20 Tage zurückgehen.

Vergleich der Neuschneetage in der Schweiz: Beobachtungen der Normperiode 1981 - 2010 mit der mittleren Schätzung für 2060, wenn keine Klimaschutzmassnahmen ergriffen werden.

Quelle: NCCS (Hrsg.) 2018: CH2018 – Klimaszenarien für die Schweiz. National Centre for Climate Services, Zürich; www.klimaszenarien.ch

Die Anzahl der Frosttage reduziert sich erheblich

Die Anzahl der Frosttage wird sich im Hochgebirge, wo heute noch an einem Drittel aller Tage Frost herrscht, bis 2060 um weit mehr als 50 Tage reduzieren, wenn keine Klimaschutzmassnahmen ergriffen werden.

Vergleich der Frosttage in der Schweiz: Beobachtungen der Normperiode 1981 - 2010 mit der mittleren Schätzung für 2060, wenn keine Klimaschutzmassnahmen ergriffen werden.

Quelle: NCCS (Hrsg.) 2018: CH2018 – Klimaszenarien für die Schweiz. National Centre for Climate Services, Zürich; www.klimaszenarien.ch

Mehr über die Klimaszenarien für die Schweiz erfahren Sie auf der Seite des National Centre for Climate Services NCCS.

 

Welche Naturgefahren werden aufgrund des Klimawandels zunehmen?

Als Folge der Klimaerwärmung werden Naturgefahren zunehmen. Auch ist künftig mit häufigeren und intensiveren Extremereignissen zu rechnen. Solche Naturereignisse werden vermehrt auch in Gebieten und zu Jahreszeiten vorkommen, die bisher davor verschont geblieben sind.

In Zukunft ist aufgrund der erhöhten Temperaturen, der steigenden Schneefallgrenze und Veränderungen der Niederschläge mit einer Zunahme der folgenden Risiken zu rechnen:

  • Steigendes Hochwasserrisiko
    Mit grosser Wahrscheinlichkeit werden in der ganzen Schweiz im Winter Hochwasser häufiger auftreten. Der Grund dafür liegt in der Zunahme der Niederschlagssumme im Winter bei gleichzeitigem Anstieg der Schneefallgrenze. Auch im Frühjahr und Frühsommer könnte das Hochwasserrisiko aufgrund der Überlagerung von grossflächiger Schneeschmelze und intensiven Niederschlägen zunehmen.
  • Abnehmende Hangstabilität und häufigere Massenbewegungen
    Die sich beschleunigende Gletscherschmelze und das langsame Auftauen des Permafrosts führen in den steilen Lagen der Alpentäler zu einer Abnahme der Hangstabilität. Als Folge werden Erdrutsche, Steinschläge, Felsstürze und Murgänge (Massenbewegungen) in den kommenden Jahrzehnten wahrscheinlich zunehmen. Das Risiko von Hangrutschungen wird zudem durch die mögliche Zunahme von Starkniederschlägen und den Anstieg der Schneefallgrenze erhöht.

Elementarschadenversicherung deckt die Schäden durch Naturgefahren

Gemäss einem UNO-Bericht von 2011 ist die Schweiz das am besten auf Naturkatastrophen vorbereitete Land weltweit. Ein Kernstück des Schweizer Risikomanagements gegen Naturgefahren ist die Elementarschadenversicherung, mit der die Schweiz weltweit über eine einzigartige Versicherung gegen Naturereignisse verfügt. Die Elementarschadenversicherung deckt Schäden, die aufgrund von Hochwasser, Überschwemmung, Sturm, Hagel, Lawinen, Schneedruck, Felssturz, Steinschlag oder Erdrutsch entstanden sind. Es besteht ein nahezu flächendeckender Versicherungsschutz. 99 Prozent aller Gebäude sowie des Mobiliars und der Einrichtungen (die sogenannte Fahrhabe) sind heute gegen Elementarschäden versichert.

Was kann ich wo versichern?

  • Gebäude:
    Gebäude sind in 19 Kantonen gegen Feuer- und Elementarschäden über die kantonale Gebäudeversicherung versichert. In den Kantonen Genf, Uri, Schwyz, Tessin, Appenzell Innerrhoden, Wallis, Obwalden – den sogenannten GUSTAVO-Kantonen – und im Fürstentum Liechtenstein sind diese Schäden an Gebäuden über die Gebäudeversicherung privater Versicherungsunternehmen abgedeckt.
    Hauseigentümer bezahlen – abhängig vom Wert ihres Hauses für die Elementarschadenversicherung – die gleiche Prämie, egal wo ihr Haus steht. Sprich: Auch Hauseigentümer in Risikogebieten zahlen keine höheren Prämien.
  • Mobiliar und Einrichtungen:
    Elementarschäden an Mobiliar und Einrichtungen können im Rahmen einer privaten Hausratversicherung oder für Unternehmen über eine Sachversicherung versichert werden; in den Kantonen Nidwalden und Waadt muss die Absicherung über eine kantonale Versicherung erfolgen.
  • Autos:
    Autobesitzer können Elementarschäden über eine Kaskoversicherung absichern.

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