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UVG: Das müssen Sie über die obligatorische Unfallversicherung wissen

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Die obligatorische Unfallversicherung (UVG) sichert Arbeitnehmer und Arbeitgeber gegen die Kostenfolgen von beruflichen und nichtberuflichen Unfällen sowie Berufskrankheiten ab. Die Grundlage dieser Versicherung bildet das Bundesgesetz über die obligatorische Unfallversicherung (UVG) und seine Verordnungen.

Wer ist versichert?

Obligatorisch versichert sind alle Arbeitnehmer, einschliesslich Heimarbeiter, Praktikanten, Volontäre und Lehrlinge. Für mitarbeitende Familienmitglieder, Arbeitende in der Landwirtschaft, entsandte Arbeitnehmer und weitere namentlich genannte Fälle sieht das UVG Sonderregelungen vor. Aufgrund besonderer Vereinbarung können selbstständig Erwerbende sich selbst und ihre nicht obligatorisch versicherten Familienmitglieder freiwillig versichern.

Welche Ereignisse sind versichert?

Berufsunfälle (BU) und Nichtberufsunfälle (NBU); Berufskrankheiten sind den Berufsunfällen gleichgestellt.

  für BU und NBU versichert nur für BU versichert
Wer ist gegen welche Ereignisse versichert? Alle Arbeitnehmer, die durchschnittlich während mindestens 8 Stunden/ Woche für den gleichen Arbeitgeber tätig sind Arbeitnehmer mit einer durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von weniger als 8 Stunden/Woche beim gleichen Arbeitgeber
Wann beginnt der Versicherungsschutz? Am Tag, an dem der Arbeitnehmer die Arbeit antritt oder hätte antreten sollen. Wer keinen Tag zur Arbeitsaufnahme vereinbart hat, geniesst Schutz ab dem erstmaligen Weg zur Arbeit. Jeweils mit dem Antritt des Arbeitsweges
Wann endet der Versicherungsschutz? Mit Ablauf des 31. Tages nach dem Tag, an dem der Anspruch auf den halben Lohn aufhört Mit der Rückkehr von der Arbeit in die Wohnung
Was ist bei Ende des Versicherungsschutzes zu tun?
  • Verlängerung der Versicherung durch Abrede
  • Information der Krankenkasse (falls Unfalldeckung gemäss KVG sistiert war)
 

Die Leistungen des UVG

Pflegeleistungen

  • Zweckmässige und wirtschaftliche Heilbehandlung
  • Kostenübernahme für Behandlungen durch:
    – Ärzte, Zahnärzte, von diesen verordnete Medikamente, Untersuchungen sowie Analysen
    – Spital allgemeine Abteilung

Beachten Sie, dass die Versicherungsleistungen für Heilbehandlungen sowie Kostenvergütungen im Ausland betraglich begrenzt sind.

Taggeld

Die Höhe des Taggeldes wird durch den Grad der Arbeitsunfähigkeit bestimmt. Bei voller Arbeitsunfähigkeit beträgt das Taggeld 80% des versicherten Verdienstes. Der Anspruch beginnt ab 3. Tag nach dem Unfalltag und erlischt mit Eintritt der vollen Arbeitsfähigkeit, mit Beginn der Invalidenrente oder mit dem Tod des Versicherten. Während dem Aufenthalt in einer Heilanstalt wird bei Personen ohne Unterstützungspflicht ein Verpflegungskosten-Abzug vorgenommen.

Invalidenrente

Die Invalidenrente beträgt bei Vollinvalidität 80% des versicherten Verdienstes, bei Teilinvalidität entsprechend weniger. Zusammen mit AHV-/IV-Renten darf die Leistung (Komplementärrente) nicht mehr als 90% des versicherten Verdienstes betragen.

Hinterlassenenrenten

Die Hinterlassenenrenten sind wie folgt abgestuft:

  • 40% für Witwen/Witwer
  • 15% je Halbwaise
  • 25% je Vollwaise
  • max. 70% bei mehreren Hinterlassenen zusammen
  • max. 90% des versicherten Verdienstes mit AHV/IV-Renten zusammen (Komplementärrenten)

Auf Renten werden Teuerungszulagen ausbezahlt. Diese werden im gleichen Rhythmus wie die AHV-/IV-Renten dem Landesindex der Konsumentenpreise angepasst.

Integritätsentschädigung

Erleidet der Versicherte durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität, so hat er Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung in Form einer Kapitalleistung.

Hilflosenentschädigung

Ist der Versicherte wegen der Invalidität für die alltäglichen Lebensverrichtungen auf dauernde Hilfe angewiesen oder wird persönliche Überwachung benötigt, so hat er Anspruch auf Hilflosenentschädigung.

Versicherter Verdienst/Höchstbetrag

Taggelder und Renten werden nach dem versicherten Verdienst bis zum Höchstbetrag berücksichtigt. Dieser gilt bis CHF 148'200.– pro Person und Jahr bzw. CHF 406.– pro Person und Tag (Stand 1.1.2016).

Bestimmungen zum UVG

Vorgehen bei einem Unfall

Verunfallte oder deren Angehörige müssen dem Arbeitgeber den Unfall unverzüglich melden. Der Arbeitgeber seinerseits hat die Pflicht, den Unfall ebenso unverzüglich dem Versicherer zu melden. Das Gesetz sieht bei Versäumnis als Konsequenz eine Kürzung oder gar Verweigerung der Leistungen vor. Der Versicherte hat sich auf Kosten des Versicherers den angeordneten ärztlichen Untersuchungen zu unterziehen.

Kürzung und Verweigerung von Versicherungsleistungen

Absichtliche Herbeiführung: Mit Ausnahme der Bestattungskosten besteht kein Leistungsanspruch

  • Grobfahrlässigkeit: In der Versicherung der Nichtberufsunfälle werden während den ersten zwei Jahren nach dem Unfall die Taggelder gekürzt. Hat ein Hinterlassener den Tod des Versicherten grobfahrlässig herbeigeführt, wird ihm die Hinterlassenenrente gekürzt, in besonders schweren Fällen verweigert.
  • Verbrechen/Vergehen: Ist der Versicherte in Ausübung eines Verbrechens oder Vergehens verunfallt, können die Geldleistungen gekürzt oder in besonders schweren Fällen verweigert werden
  • Aussergewöhnliche Gefahren: Sämtliche Versicherungsleistungen für Unfälle werden verweigert bei ausländischem Militärdienst, Teilnahme an kriegerischen Handlungen, Terrorakten, bandenmässigen Verbrechen. Mindestens um 50% gekürzt werden die Geldleistungen für Unfälle bei Betätigung an Raufereien, Schlägereien, starker Provokation und Teilnahme an Unruhen.
  • Wagnisse: Geldleistungen werden um 50% gekürzt oder in besonders schweren Fällen verweigert. Bei Rettungshandlungen zugunsten von Menschen, auch wenn dazu ein Wagnis eingegangen werden muss, erfolgt keine Kürzung.

Wer bezahlt die Prämien für die obligatorische Unfallversicherung?

Prämienschuldner gegenüber dem Versicherer ist der Arbeitgeber. Er trägt auch die Prämie für Berufsunfälle und Berufskrankheiten. Die Prämien für Nichtberufsunfälle gehen grundsätzlich zu Lasten des Arbeitnehmers. Abweichende Vereinbarungen zugunsten des Arbeitnehmers sind möglich.

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