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Keine «Kohle» mit der Kohle

Bild: Keystone
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Der Versicherer AXA verschärft den Ausstieg aus der Kohle. Thomas Hügli, Leiter Nachhaltigkeit bei der AXA Winterthur, erklärt die konkreten neuen Ziele.

Im Kampf gegen die Klimaerwärmung ist die AXA bereits 2015 als erster grosser Versicherer teilweise aus der Kohle ausgestiegen. Am One Planet Summit vom Dezember 2017 in Paris kündigte die AXA nun eine Verschärfung dieser Praxis an. Laut Thomas Hügli, Leiter Nachhaltigkeit bei der AXA Winterthur, setzt die AXA alle Hebel in Bewegung, die ihr Geschäft dafür bietet: Deinvestitionen, Investitionen, Versicherungdeckung.

Thomas Hügli, wie kam es zum Ausstieg aus der Kohleindustrie?
Der CEO der AXA Gruppe, Thomas Buberl, vertritt einen klaren Standpunkt: «Unsustainable business is un-investable and uninsurable business». Die Kohle ist für rund die Hälfte aller weltweiten CO2-Emmissionen verantwortlich und dadurch für das Klima äusserst schädlich. Als offizielle Partnerin der Klimakonferenz COP 21 vom Dezember 2015 hat die AXA Gruppe ein klares Bekenntnis zum Klimaschutz abgegeben. Aus diesem Grund investieren wir nicht mehr in Kohlefirmen und versichern keine neuen Infrastrukturprojekte der Kohleindustrie mehr.

Thomas Hügli, Leiter Nachhaltigkeit AXA Winterthur.

Welche Verschärfungsmassnahmen wurden nun im Dezember im Rahmen des One Planet Summit beschlossen?
Es werden keine Gelder mehr in Bergbauunternehmen investiert, die mehr als 30 Prozent ihres Umsatzes mit Kohle erzielen; die ursprüngliche Limite lag bei 50 Prozent. Ausgeschlossen sind weiter Investitionen in Energieversorger, deren Energie-Mix aus mehr als 30 Prozent Kohle besteht oder Unternehmen, die mehr als 20 Millionen Tonnen Kohle pro Jahr produzieren. Insgesamt sprechen wir von Deinvestitionen in der Höhe von 2,4 Milliarden Euro. Ab sofort wird für neue Kohleanlagen kein Versicherungsschutz mehr gewährt, bestehende Aktien werden sofort verkauft.

Neu ist auch der Ausstieg aus Unternehmen, die im Ölsand-Geschäft tätig sind.
Richtig. Wie Kohle ist auch Ölsand eine extrem CO2-intensive Energieform. Die Gewinnung von Ölsand verursacht nebst den negativen Auswirkungen aufs Klima weitere Probleme wie die Verletzung der Rechte indigener Völker, einen hohen Wasserverbrauch sowie oft lokale Umweltverschmutzungen. Wir werden deshalb künftig auch auf Investitionen im Ölsand-Geschäft und dafür notwendige Pipelinie-Projekte verzichten und bestehende Aktion abstossen. Dies bedeutet zusätzliche Deinvestitionen von rund 700 Millionen Euro.

Dafür hat die AXA das Investitionsziel in Green Investments erhöht.
Ja. Bis ins Jahr 2020 wollen wir 12 Milliarden Euro in Green Investments investieren, dazu gehören Anlagen in Green Bonds, Infrastrukturen und Liegenschaften mit hohen Umweltstandards. Dieses Ziel entspricht dem Vierfachen des ursprünglichen Ziels, das 3 Milliarden Euro betrug.

Wieso gerade 12 Milliarden?
Christiana Figueres, eine der Hauptarchitektinnen der Weltklimakonferenz COP21, hatte vorgeschlagen, dass Investoren mindestens ein Prozent ihrer Anlagen in Green Investments platzieren. Unser Ziel von zwölf Milliarden Euro entspricht zwei Prozent unserer Anlagen von rund 650 Milliarden Euro, was einer Verdoppelung von Frau Figueres’ Vorschlag entspricht.

Was sind Green Bonds?

Green Bonds sind «grüne» Anleihen (Obligationen), die von Unternehmen oder Organisationen herausgegeben bzw. emittiert werden. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) definiert Green Bonds als «Anleihen, bei denen sich die Emittenten gegenüber den Investoren verpflichten, die durch die Herausgabe von Green Bonds erhaltenen Mittel zur Finanzierung von Umwelt- und Klimaschutzmassnahmen einzusetzen.»

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