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GP Challenge 2020: Kniffliger Start und dramatische Kehrtwende

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Lars Kyprian und Rüdiger Böhm wollten in 30 Tagen von Gibraltar nach Palermo segeln – stattdessen war nach über 2070 Kilometer in San Remo Endstation. Im GP-Challenge-Rückblick erklären die beiden, warum Aufgeben trotz vieler Rückschläge nie in Frage kam. 

Am 27. August war es endlich soweit: In Gibraltar starteten Lars und Rüdiger mit dem 2,6 x 6 Meter kleinen Sportkatamaran in ihr grosses Abenteuer. Die beiden hatten sich viel vorgenommen. Alle Etappen waren fein säuberlich geplant, die Wetterbedingungen minutiös studiert. Aber kaum auf dem Wasser, gab es nach rund 100 Metern bereits einen grossen Knall! Mächtige Windstösse hatten die Befestigung des Grosssegels aus der Verankerung gerissen – der Katamaran war nur noch in eine Richtung fahrbar. Der Materialschaden konnte zwar mit sehr viel Mühe behoben werden, doch der Zwischenfall bot einen Vorgeschmack auf die Höhen und Tiefen, die noch folgen sollten.

Aller Anfang ist schwer

Der Materialschaden direkt vor dem Hafen war nicht der einzige Zwischenfall: Kurz vor Málaga wurden die Wellen so hoch, dass sich ein Ruderblatt löste – nur mit viel Können und Akrobatik konnten die beiden Segler das Kentern vermeiden. Später kollidierten sie mit einem grossen Gegenstand unter Wasser, wobei eines der Bootsschwerter brach. War es ein Container oder doch ein Fisch? Das bleibt Spekulation. Die ganze Challenge war geprägt von vielen solchen unvorhergesehenen Ereignissen. Besonders am Anfang hatten Lars und Rüdiger mit starkem Wind und widrigen Wetterverhältnissen zu kämpfen. Entsprechend schleppend verlief der Start und sie hinkten ihrem Zeitplan hinterher.

Doch mit zunehmender Dauer drehte der Wind zu ihren Gunsten. An ihrem besten Tag legten sie unglaubliche 123 Kilometer zurück. «Auch mit einem zweiten Segelprofi hätten wir am Ende der Challenge maximal eine Tagesetappe weiter vorne gelegen», verdeutlicht Lars die aussergewöhnliche Leistung.

Unbezahlbare Momente

2070 Kilometer in 29 Tagen: Hinter diesen Zahlen verbergen sich viel Zweifel und Schweiss, aber auch viele Momente des Glücks. Denn trotz grosser physischer und psychischer Anstrengungen gab es viele Momente, welche die beiden in vollen Zügen geniessen konnten. Besonders gerne erinnern sie sich an die Delfine, die so nah ans Boot schwammen, dass sie beinahe deren Flossen berühren konnten. Oder an die gelungene Überraschung, als ihre Crew mit dem Motorboot aufs Meer hinausfuhr und dort die Marseillaise schmetterte – just in dem Moment, als sie die GPS-Grenze von Spanien nach Frankreich überquerten. Unter dem Strich sei jeder Tag ein Highlight gewesen, schwärmt Rüdiger: «Jeder Tag kam ganz anders, als wir es uns beim Aufstehen ausgemalt hatten.»

«Trotz aller Widerstände – Aufgeben war für uns nie eine Option!»

Rüdiger Böhm

Das Mindset entscheidet über Erfolg und Misserfolg

Aber wie schafften sie es trotz des schlechten Starts, Wetterwidrigkeiten und COVID-19, den Fokus aufs Wesentliche nicht zu verlieren? Indem man sich auf seine Stärken besinne und alles ausblende, was man nicht beeinflussen könne, erklärt Rüdiger. «Besonders am Anfang gab es viele Momente, in denen der Wind gegen uns arbeitete und wir nicht wie geplant vorwärtskamen. Da wurde uns immer wieder bewusst, wie schwierig und herausfordernd unser Vorhaben ist», gibt Rüdiger unumwunden zu. Trotz Anfangsschwierigkeiten und Corona war Aufgeben aber nie eine Option für die beiden. «Wir wussten zu jeder Zeit, was unser Ziel ist, und dieses Ziel haben wir auch nie aus den Augen verloren. So fällt es einem auch leichter, sich aufs Hier und Jetzt zu konzentrieren», ist Lars überzeugt.

Auch die Crew rund um Lars und Rüdiger war für den Erfolg mitentscheidend: Sie sorgte für den Transport der Materialien, baute täglich das Camp auf und war für gute Laune und Proviant zuständig. Es sei beeindruckend gewesen, wie schnell das Team zusammengewachsen und wie jeder Einzelne über sich hinausgewachsen sei, erklärt Rüdiger begeistert. 

Filmreifes Ende

Am 24. September hatte die Crew die Küste Frankreichs hinter sich gelassen und machte sich auf, Italien anzusegeln. Wegen stark steigender Corona-Fälle beschloss die italienische Regierung kurzfristig neue Sicherheitsmassnahmen. Lars und Rüdiger waren zu diesem Zeitpunkt bereits unterwegs Richtung San Remo. Bei der Ankunft im Hafen von San Remo wurde ihnen das Betreten des italienischen Festlands aufgrund der neuen COVID-Einreisebestimmungen verboten. In diesem Moment boten sich nur zwei Optionen: entweder fünf Tage auf italienischem Boden in Quarantäne verharren oder zurück nach Frankreich segeln. Sie entschieden sich für die Rückkehr nach Frankreich.

Doch der Retourweg hatte es in sich: Heftige Gewitter, hohe Wellen und extreme Böen verunmöglichten eine direkte Rückreise. So waren sie gezwungen, einen Zwischenstopp in einem kleinen Hafen einzulegen, der sich noch im Bau befand. Nachdem sie das Unwetter überstanden hatten, manövrierten sie den Katamaran sicher in den Hafen von Menton. Trotz dieser Leidensmomente gab es ein Happy End: Denn die beiden tapferen Segler wurden bei ihrer Ankunft von einem wunderschönen Regenbogen empfangen – ein würdiges Finale.

Eine unglaubliche Erfahrung

Ihr grosses Ziel Palermo haben die beiden Abenteurer aufgrund äusserer Umstände nicht erreicht. Trotzdem sind sie überglücklich, dass sie die GP Challenge 2020 gewagt haben. «Wenn ich die Challenge nicht schon absolviert hätte, würde ich sie sofort wieder machen», lacht Lars. Er wisse, dass sie körperlich und mental bereit gewesen wären, um bis nach Palermo zu segeln, und das sei eine riesige Genugtuung. Auch Rüdiger findet nur positive Worte: «Wir haben zusammen so viel erlebt, so viel gelernt und so viele Menschen begeistert – das möchte ich für nichts auf der Welt missen». Er weiss, dass sie mit ihrer Challenge viele Menschen motivieren konnten, sich aus ihrer Komfortzone zu bewegen, um selbst grossartige Projekte in Angriff zu nehmen.  

  • Teaser Image
    GP Challenge 2020 im Kino

    Die GP Challenge 2020 ist auch zurück an Land noch lange nicht vorbei, denn aus dem Filmmaterial, das während des Törns produziert wurde, wird im kommenden Jahr ein spannender und inspirierender Dokumentarfilm entstehen, mit welchem Lars und Rüdiger durch die Schweizer Kinos touren werden. Bleiben Sie dran!

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