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Wie verhalte ich mich im Fall einer Lawine?

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Lawinen bedeuten Lebensgefahr – die richtige Reaktion entscheidet über Leben und Tod. Wird man von einer Lawine erfasst, spielt der Zeitfaktor bei der Rettung eine grosse Rolle. 

Der AXA Mitarbeiter Alex Wegmann hat sich unter der Aufsicht des Lawinenexperten Norbert Fischbacher unter Schneemassen begraben lassen. Wie er diese Erfahrung erlebt hat und wie sich Kameraden nach einem Lawinenabgang verhalten sollten, erfahren Sie im Video.

Wie verhalte ich mich im Fall einer Lawine?

Das Interview mit dem Lawinenexperten

  • Teaser Image
    Norbert Fischbacher

    Der ausgewiesene Lawinenexperte Norbert Fischbacher ist Bergführer und wohnt in der Region Toggenburg.

 

Herr Fischbacher, ist Freeriden von einer Rand- zu einer Trendsportart geworden?

«In meiner Region Toggenburg gibt es nur ein kleines Freeride-Gebiet. An anderen Orten jedoch stelle ich einen Anstieg fest. Generell beobachte ich, dass in der Schweiz mehr abseits der Pisten gefahren wird. Ich vermute, dass das in den Medien und Sportläden kursierende Filmmaterial die Leute dazu inspiriert. Gefährlicher finde ich die zunehmende Tendenz bereits ab Lawinenwarnstufe 3 abseits der Pisten zu fahren. Oftmals wird die Gefahr unterschätzt.»

Muss bei Schneetouren immer ein Bergführer dabei sein, auch wenn ich ein erfahrener Tourengänger bin?

«Einen Bergführer dabei zu haben hat viele Vorteile, da er die jeweils aktuelle Sicherheitslage und die Verhältnisse in der Bergregion kennt. Das Wichtigste ist jedoch, dass Schneetourengänger nicht allein unterwegs sind. Denn tritt der Ernstfall ein, erhöht die Kameradenrettung die Überlebenschance der Verschütteten ganz wesentlich. Entscheidend sind die ersten 15 Minuten. Wird ein Verschütteter gefunden und ausgegraben, liegt die Überlebenschance bei 90 %. Nach dieser Zeit sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit deutlich – für ein professionelles Rettungsteam beginnt dann ein Wettlauf gegen die Zeit.»

 

«Entscheidend sind die ersten 15 Minuten. Wird ein Verschütteter gefunden und ausgegraben, liegt die Überlebenschance bei 90 %. »

Norbert Fischbacher, 50 Jahre, Lawinenexperte

Wie kann man sich optimal auf eine Schneetour vorbereiten?

«Am besten geht man nicht allein. Wichtig ist auch, den Wetterbericht genau zu studieren und optimal ausgerüstet zu sein:  mit einem Lawinenrucksack, einem Ortungsgerät und einer Schaufel. Ausserdem sollte man sich bei einem Bergführer, dem Pistendienst oder einer Skischule über die Lage abseits der Pisten informieren.»

Wer haftet bei einem Unfall?

«Es lohnt sich, einen Bergführer dabei zu haben, der sich als solcher ausweisen kann. Denn dieser führt seine Gäste mit sehr viel Umsicht und Erfahrung. Zudem ist dann meistens auch die Haftungsfrage geklärt, denn jeder Bergführer verfügt über eine private Berufs- und Haftpflichtversicherung. Diese schützt ihn und seine Gruppe aber nicht vor den Konsequenzen nach grobfahrlässigem Verhalten».

Zurzeit ist Schneeschuhlaufen der neue Trend im Winter. Entstehen dadurch nicht grosse Gefahren?

«Hier sehe ich das grösste Potenzial für Prävention. Viele denken nämlich, es sei wie beim Wandern: Schneeschuhe anschnallen und ab durch die einsame Landschaft. Gefährlich wird es, wenn die Wanderer durch den Wald gehen. Ein Wald schützt nicht vor Lawinen. Auch im Spätwinter, wenn es wärmer und der Schnee zu ‹Pflotsch› wird, steigt die Lawinengefahr. Besonders in kleinen Rinnen und Mulden. Oft haben Retter Mühe, die Verschütteten zu finden, weil Schneeschuhläufer zusätzlich auch noch schlecht ausgerüstet sind.»

Weiterführende Informationen rund um Lawinen:

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